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Test: Foxconn NT-A3500 Netbox Fusion E350

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Seite 2: Die Hardware im Detail

Bevor wir jedoch mit unseren Tests beginnen, werfen wir einen Blick auf die inneren Werte des Foxconn NT-A3500. Als Basis dient dieses Mal nicht mehr Intels Atom-Plattform, wie man sie bislang in dieser Leistungsklasse antreffen konnte, sondern AMDs Brazos-Pendant. Hier setzt Foxconn auf das bislang schnellste Zacate-Modell, den E-350. Die kleine Accelerated Processing Unit – kurz APU – läuft aktuell noch im 40-nm-Prozess vom Band, soll eine Verlustleistung von maximal 18 Watt besitzen und setzt auf zwei vollwertige x86-Bobcat-Kerne. Damit greift AMD mit einer Verspätung von fast zwei Jahren Intels Atom-Prozessoren an. Doch während Intels Gegenspieler so lange mit leistungsrelevanten Features beschnitten wurden, ging AMD andere Wege und versuchte bei seinen Modellen möglichst viele Feinheiten beizubehalten, gleichzeitig aber die Leistungsaufnahme und Abwärme zu drücken.

Größter Vorteil der APUs ist die Tatsache, dass sie Out-Of-Order-Execution beherrschen. Damit lassen sich alle Aufgaben eines Threads in einer möglichst optimalen Reihenfolge zur besseren Auslastung der Pipeline sortieren und abarbeiten. Dazu gibt es einen 32+32 KB großen L1-Cache und einen zweiten Zwischenspeicher, welcher bis zu 512 KB aufnehmen kann. Auch ein Single-Channel-DDR3-Speichercontroller wurde implementiert. Zur Energieverwaltung stehen verschiedene P- und C-States sowie Power Gating zur Verfügung.

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Ein weiterer Vorteil gegenüber der Atom-Plattform ist die integrierte Grafiklösung, sofern man einmal von NVIDIAs ION absieht. Waren solche Lösungen bislang in einem extra Chip zu finden, hat AMD die integrierte Grafik nun direkt in seine Fusion-APUs wandern lassen. Da auch die Funktionen der Northbridges in den letzten Jahren verstärkt in die CPU gerückt sind, konnten die US-Amerikaner so die kostspieligen Zusatzchips einerseits einsparen und andererseits die Energieeffizienz weiter steigern. Die in unserem Foxconn NT-A3500 verbaute E-350-APU setzt  auf eine Radeon HD 6310. Sie greift auf die altbewährte "Evergreen"-Architektur zurück, welche schon auf Modellen der Radeon-HD-5000- und -6000-Familie eingesetzt wurde. Für die APU wurde sie aber stark kastriert.

Der Radeon HD 6310 stehen nur noch zwei SIMD-Einheiten zur Seite, die jeweils zwei Shadercluster mit vier 5D-Einheiten bereithalten. Insgesamt bringt es die Grafiklösung damit auf 80 ALUs. Zudem ist an jede SIMD ein Texturcluster mit jeweils vier TMUs angeschlossen, weswegen es der kleine Chip auf acht Textureinheiten bringt. Da sich die integrierte Radeon HD 6310 ihren Videospeicher vom Hauptspeicher abzwackt, gibt es kein eigenes Speicherinterface. Rasterendstufen sind trotzdem vorhanden - vier ROPs müssen aber ausreichen. Die Taktraten beziffert AMD für dieses Modell auf 492 MHz. Die Frequenz des Speichers hängt jedoch vom verbauten Arbeitsspeicher-Modul ab und beläuft sich somit entweder auf 533 (DDR3-1066) oder 667 (DDR3-1333) MHz. Unterstützung für CrossFire oder Eyefinity ist weggefallen, dafür beherrscht die GPU DirectX 11 und bekam einige neue Energiesparmechanismen spendiert.

Ebenfalls mit an Board ist der Unified Video Decoder in der dritten Generation (UVD3). Er soll Videos in H.264, VC-1, MPEG-2 und MPEG-4 beschleunigen und die CPU damit entlasten.

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Die Hardware unseres heutigen Testkandidaten weiß zu gefallen, die Anschluss-Vielfalt fällt ebenfalls üppig aus. Hier bietet die 190 x 25 x 135 mm große und rund 0,45 Kilogramm schwere Box neben einem DVI-Ausgang und vier USB-2.0-Schnittstellen, auch einen HDMI-Port und zwei topaktuelle USB-3.0-Anschlüsse. Auch die obligatorischen Soundbuchsen, ein MS/SD/MMC-Kartenleser und ein RJ45-Port sind mit am Start. Dazu gibt es ein Wireless-LAN-Modul, welches nach 802.11-b/g/n-Standard funkt. Einzig eine 2,5-Zoll-Festplatte und ein DDR3-Modul müssen hinzugesteckt werden. Hier entschieden wir uns für eine eigentlich ausrangierte 160-GB-Festplatte mit 5400 UPM aus dem Hause Seagate und insgesamt 4096 MB Arbeitsspeicher von Kingston mit einer Geschwindigkeit von 1333 MHz sowie Timings von CL 9. Dazu installierten wir Windows 7 Ultimate in der 64-Bit-Version.