Hush E3 MCE

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Seite 4: Hush E3 MCE - Die Kühlung

Statt Kühlkörpern mit Lüftern verwendet Hush Heatpipes - was im Endeffekt auch kein Problem darstellt, da die Temperatur schnell von der Hitzequelle abgeführt werden kann und bei den großen passiven Elementen auf der Außenseite des Hush E3 MCE ohne Probleme aufgenommen werden können. Dass die Technik funktioniert, zeigen beispielsweise kleinere Lösungen wie die Zalman Heatpipe für Grafikkarten, aber auch große Lösungen wie der Zalman TNN500-Tower, der jedoch preislich und optisch sicherlich nicht für einen Wohnzimmer-PC in Frage kommt.

 

Im Bild sehen wir die Heatpipe der CPU, die über zwei Anschlüsse Kontakt zur massiven Außenhülle besitzt.

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Auf dem Prozessor ist ein großer Kupferkühler befestigt, der dann über eine Heatpipe die Abwärme wie oben abgebildet an das Gehäuse abgibt.

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Direkt neben dem Prozessor findet sich die Northbridge des ASUS A8V Mainboards, die ebenfalls gekühlt werden muss. Eine Heatpipe führt über die Erweiterungskarten auf die andere Seite des Gehäuses, da der Prozessor bereits für eine ordentliche Erwärmung der rechten Seite sorgt.

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Die Funktion einer Heatpipe ist im folgenden abgebildet:

Die Funktion einer Heatpipe ist schnell erklärt: An einer warmen Stelle verdampft eine Flüssigkeit in einem Vakuum und kondensiert an einer kalten Stelle in dem Rohr. Der Flüssigkeitsrücktransport erfolgt durch Kapillarwirkung und einen Druckunterschied z.B. mit einem Maschennetz oder eine Innenverrippung des Rohres. Die Verdampfungswärme wird dabei mit einer Geschwindigkeit von 1000 km/h transportiert. Durch diese Geschwindigkeit ergibt sich ein sehr effektiver Wärmetransport im Vergleich zum Transport in einem festen Material. Die Heatpipe arbeitet nur in einem ganz bestimmten Temperaturbereich effizient und muss deshalb für diesen entwickelt werden.

Die Heatpipes wurden von Hush speziell für den Hush E3 MCE entwickelt und im Vergleich zum bereits getesteten ATX nochmals verbessert, um die Wärmeübergänge in dem aluminiumlegierten Chassis zu optimieren. So erhält Hush einen niedrigen Delta-T zwischen dem Prozessor-Kern und dem Außenkühlkörper. Bei Volllast soll dieser Unterschied maximal 13°C betragen. Normale Heatpipes sind für den vertikalen Betrieb ausgelegt, die Hush-Heatpipes hingegen für den horizontalen Betrieb. Würde man eine normale Heatpipe einfach horizontal betreiben, so würde der Wirkungsgrad um 60% zurückgehen, bei Hush geht er nur um 7% maximal bei jeder beliebigen Lage zurück.

Die CPU-Heatpipe kann 160 W Wärme transportieren bei horizontalem Einbau - das reicht natürlich für aktuell jede CPU vollkommen aus. Problematisch ist dabei nur die Wärmeabgabe vom massiven passiven Kühlelement außen, denn die entstandene Wärme muss dort natürlich an die Luft abgegeben werden. Deshalb testet Hush den Hush E3 MCE aktuell auch mit höher getakteten Prozessoren, bislang gab man jedoch nur den 2,80 GHz Intel Pentium 4 sowie die beiden AMD Athlon 64 Modelle 3200+ und 3500+ frei.

Eigentlich also eine geniale Technik, die man an vielen Stellen im PC einsetzen könnte. Allerdings gibt es den Nachteil, dass ein Kühlkörper dadurch natürlich nicht ersetzt wird, denn die Heatpipes dienen nur zum Wärmetransport, es muss auch eine kühle Stelle geben, wo das Gas kondensieren kann. Weiterhin liegt die Lebensdauer einer Heatpipe mindestens bei 12 Jahren - aber länger will man einen PC sicherlich auch nicht unbedingt einsetzen.