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Roundup: 5x GeForce GTX 1070 mit Custom-Design im Test

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Seite 33: Fazit

All unsere Testkarten liegen leistungsmäßig auf einem nahezu identischen Niveau, sind selbst unter Volllast sehr leise und haben keinerlei Probleme bei den Temperaturen und das trotz der anstehenden Sommertage. Einen Gewinner zu küren fällt beim bloßen Hinsehen der Benchmark-Diagramme daher schwer – man sollte schon tiefer in den Feature- und Preislisten wühlen, um die passende Karte zu finden. Immerhin: Große Ausrutscher leistet sich keine der fünf von uns getesteten GeForce-GTX-1070-Karten.

Leisetreter mit vielen Service-Leistungen

Mit seiner GeForce GTX 1070 SC GAMING ACX 3.0 dreht EVGA nicht ganz so aggressiv an der Taktschraube wie die anderen vier Hersteller unseres Testfeldes. Dank des sehr effizienten ACX-3.0-Kühlers, welcher im Vergleich zur Vorgänger-Generation nicht nur optisch, sondern auch leistungsmäßig aufgewertet wurde, erreicht die Karte in manchen Benchmarks aber trotzdem ähnliche Leistungswerte wie die Konkurrenz. Insgesamt aber sortiert sich das EVGA-Modell in den unteren Reihen der Pascal-Grafikkarten ein. Gegenüber der Founders Edition leistet man trotzdem ein bisschen mehr und das vor allem bei der Lautstärke. Denn mit einem Schallpegel von gerade einmal 39,9 dB(A) ist die EVGA GeForce GTX 1070 SC GAMING ACX 3.0 die bislang leiseste GeForce GTX 1070, die wir auf dem Prüfstand hatten. Im Leerlauf schalten sich die Lüfter bis zum Erreichen eines bestimmten Temperatur-Levels natürlich ab und kühlen den 3D-Beschleuniger somit völlig lautlos – das machen die anderen Boardpartner-Karten aber ebenfalls.

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EVGA GeForce GTX 1070 SC GAMING ACX 3.0

Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Werksfrequenzen fällt das Overclocking-Potential prozentual gesehen am höchsten aus; zumindest dann, wenn man nur das Powerlimit und die Taktraten für Chip und Speicher erhöht und nicht zusätzlich die Spannungen. Spätestens dann schließt die EVGA leistungsmäßig mit den übrigen Custom-Modellen auf. Punkten aber kann EVGA vor allem bei seinen Service-Leistungen. Gegen einen kleinen Aufpreis und einer kurzen Registrierung innerhalb von 30 Tagen nach Kauf, kann die Garantie von drei auf fünf oder gar zehn Jahre verlängert werden. Im Rahmen des Step-Up-Programms kann die GeForce GTX 1070 später sogar kostengünstig gegen das größere Schwestermodell eingetauscht werden. Ein solches Programm gibt es bei anderen Herstellern nicht und ist definitiv ein Alleinstellungsmerkmal für EVGA. 

Das alles – das effiziente Kühlsystem, die höheren Taktraten und die vielseitigen Serviceleistungen – gibt es schon zu einem Preis ab derzeit 499 Euro und damit zum Preis der Founders Edition, dem eigentlichen Referenzlayout von NVIDIA. Wer von EVGA ein noch schnelleres Modell und vor allem auch ein Eigendesign der Platine haben möchte, der muss zur FTW- oder gar Classified-Version greifen. Später aber wird es auch wassergekühlte Modelle geben.

Die Karte für den ambitionierten Overclocker

Wer dies schon jetzt haben möchte, der sollte sich unbedingt die ZOTAC GeForce GTX 1070 AMP! Extreme Edition näher anschauen. Sie stellt das Flaggschiff der Chinesen dar und ist im wahrsten Sinne des Wortes ein ganz anderes Kaliber. Dank des mächtigen Triple-Fan-Kühlers mit einer Bauhöhe von 2,5 Slots zählt die Karte zu den kühleren High-End-Grafikkarten und bleibt mit knapp über 40 dB/(A) unter Volllast trotzdem angenehm laufruhig. Wer die Lüfter mit ihrer maximalen Leistung arbeiten lässt, kann die Kühlung für neue Rekord-Versuche im Overclocking sicherlich weiter steigern. Für stabile Boost-Taktraten kümmert sich ein eigenes Bauteil, die Strom- und Spannungsversorgung wurde auf zehn Phasen sowie auf zwei 8-Pin-PCI-Express-Stromstecker erweitert. Außerdem lässt sich mit der hauseigenen Overclocking-Software Einfluss auf die Spannung nehmen – auch das dürfte den ambitionierten Übertakter erfreuen. 

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ZOTAC GeForce GTX 1070 AMP! Extreme Edition

Schon ab Werk gehört die ZOTAC GeForce GTX 1070 AMP! Extreme Edition zu den schnellsten Modellen am Markt. Das zeigt die Karte auch mit ihrem Schriftzug auf der rückseitig angebrachten Backplate "Push the Limit", welcher zusätzlich beleuchtet werden kann, genau wie das Logo an der Stirnseite und natürlich die LED-Streifen an den Rändern der Lüfter. Farbe und Beleuchtungseffekt lassen sich bequem über ein eigenes Software-Tool einstellen. Für sein aktuell Flaggschiff-Modell auf Basis der kleineren GP104-GPU will ZOTAC derzeit 519 Euro haben und damit nur gut 20 Euro mehr als für die Founders Edition.

Der preisgünstige Allrounder

Wer einen günstigen Allrounder sucht, ist bei Gigabyte bestens aufgehoben. Die Gigabyte GeForce GTX 1070 G1 Gaming bietet ebenfalls einen eigenen Triple-Fan-Kühler und höhere Taktraten, wenngleich diese nicht ganz so hoch ausfallen wie bei der Konkurrenz und eher etwas zaghafter gewählt sind. Gegenüber dem EVGA-Modell gibt es allerdings auch ein überarbeitetes Platinen-Layout mit mehr Phasen und langlebigen sowie hochwertigeren Bauteilen. Das Kühlsystem ist zwar minimal lauter als das der Konkurrenz, erreicht dafür aber bessere Temperaturen als beispielsweise die Modelle von EVGA oder MSI. Die höheren Taktraten beschleunigen die Karte gegenüber der Founders Edition leicht, die Leistungsaufnahme liegt trotzdem auf einem sehr guten Niveau. Die Gigabyte GeForce GTX 1070 G1 Gaming gehört zu den eher sparsameren Modellen und das nicht nur im Spielebetrieb, sondern auch im normalen Windows-Betrieb. Lobenswert ist außerdem, dass der Dual-Slot-Kühler mit seinen beiden dicken Kupfer-Heatpipes, die direkt auf dem Grafikprozessor aufliegen, und den drei Lüftern sowie natürlich mit den zahlreichen Aluminiumfinnen nicht nur die GP104-GPU kühlt, sondern sich auch um die restlichen Bauteile kümmert. 

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Gigabyte GeForce GTX 1070 G1 Gaming

All das gibt es schon zum Preis ab etwa 479 Euro. Damit ist die Gigabyte GeForce GTX 1070 G1 Gaming das günstigste Modell unseres Testfeldes. Wir zücken dank des guten Gesamtkonzepts und des günstigen Preises unseren Preis-Leistungs-Award:

 gigabyte award

Viel Blingbling mit hoher Leistung

Die ASUS ROG Strix GeForce GTX 1070 OC ist mitunter die schnellste Karte in unserem Roundup. Das aber nur, wenn man (wie wir) den OC-Modus per Software-Tool freischaltet – eine Angewohnheit, die mit Gigabyte und MSI leider auch andere Hersteller verfolgen. Warum werden die Taktraten nicht gleich fest im BIOS hinterlegt? Insgesamt liefert sich die ASUS-Karte damit in den Leistungs-Benchmarks ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der ZOTAC GeForce GTX 1070 AMP! Extreme Edition. Ihr Kühlsystem fällt deutlich kompakter aus und ist wieder auf die üblichen zwei Slots in der Höhe geschrumpft. In Sachen Beleuchtungssystem braucht sich die Karte aber nicht vor ZOTAC zu verstecken. Auch hier werden nicht nur das Logo und die Lüfter entsprechend beleuchtet, sondern auch das ROG-Logo, welches direkt auf der Backplate angebracht wurde. Möglich sind zudem verschiedene Farben und Effekte – im Gegensatz zu ZOTAC gibt es dank RGB deutlich mehr Auswahl. 

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ASUS ROG Strix GeForce GTX 1070 OC

Insgesamt ist die ASUS ROG Strix GeForce GTX 1070 OC eine sehr schnelle Karte, mit effizientem Kühlsystem und schicker Beleuchtung. Der Aufpreis für sie jedoch ist hoch. Satte 529 Euro will ASUS derzeit für seinen Ableger haben. Das macht ihn zum teuersten des Testfeldes.

Gut in allen Klassen

Mit einem Preis von 499 Euro bewegt sich die MSI Georce GTX 1070 Gaming X 8G wieder auf dem Niveau der Founders Edition. Dafür aber gibt es einen sehr effizienten Kühler, der obendrein sehr leise arbeitet. Das ohnehin schon nicht schlechte Kühlsystem der Vorgänger-Generation konnte MSI also noch weiter verbessern. Die beiden 95-mm-Lüfter sind die größten des Testfeldes und arbeiten insgesamt sehr laufruhig. Der Schallpegel liegt bei nur knapp über 40 dB(A). Ein Facelifting des Kühlers gibt es beim TwinFrozr VI ebenfalls. Mit dabei sind auf der Oberseite des schlanken Dual-Slot-Kühlers kleine Leuchtstreben, die sich zusammen mit dem MSI-Logo an der Stirnseite per RGB-LEDs beleuchten lassen. 

Unter der Haube gibt es ein paar mehr Phasen, eine aufgemöbelte Stromversorgung in Form eines 8- und eines zusätzlichen 6-Pin-Steckers sowie natürlich die hochwertigen Bauteile der Military-Class-Reihe. Höhere Taktraten hat MSI ebenfalls gewählt, schiebt die Regler aber nicht ganz so weit nach rechts, wie es ZOTAC oder ASUS tun. Für höhere Taktraten als beim Gigabyte- oder gar EVGA-Modell aber reicht es allemal. Damit bewegt sich die MSI GeForce GTX 1070 Gaming X 8G im Mittelfeld aller fünf Testprobanden – sofern man bei der engen Platzwahl überhaupt davon sprechen kann. Unser größter Kritikpunkt: Die höchsten Taktraten des OC-Modus lassen sich erst durch die Installation eines zusätzlichen Tools freischalten, im Auslieferungszustand läuft die MSI-Karte im Gaming-Mode etwas langsamer. 

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MSI GeForce GTX 1070 Gaming X 8G

Einen Aufpreis für das eigene PCB, den leistungsstarken und leisen Kühler und natürlich für die höheren Taktraten bezahlt man im Vergleich zur Founders Edition nicht, was sehr löblich ist und MSIs Testbeitrag zu einer sehr ausgewogenen Karte macht.

Persönliche Meinung

Das passende Modell für sich zu finden, ist bei der GeForce GTX 1070 etwas schwer. Alle Karten liegen leistungsmäßig auf einem ähnlichen Level, sind alle sehr leise und warten meist mit einem schicken Beleuchtungssystem auf. Große Fehler beim Grafikkartenkauf kann man hier also nicht machen. Mit unserer Empfehlung aber fährt man auf jeden Fall sehr gut – vor allem der Mix aus Preis und Feature-Set wissen zu gefallen. Als Sparfuchs würde ich dieses Mal aber eher zum Gigabytemodell greifen – eher noch zur günstigeren GeForce GTX 1060 oder AMD Radeon RX 480 (sofern es bald Custom-Modelle geben wird...). (Andreas Stegmüller)