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Vom Start weg schnell: Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS im Test

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Seite 22: Fazit

Inno3D konzentriert sich mit der iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS auf einen einzigen Punkt: Schnellste Leistung bei guter, weil leiser Kühlung. Und eben diesen Punkt scheint man auch sehr genau getroffen zu haben.

Die Vorgaben für die Taktung sind mit auf höchstem Niveau. Zwar sind am Markt schnellere Varianten vorhanden, doch diese konnten wir noch nicht testen und somit ist die Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS die schnellste luftgekühlte Variante der GeForce GTX 980 Ti, die unser Testlabor besucht hat. Die ASUS ROG Matrix GeForce GTX 980 Ti versucht sich im OC-Mode an einer identischen Übertaktung und dürfte damit auf gleicher Ebene zu finden sein. Worauf es aber ankommt ist der maximale Boost-Takt und der Praxis und hier arbeitet die iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS mit 1.443 MHz mit dem gleichen Takt, wie die wassergekühlte iChill GeForce GTX 980 Ti Black Accelero Hybrid S. Diese beiden Karten setzen sich daher in den Benchmarks auch meist an die Spitze. Führt man sich nun vor Augen, das NVIDIA die GeForce GTX 980 Ti im Referenzdesign mit einem durch die Temperatur gedrosselten Boost-Takt von etwa 1.177 MHz arbeiten lässt, so sind die von Inno3D gebotenen 1.443 MHz ein beachtliches Ergebnis und gerne genommenes Leistungsplus.

Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS
Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS

Bei der Performance gibt es also schon einmal wenig auszusetzen, denn Inno3D liefert, was bestellt wurde. Wichtig ist es aber auch die Kühlung und hier vor allem die Lautstärke im Auge zu behalten. Das komplette Abschalten der Lüfter im Idle-Betrieb erleichtert die Beurteilung, denn eine Karte die keine Lüfter arbeiten lässt, kann auch keine Geräusche erzeugen. Ein Spulenfiepen konnten wir übrigens auch unter Last nicht feststellen. Im Last-Betrieb bleibt die Karte ebenfalls sehr leise, was in Anbetracht der gebotenen Leistung beachtlich ist. Hinzu kommt, dass die Kühlung offenbar auch sehr effektiv arbeitet, denn der leise Last-Betrieb geht mit einer niedrigen GPU-Temperatur einher. Auch hier sehen wir also wenig Gründe, die gegen eine Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS sprechen.

Bei der Leistungsaufnahme wollen wir nur den Last-Zustand ansprechen. Das Gesamtsystem kommt hier natürlich auch einen recht hohen Verbrauch. Da der Karte auch eine entsprechende Leistung abverlangt wird, überrascht uns dies auch nicht. Eine derartige Übertaktung hat hinsichtlich des Verbrauchs ihre Folgen. Den Mehrverbrauch wird man also hinnehmen müssen, schließlich gelten die Gesetze der Physik.

Einen Punkt wollen wir aber noch ansprechend und das ist die Verarbeitung und die Verwendung des Referenzdesigns beim PCB. Auch wenn wir nur von einer Grafikkarten sprechen, die in den meisten Fällen einfach nur im PC-Gehäuse verschwindet und dort ihre Arbeit verrichtet, so ist die Materialwahl und Verarbeitung inzwischen ein Punkt, der bei vielen Käufern eine Rolle spielt. Inno3D verwendet auf der iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS einen massiven Kühler, der mit einigen Metallblenden versehen ist. Diese sind wiederum mit kleinen Plastikelementen versehen, die man sich durchaus hätte beleuchtet vorstellen können. Eben diese Metallblenden wirken aber ebenso wie die Abstützung der Backplate für den Kühler wenig hochwertig. Im Falle der Blenden lassen sich diese gegen solche in anderen Farben tauschen, was am grundsätzlichen Eindruck aber wenig ändert. Aber dies soll nur eine kleine Randnotiz sein und kann die Leistung der Karte keineswegs schmälern.

Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS
Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS

Etwas enttäuscht sind wir aber auch vom Overclocking-Ergebnis, was vermutlich maßgeblich damit zusammenhängt, dass Inno3D auf die Entwicklung eines eigenen PCBs verzichtet hat. Mit dem Referenz-PCB bewegt sich Inno3D aufgrund der hohen werksseitigen Übertaktung bereits am Limit - die sechs Spannungsphasen sind hier sicherlich nur ein Aspekt. Bis zu einem gewissen Punkt scheint das PCB also noch in der Lage zu sein, eine Mehrleistung zu tragen, irgendwann ist aber auch hier eine Grenze erreicht. Im Falle der Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS hat man diese offenbar erreicht.

Die günstigsten Modelle der GeForce GTX 980 Ti sind bereits ab 660 Euro zu haben. Inno3D sieht für die iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS eine unverbindliche Preisempfehlung von 779 Euro vor. Damit findet man sich im oberen Preissegment wieder und liegt auf Niveau einer GeForce GTX 980 Ti mit AiO-Wasserkühlung. Auch andere Varianten der GeForce GTX 980 Ti mit ähnlichem Leistungspotenzial sind hier zu finden, so dass nicht von einer überteuerten Karten die Rede sein kann, wenngleich wir von fast 800 Euro sprechen. Caseking ist einer der Premium-Partner für Deutschland und bietet die Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS für eben besagte 779 Euro an. Für ausreichende Stückzahlen soll ebenfalls gesorgt sein.

Positive Aspekte der Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS:

  • sehr gute Leistung in hohen Auflösungen
  • Anti Aliasing und anisotropische Filterung durchgehend möglich
  • UltraHD/4K mit einigen Abstrichen möglich
  • 6 GB Grafikspeicher
  • DirectX 12
  • Dynamic Super Resolution (DSR)
  • HDMI 2.0
  • hohe werksseitige Übertaktung
  • lautlos im Idle- und sehr leise im Last-Betrieb

Negative Aspekte der Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS:

  • hohe Leistungsaufnahme
  • geringes Overclocking-Potenzial

Persönliche Meinung

Es ist immer wieder schön zu sehen, was die Hersteller an Leistung aus der Maxwell-Architektur herausholen können. Noch imposanter ist aber, was Inno3D bei der iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 DHS gemacht hat, denn erwartet hätten wir diese Leistung bei einer luftgekühlten Karte mit Referenz-PCB sicherlich nicht. Gut, mit der wassergekühlten Varianten hatte man bereits bewiesen, dass dieses Leistungsniveau erreicht werden kann, aber diese war eben mit einer AiO-Wasserkühlung versehen. Beim aktuellen Modell sprechen wir aber von einer luftgekühlten Karte, die auch noch leise bleibt. Schade finde ich allerdings, dass man der Karte kein weiteres Leistungsplus spendieren kann. Es fehlen dazu einfach ein paar Umbauten am PCB und auch einige Overclocking-Funktionen wären an dieser Stelle hilfreich. Aber Inno3D will keine Karte für Overclocker liefern, sondern eine solche die einfach nur aus dem Karton genommen und in den Rechner gesteckt werden muss. Eben das gelingt ihr sehr gut! (Andreas Schilling)