> > > > EVGA GeForce GTX 980 Ti KINGPIN im Test

EVGA GeForce GTX 980 Ti KINGPIN im Test

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 19: Fazit

Einer der größten Kritikpunkte der EVGA GeForce GTX 980 Ti KINGPIN ist mit Sicherheit ihr Preis. Schon die günstigste Version der neusten KINGPIN-Grafikkarte kostet gut 200 Euro mehr als das billigste Modell mit Referenzkühler. Der Aufpreis gegenüber einer Lösung mit eigenem Boardpartner-Kühler beläuft sich hingegen auf etwa 80 US-Dollar. Damit ist das Modell klar die teuerste GeForce-GTX-980-Ti-Grafikkarte, die der Markt aktuell hergibt und übertrumpft sogar vermeintlich schnellere Grafkkarten wie die GeForce GTX Titan X. Bislang gibt es jedoch nur einen Dollar-Preis, den wir einfach mal 1:1 umgerechnet haben.

Für Nutzer, die sich ohnehin mit dem Werkskühler zufriedengeben, ist die EVGA GeForce GTX 980 Ti KINGPIN jedoch nichts. Während die meisten anderen Modelle, wie beispielweise die ZOTAC GeForce GTX 980 Ti Arctic Strom, ihre Käufer aus Preis-Leistungs-Sicht noch befriedigen dürften, tut dies die EVGA GeForce GTX 980 Ti KINGPIN nicht mehr. Ihre Attraktivität verliert sie bei der bloßen Nutzung des ACX-Kühlsystems. Die KINGPIN-Edition ist vor allem für diejenigen gemacht, die mit Flüssigstickstoff auf Rekord-Jagd gehen wollen.

Hinzukommt, dass die EVGA GeForce GTX 980 Ti KINGPIN eine Limited-Edition ist und EVGA ein Boardpartner, der für seine teuren, aber exklusiven und mit vielen zusätzlichen Features versehenen Grafikkarten bekannt ist. Jeder der vier Ableger, die EVGA für die GeForce GTX 980 Ti bereithalt (Referenz, ACX, Classified, KINGPIN) hat seine eigene Zielgruppe und findet mit Sicherheit auch seine Käufer.

evga gts980 kingpin 11s
EVGA GeForce GTX 980 Ti KINGPIN

Abgesehen vom Preis aber macht die Karte sehr viel Spaß. Wer mit anderen Profi-Overclockern mithalten möchte und ohnehin in den Weltranglisten von 3DMark und Co. mitspielt, der kühlt seine Hardware nicht mit Luftkühlern. Aber selbst in Ligen, in denen ausschließlich luftgekühlte Hardware erlaubt ist, kann die KINGPIN-Edition ihre Muskeln ausspielen. Wer die beiden 100-mm-Lüfter mit ihrer maximalen Leistung arbeiten lässt, zusätzlich ein paar Gehäuse-Lüfter ins System hängt, kann sehr hohe Taktraten erreichen und vielleicht mit dem einen oder anderen Kontrahenten mithalten.

Das Kühlsystem macht davon abgesehen eine gute Figur, nicht zuletzt wegen des Vollkupfer-Kühlers. Da die Lüfter im Leerlauf komplett abgestellt werden, arbeitet die Karte im normalen Windows-Betrieb nahezu lautlos, unter Last drehen die beiden Rotoren auf gerade einmal 65 Prozent ihrer maximalen Leistungsfähigkeit auf und halten den Grafikprozessor selbst im übertakteten Zustand angenehm kühl. Selbst unter Volllast wurde die Karte so während unserer Tests nicht wärmer als 65 °C. Wer noch selbst Hand anlegt, kann die Lautstärke auf Kosten leicht höherer Temperaturen sogar noch verbessern. Im Kühlsystem stekt noch einiges an Potential.

Für unsere Vergleichswerte übertakteten wir die EVGA GeForce GTX 980 Ti KINGPIN und erreichten in der Praxis einen GPU-Takt von guten 1.550 MHz. Schon alleine das zeigt, was für Potential in der Karte steckt. Bislang war bei unseren Modellen bei etwa 1,5 GHz Schluss – einzelne Ausreiser mit fast 1.592 MHz gibt es aber auch. 

Ein großer Vorteil der KINGPIN-Edition für LN2-Nutzer ist aber die Tatsache, dass EVGA die Karten schon vorab vorselektiert und mit unterschiedlichen ASIC-Werten verkauft. Vor allem im Hinblick auf die Matrix- und Lightning-Grafikkarten von ASUS und MSI könnte dies ein neuer Benchmark für die Boardpartner werden, um sich von anderen abzusetzen. Abschließend aber bleibt zu sagen, dass die EVGA GeForce GTX 980 Ti KINGPIN wirklich nur für Nutzer gedacht ist, die die Karte mit extremen Kühlmethoden an ihre Leistungsgrenze bringen wollen. Alle anderen greifen eher zu den üblichen Modellen der GeForce GTX 980 Ti. 

evga 980ti kingpin

Wenn man die EVGA GeForce GTX 980 Ti KINGPIN in zwei Worten beschreiben müsste, dann wäre das wohl "Excellent Hardware". Abgesehen vom hohen Preis ist sie das wirklich. Wir zücken deswegen unseren heiß begehrten Excellent-Hardware-Award. 

Alternativen? Die gibt es für LN2-Übertakter nicht. Der direkte Gegenspieler zur EVGA GeForce GTX 980 Ti KINGPIN dürfte die MSI GeForce GTX 980 Ti Lightning oder die ASUS GeForce GTX 980 Ti Matrix werden. Auch diese Modelle sind exorbitant teuer oder noch nicht erhältlich und kommen damit nur für ein sehr exklusives Publikum in Frage. Wer aber mit ohnehin nur den Werkskühler bei seiner Grafikkarte einsetzen möchte, für den eröffnen sich genau die gleichen Vergleichs-Karten wie bei jeder anderen GeForce-GTX-980-Ti-Grafikkarte, die gut 100 Euro weniger kosten. Eine gute Alternative wäre hier die ZOTAC GeForce GTX 980 Ti Arctic Storm, oder die EVGA GeForce GTX 980 TI SC+ ACX 2.0 aus dem gleichen Hause.

 

Positive Aspekte der EVGA GeForce GTX 980 Ti KINGPIN:

  • Hohe Übertaktung bereits ab Werk
  • Leistungsstarkes und leises Kühlsystem
  • Enorme Leistung – vor allem in 4K
  • Gewaltiges Overclocking-Potential

Negative Aspekte der EVGA GeForce GTX 980 Ti KINGPIN:

  • Exorbitant teuer
  • Ohne Übertaktungs-Ambitionen wenig attraktiv