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Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC im Test

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Seite 18: Fazit

Die Fury-Serie soll für AMD der Heilsbringer aus der aktuellen Misere sein. Auch wenn die Grafikkarten sicherlich nicht das größte Problem bei AMD sind, so sind sie doch ein Baustein, der zu alter Stärke verhelfen soll. Das angestaubte Image ist mit der neuen "Fiji"-GPU in jedem Fall zunächst einmal beseitigt worden und die Radeon R9 Fury X (Hardwareluxx-Artikel) kann auf ihre Weise überzeugen. Da den Partnern von AMD bei der Radeon R9 Fury die Möglichkeit geboten wird, sich in Sachen Design auszutoben, ist die zweite Karte der Fury-Serie für viele sicherlich weitaus interessanter. Die ASUS Radeon R9 Fury Strix hat dies bereits unter Beweis gestellt und dafür auch den "Excellent Hardware Award" von Hardwareluxx bekommen.

Die zweite Variante der Radeon R9 Fury aus dem Hause Sapphire schlägt dabei in die gleiche Kerbe wie das Modell von ASUS, backt aber in einigen Bereichen etwas kleinere Brötchen. So wird auf ein eigenes PCB verzichtet und stattdessen das von der Radeon R9 Fury X verwendet. Ohne weitere Modifikationen (in Soft- und Hardware) kann die ASUS Radeon R9 Fury Strix ihr volles Potenzial durch die ausgebaute Strom- und Spannungsversorgung aktuell aber noch gar nicht ausschöpfen. Die Wahl zum "Standard"-PCB bei Sapphire dürfte daher nicht die schlechteste sein.

Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X
Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC

Doch auch die Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC tut sich schwer, wenn es um das werksseitige Overclocking geht. Damit versuchen sich die Hersteller voneinander abzusetzen. ASUS versucht es mit einem OC-Mode, der den GPU-Takt von 1.000 auf 1.020 MHz anhebt. Diese Leistungssteigerung ist allenfalls messbar, aber nicht wirklich der Rede wert. Sapphire bietet gleich zwei Varianten der Karte an - eine arbeitet mit 1.000 MHz und die von uns getestete OC-Variante kommt auf 1.040 MHz. Auch das ist sicherlich noch kein Bereich, in dem von einem Overclocking gesprochen werden kann. Man sollte sich also zunächst einmal damit abfinden, dass die Radeon R9 Fury ihre Leistung erbringt, aber im Hinblick auf eine Leistungssteigerung keine Wunder zu erwarten sind.

Für jede Radeon R9 Fury gilt: Durch die Beschneidungen der "Fiji"-GPU entwickelt sie einen Rückstand von etwa 13 Prozent auf die Radeon R9 Fury X. In den Benchmarks stellt sich der Rückstand aber mit gerade einmal 7 bis 9 Prozent ein - je nach Modell. Damit lässt man auch den direkten Konkurrenten, die GeForce GTX 980, in den meisten Benchmarks weit hinter sich. Kleinere Einschränkungen gegenüber der GeForce GTX 980 Ti und Radeon R9 Fury X müssen bei UltraHD/4K gemacht werden. Mit reduzierten Details kann diese Auflösung zwar gespielt werden, für die vollständige Grafikpracht werden wir aber wohl noch eine Generation warten müssen - allerdings ist dies auch keine neue Erkenntnis.

Schon deutlich besser stellt sich inzwischen die Effizienz dar, auch wenn man noch nicht auf Niveau der 2. "Maxwell"-Generation von NVIDIA angekommen ist. Der Verbrauch einer Radeon R9 Fury liegt noch immer gut 30 Watt über einer GeForce GTX 980. Allerdings profitiert die Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC von der guten Kühlung, denn bei einer Last-Temperatur von 69 °C halten sich auch die Leckströme in Grenzen. Das Thema Kühlung ist ohnehin eine Paradedisziplin dieser Karte, denn nicht nur die Temperaturen werden so niedrig wie möglich gehalten, auch die Lautstärke setzt neue Maßstäbe im High-End-Bereich.

Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X
Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC

Ohne Frage ist die Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC die bisher beste Version der zweitschnellsten Fury-Variante von AMD. Allerdings bietet auch die ASUS Radeon R9 Fury Strix ihre Vorteile, eine Kaufentscheidung hängt wohl auch von persönlichen Präferenzen ab. Preislich bewegt sich die Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC bei 619 Euro, die Variante ohne Übertaktung kommt auf 593 Euro.

Alternativen? Bisher einzige direkte Alternative ist die ASUS Radeon R9 Fury Strix, denn die Radeon R9 Fury bewegt sich sozusagen zwischen den Welten. AMD positioniert sie klar zwischen der Radeon R9 390X und Radeon R9 Fury X. Auf Seiten der Konkurrenz aus dem Hause NVIDIA sind die GeForce GTX 980 und GTX 980 Ti zu nennen. Hier bietet sich eine breite Auswahl an unterschiedlichen Modellen, es lohnt sich also ein Blick in unsere Grafikkarten-Artikel.

Hardwareluxx Excellent Hardware Award
Aufgrund der exzellenten Kühlung verleihen wir der Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC den Hardwareluxx Excellent Hardware Award

Positive Aspekte der Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC:

  • schneller als die GeForce GTX 980
  • UltraHD/4K mit Einschränkungen möglich
  • Anti Aliasing und anisotropische Filterung durchgehend möglich
  • Frame Rate Target Control
  • Virtual Super Resolution
  • neue Speichertechnologie (HBM)
  • Abschalten der Lüfter im Idle-Betrieb
  • sehr leise unter Last
  • niedrige Temperaturen

Negative Aspekte der Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC:

  • nur geringe werksseitige Übertaktung
  • 4 GB Grafikspeicher in Zukunft eventuell kritisch
  • OC-Potenzial kann derzeit nicht ausgeschöpft werden

 

Persönliche Meinung

Die Radeon R9 Fury und damit auch das Modell von Sapphire ist das interessanteste, was AMD derzeit zu bieten hat. Bisher können sich zumindest drei Hersteller (ASUS, PowerColor und Sapphire) austoben. Die Radeon R9 Fury X ist im Hinblick auf die maximale Leistung derzeit wohl die beste Wahl, wer aber Wert auf eine möglichst leise Karte legt, der kann beruhigt zu einer Radeon R9 Fury greifen. Noch mehr erwarten wir uns nun von der Radeon R9 Fury Nano, die als kompakte "Fiji"-Karte auf sich aufmerksam machen will. Im Herbst erwartet uns dann auch noch eine Dual-GPU-Variante, die im Bereich der Leistung bisher alles Dagewesene in den Schatten stellen soll. (Andreas Schilling)