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ASUS ROG Poseidon GTX 780 im Test

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Seite 18: Fazit

Nicht Fisch nicht Fleisch - so werden Kühler von Drittherstellern im Hybrid-Design bisweilen gerne bezeichnet. Auch ASUS weiß mit der ROG Poseidon GTX 780 nicht so wirklich, wohin man will. Einerseits scheint man mit dem Direct-H2O-Kühler einen guten Luftkühler entwickelt zu haben. Die Unterstützung durch das kühle Nass weiß er zu schätzen, allerdings scheint die Umsetzung der Kühlung nicht ideal zu sein. Die niedrigen Last-Temperaturen und die dadurch ebenfalls niedrigeren Drehzahlen der Lüfter zeigen viel Gutes, allerdings hätte ASUS sich gerne etwas bei den Wasserkühlerhersteller abschauen dürfen, denn es wäre deutlich mehr Potenzial in der Kühlung vorhanden, als wir offenlegen konnten. In einem kurzen Test haben wir die ROG Poseidon GTX 780 auch komplett ohne die Lüfter, also lautlos arbeiten lassen. Allerdings stieg die GPU-Temperatur dann immer weiter an und erreichte Werte (60 °C und mehr), die einer Wasserkühlung dann nicht mehr gerecht werden.

Ein weiteres Problem solcher Eigenentwicklungen zeigt die ASUS ROG Poseidon GTX 780 auch in anderer Hinsicht auf: Die enorm langen Entwicklungszyklen aktueller Hardware. NVIDIA brachte die GeForce GTX 780 am 23. Mai auf den Markt. Bereits zur Computex sahen wir erste Design-Studien zu Poseidon auf Basis der GeForce GTX 760. Vermutlich dachte ASUS zu diesem Zeitpunkt bereits über ein Modell mit der damals schnellsten NVIDIA-GPU nach. Erst jetzt, also sechs Monate später erblickt die ROG Poseidon GTX 780 das Licht der Welt. Ähnlich erging es ASUS mit der ROG MARS 760, die zwei GTX-760-GPUs in einem SLI verwendet. Sie sollte die GeForce GTX Titan schlagen, doch inzwischen ist die GeForce GTX 780 Ti erschienen - somit war der Titan-Killer ebenso schwierig zu vermarkten, wie nun die ROG Poseidon GTX 780.

Nicht schmälern soll all dies aber die Leistung der Karte. Die GeForce GTX Titan wird in nahezu allen Benchmarks übertroffen und die GeForce GTX 780 Ti muss sich in Acht nehmen. Schon schwieriger wird es allerdings gegen die Custom-Modelle der GeForce GTX 780 Ti. Dies aber alles nur unter der Maßgabe: Wasserkühlung und manuelles Overclocking. In den Standard-Settings tut sich die ROG Poseidon GTX 780 schwerer - mal ist die GeForce GTX Titan vorne, mal das Hybridmodell aus dem Hause ASUS.

Wie alle Karten der ROG-Reihe legt ASUS auch die Poseidon GTX 780 ausdrücklich für ein hohes Overclocking aus. Immerhin erreichten wir ein Plus von mehr als 25 Prozent gegenüber den eigenen Vorgaben. Durch den Boost-Takt von 1.097 MHz relativiert sich das Ergebnis aber noch einmal etwas, aber insgesamt sind wir mit den erreichten 1.228 MHz sehr zufrieden. Wie hoch der Anteil der speziellen Komponenten der Strom- und Spannungsversorgung daran ist, können wir nicht abschätzen - es hat zumindest nicht das Gegenteil bewirkt. Schön finden wir auch immer wieder solche Features wie die Messpunkte für die verschiedenen Spannungs-Domains. Ob sie nun genutzt werden oder nicht, der Platz und das Geld für ein paar Lötpunkte auf dem PCB sollten immer übrig sein.

Sehr gut gefallen hat uns die Leistung des Kühlers. Hier nehmen wir die Wasserkühlungs-Komponente zunächst einmal heraus. Leise in Idle- und Last-Betrieb und durchweg mit niedrigen Temperaturen empfehlen die Kühllösung für den breiteren Einsatz. Allerdings wird sich dies im Vergleich zu den Kosten einer DirectCU-II-Kühlung sicher nur schwerlich realisieren lassen. Gerne würden wir eine ähnliche Lösung auch auf Basis der GeForce GTX 780 Ti sehen.

Kurz vor der Veröffentlichung dieses Artikels nannt uns ASUS den Januar 2014 als Termin für die ROG Poseidon GTX 780. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 570 Euro. Damit lässt sich auch ASUS die Wasserkühlung gut bezahlen - der übliche Aufpreis von 100 - 150 Euro schlägt auch bei dieser Grafikkarte zu.

Alternativen? Aufgrund der vermeintlich relativ hohen Preises der ASUS ROG Poseidon GTX 780 empfehlen wir an dieser Stelle eine Referenzversion der GeForce GTX 780, die dann mit einem Wasserkühler eines Dritthersteller ausgestattet wird. Natürlich ist dies nun für Nutzer interessant, die bereits eine Wasserkühlung ihr Eigen nennen dürfen.

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Positive Aspekte der ASUS ROG Poseidon GTX 780:

  • ausreichende Leistung für eine Auflösung von 2.560x1.600 (auch ohne Overclocking)
  • durchweg Anti-Aliasing und Anisotropische Filterung möglich
  • leise und kühl im Idle- und Last-Betrieb (auch ohne Wasserkühlung)

Negative Aspekte der ASUS ROG Poseidon GTX 780:

  • vermeintlich relativ hoher Preis
  • Adapter für Anschlüsse der Wasserkühlung liegen nicht bei
  • Wasserkühlungs-Komponenten nicht zwingend notwendig

Persönliche Meinung

Im Vergleich zur ROG MARS 760 gefällt mir die ROG Poseidon GTX 780 deutlich besser, weil sie einfach mehr Sinn macht. Warum auf eine Dual-GPU-Lösung mit all ihren Nachteilen zurückgreifen, wenn ich die gleiche Performance zu einem gleichwertigen Preis auch aus einer GPU schöpfen kann? Etwas schade ist, dass die ROG Poseidon GTX 780 nicht auf Basis der GeForce GTX 780 Ti erschienen ist - aber vielleicht hat ASUS ja bereits eine Umsetzung in der Schublade. Ansonsten ist die GeForce GTX 780 ja durch das Erscheinen der Ti-Variante nicht schlechter geworden. Ganz im Gegenteil, ASUS schöpft aus der Hardware mit einer wirklich guten Luftkühlung noch viel Leistung. (Andreas Schilling)