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Test: Gainward GeForce GTX 780 und GTX 760 Phantom

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Seite 19: Fazit

Gainward setzt seine Phantom-Reihe mit der GeForce GTX 780 und der GeForce GTX 760 konsequent fort. Beide Testkandidaten hinterlassen in Sachen Kühlleistung und Lautstärke eine sehr gute Figur - sowohl im normalen Windows-Betrieb wie auch unter Volllast. Selbst die hitzige GeForce GTX 780 bleibt mit dem herstellereigenen Kühlsystem auf einem sehr guten Temperatur-Niveau. In unserem Review wurde das Testmuster nicht wärmer als 72 °C und erzeugte einen Schallpegel von gerade einmal 49,4 dB(A). Andere Boardpartner-Karten und die Referenz durchbrechen hier gerne die magische 50-dB(A)-Marke und werden teils wärmer als 80 °C. Gleiches gilt für den kleinen Bruder, der dank der geringeren Leistungsaufnahme und Abwärme des GK104-Chips, noch eine kleine Schippe drauflegen kann. Die Gainward GeForce GTX 760 Phantom blieb mit einer Maximal-Temperatur von runden 70 °C und einem Schallpegel von bis zu 49,2 dB(A) noch einmal kühler und laufruhiger. Auch hier kann man sich mühelos vor einige Boardpatner-Karten und die NVIDIA-Vorlage setzen. 

Leistungsmäßig machen beide Karten eine gute Figur, können sie doch bereits ab Werk mit höheren Taktraten auf sich aufmerksam machen. Vor allem die Goes-Like-Hell-(GLH)-Edition der Gainward GeForce GTX 780 kann hier überzeugen. Sie führte das Testfeld in den meisten Benchmarks klar an, wenngleich sie sich den beiden Dual-GPU-Grafikkarten von AMD und NVIDIA und auch der GeForce GTX Titan geschlagen geben muss. Diese haben wir in diesem Test der Übersicht halber aber ausgespart. Bei den Taktraten war noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. In unseren Overclocking-Tests konnten wie die Frequenzen für Chip und Speicher beider Karten noch weiter erhöhen. Verglichen mit anderen Boardpartner-Modellen waren die Ergebnisse aber nur durchschnittlich - andere Modelle von EVGA, ASUS oder Inno3D zeigten sich in unserer Redaktion noch taktfreudiger. Overclocking ist aber immer Glückssache, denn jede Grafikkarte ist ein Unikat.

Beim Lieferumfang hätten wir uns bei beiden in diesem Artikel getesteten Phantom-Grafikkarten mehr erwartet. Beiden Vertretern lagen gerade einmal eine Schnellstart-Anleitung, eine Treiber-CD, zwei Adapter für die Video-Ausgänge und ein weiterer für die Stromversorgung der Grafikkarte bei. Andere Hersteller zeigen sich hier gerne etwas großzügiger und liefern teils ganze Spiele-Vollversionen mit. 

Die Gainward GeForce GTX 780 Phantom GLH ist eine sehr leise Grafikkarte, mit leistungsstarkem Kühlsystem und sehr hohen Taktraten bereits ab Werk. Das lässt sich der NVIDIA-Exklusiv-Boardpartner trotz des mangelnden Lieferumfangs aber auch teuer bezahlen. Zu Redaktionsschluss musste man für das Flaggschiff der Phantom-Grafikkarten satte 650 Euro auf den Tisch legen. Für den günstigsten GeForce-GTX-780-Ableger, der dafür aber mit nicht ganz so hohen Taktraten und einem ganz so leisen Kühlsystem ausgestattet war, musste man nicht so tief in die Tasche greifen. Mit einem Preis von knapp 550 Euro waren das gut 100 Euro weniger. Vergleichbare Karten, die ähnliches leisten, gibt es hier leider viele, doch dazu wenige Zeilen weiter unten mehr. 

Gainward GeForce GTX 780 Phantom GLH
Modell Gainward GeForce GTX 780 Phantom GLH
Straßenpreis etwa 650 Euro
Homepage www.gainward.com
Technische Daten
GPU GK110 (GK110-300-A1)
Fertigung 28 nm
Transistoren 7,1 Milliarden
GPU-Takt (Base Clock) 980 MHz
GPU-Takt (Boost Clock) 1033 MHz
Speichertakt 1550 MHz
Speichertyp GDDR5
Speichergröße 3072 MB
Speicherinterface 384 Bit
Speicherbandbreite 297,6 GB/Sek.
DirectX-Version 11.0
Shadereinheiten 2304 (1D)
Texture Units 192
ROPs 48
Lautstärke
Idle-Modus 36,2 dB(A)
Last-Modus 49,4 dB(A) 
Leistungsaufnahme
Idle-Modus 106,2 Watt
Last-Modus 414,2 Watt
Temperaturen
Idle-Modus 31 °C
Last-Modus 72 °C

Auch die Gainward GeForce GTX 760 Phantom ist eine ausgesprochen leise Grafikkarte mit einem starken Kühlsystem, das sich selbst vor den Sommer-Temperaturen nicht zu verstecken braucht. Leistungsmäßig gesellt sich der 3D-Beschleuniger aber nur noch in die gehobene Mittelklasse. Aktuelle DirectX-11-Titel lassen sich damit stets ruckelfrei und in guten Qualitätssettings spielen. Das dürfte auch für kommende Spielekracher gelten. Bemerkbar macht sich das vor allem aber im Preis, denn mit einem Anschaffungspreis zu Redaktionsschluss von etwa 250 Euro musste man nicht ganz so tief in die Tasche greifen wie noch beim großen Bruder. Der Aufpreis erreichte nicht ganz so große Höhen. Im Vergleich zum günstigsten GeForce-GTX-760-Ableger waren am vergangenen Mittwoch gerade einmal 30 Euro mehr zu bezahlen - ein Aufpreis, der sich in unseren Augen lohnt. 

Gainward GeForce GTX 760 Phantom
Modell Gainward GeForce GTX 760 Phantom
Straßenpreis etwa 250 Euro
Homepage www.gainward.com
Technische Daten
GPU GK104 (GK104-225-A2)
Fertigung 28 nm
Transistoren 3,54 Milliarden
GPU-Takt (Base Clock) 1072 MHz
GPU-Takt (Boost Clock) 1137 MHz
Speichertakt 1550 MHz
Speichertyp GDDR5
Speichergröße 2048 MB
Speicherinterface 256 Bit
Speicherbandbreite 198,4 GB/Sek.
DirectX-Version 11.0
Shadereinheiten 1152 (1D)
Texture Units 96
ROPs 32
Lautstärke
Idle-Modus 34,2 dB(A)
Last-Modus 49,2 dB(A) 
Leistungsaufnahme
Idle-Modus 106,9 Watt
Last-Modus 395,3 Watt
Temperaturen
Idle-Modus 33 °C
Last-Modus 70 °C

Die Gainward GeForce GTX 760 Phantom zählt dank ihres sehr effizienten Kühlsystems zu den besten GeForce-GTX-760-Grafikkarten am Markt. Der Aufpreis von 30 Euro ist auf jeden Fall zu verschmerzen. Einzig beim Lieferumfang hätten wir gerne etwas mehr gesehen. Wir zücken deswegen unseren heiß begehrten Excellent-Hardware-Award.

EH Award 

Alternativen? Bei der Gainward GeForce GTX 760 Phantom gibt es kaum Alternativen. Wer es 30 Euro günstiger haben möchte, der greift zur Palit GeForce GTX 760. Hier gibt es allerdings nur den Referenzkühler sowie die langweiligen Standard-Taktraten der NVIDIA-Vorlage. Für etwas weniger Geld - knapp 230 Euro gibt es die Jetstream-Edition des gleichen Herstellers, deren Lüfter ebenfalls zu den leisesten ihrer Art gehört, wenngleich er nicht ganz so leistungsfähig ist wie der der Gainward-Karte.

Bei der Gainward GeForce GTX 780 Phantom GLH fallen uns hingegen mehrere Alternativen ein, die allesamt deutlich günstiger zu haben sind. Da wäre zum einen die EVGA GeForce GTX 780 Superclocked ACX, die erst vor wenigen Tagen unseren heiß begehrten Excellent-Hardware-Award einheimste. Das Kühlsystem ist etwas schlanker, leistet ähnliches, kostet mit 620 Euro aber knapp 30 Euro weniger. Die Gigabyte GeForce GTX 780 WindForce 3X OC  gibt es schon für etwa 590 Euro. Sie ist allerdings deutlich langsamer getaktet.

 

Persönliche Meinung

Das Konzept der Phantom-Kühler hat mich seit dem ersten Modell überzeugt - und das nicht nur weil es zu den leistungsfähigsten und -stärksten Grafikkarten zählte. Die Tatsache, dass man jetzt auch die Rotoren einfach herausnehmen und reinigen kann, finde ich ein nettes Feature. Optisch gefallen mir die Kühler sowieso. Aber: Auch wenn die Gainward GeForce GTX 780 Phantom GLH dank ihrer hohen Taktraten bereits ab Werk mit zu den schnellsten GeForce-GTX-780-Ablegern zählt, ist mir der Aufpreis von fast 100 Euro gegenüber dem günstigsten Vertreter eindeutig zu hoch. Da greife ich lieber zu einem langsameren Modell mit ebenfalls angenehm leisem Kühlsystem und lege selbst Hand an.

Viel besser gefällt mir da die Gainward GeForce GTX 760 Phantom. Hier stimmt das Gesamtpaket mit dem Preis überein. Für Zukunft wäre ich mit diesem 3D-Beschleuniger eigentlich ganz gut aufgestellt. Ich warte aber noch immer auf die PC-Version von GTA V - dann weiß ich, ob ich nicht doch einen schnelleren 3D-Beschleuniger benötige ... ;-) (Andreas Stegmüller)