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Test: NVIDIA GeForce GTX 780

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Seite 29: Fazit

Die GeForce GTX 780 ist die logische Konsequenz aus der GeForce GTX Titan. NVIDIA fertigt die GPUs und ob die Ausbeute nun ausschließlich als GeForce GTX Titan oder Tesla K20(X) genutzt werden könnte oder nicht, die Lücke zwischen der GeForce GTX 680 und GeForce GTX Titan ist einfach zu groß, um sie ungenutzt zu lassen. Bis die ersten Desktop-GPUs auf Basis der neuen "Maxwell"-Architektur erscheinen werden, wird es sicherlich noch ein Jahr dauern und da NVIDIA im mobilen Bereich die GTX-700-Serie bereits eröffnet hat, darf natürlich auch ein Desktop-Ableger nicht fehlen. Gerüchten zufolge wird NVIDIA die GeForce-GTX-700-Serie auf dem Desktop in Kürze fortsetzen. Geplant ist wohl eine GeForce GTX 770 am 30. Mai und etwas später eine GeForce GTX 760. Diese beiden Modelle sollen allerdings nicht eine komplette Neuerscheinung sein, sondern auf Basis der GK104-GPU mit ähnlichen technischen Daten wie die Vorgänger auf den Markt kommen.

Die GeForce GTX 780 ist aus rein technischer Sicht recht einfach, wenn man die GeForce GTX Titan im Hinterkopf hat. Zwei SMX-Cluster weniger reichen bereits zur Einordnung unterhalb des High-End-Modells. Dafür kann NVIDIA beim Takt ein paar Megahertz drauflegen. Zwischen 8 und 10 Prozent liegen schlussendlich zwischen der GeForce GTX Titan und GeForce GTX 780. Der auf 3 GB halbierte Grafikspeicher macht sich erst bei extrem hohen Auflösungen und Einstellungen der Bildqualität bemerkbar. Für den Durchschnitts-Nutzer hat man zumindest keinen neuen Flaschenhals geschaffen. Modelle mit 6 GB sind laut NVIDIA zunächst einmal nicht geplant.

Im Zusammenspiel mit der gebotenen Leistung können Stromverbrauch, Temperatur und Lautstärke überzeugen. Hier zeigte allerdings bereits die GeForce GTX Titan gute Werte. Der GeForce GTX 780 ergeht es aber unter Last und bei nicht ausreichender Belüftung wie dem großen Bruder. GPU-Boost 2.0 limitiert die Karte teilweise etwas früh durch das Temperatur-Target von 80 °C. Oftmals liegt die Last dann bei nur 85 oder 90 Prozent des theoretisch Möglichen und eben dieses Potenzial wird verschenkt. Bereits mit dem heutigen Erscheinen haben einige Hersteller Varianten der GeForce GTX 780 angekündigt, die mit einem eigenen Kühler versehen sind. Einige sind auch schon bei uns eingetroffen und werden in den kommenden Tagen getestet. Dann wird sich zeigen, ob eine vermeintlich bessere Kühlung die Handbremse lösen kann.

NVIDIA GeForce GTX 780
Straßenpreis ab 640 Euro
Homepage www.nvidia.de
Technische Daten
GPU GK110 (GK104-300-A1)
Fertigung 28 nm
Transistoren 7,1 Milliarden
GPU-Takt (Base Clock) 863 MHz
GPU-Takt (Boost Clock) 902 MHz
Speichertakt 1502 MHz
Speichertyp GDDR5
Speichergröße 3072 MB
Speicherinterface 384 Bit
Speicherbandbreite 288,4 GB/Sek.
DirectX-Version 11.0
Shadereinheiten 2304 (1D)
Textur Units 192
ROPs 48
Pixelfüllrate 41,4 GPixel/Sek.
SLI/CrossFire SLI
Lautstärke
Idle-Modus 35,1 dB(A)
Last-Modus 52,1 dB(A) 
Leistungsaufnahme
Idle-Modus 104,5 Watt
Last-Modus 379,9 Watt
Temperaturen
Idle-Modus 37 °C
Last-Modus 80 °C

Der von NVIDIA aufgerufene Preis von 640 Euro wirkt auf den ersten Blick recht hoch angesetzt. Setzt man die 870 Euro für eine GeForce GTX Titan allerdings ins Verhältnis, sind 640 Euro erst einmal nicht zu viel verlangt. Man darf sich natürlich darüber streiten, ob Grafikkarten über 500 Euro überhaupt sinnvoll sind. Letztendlich ist dies aber eine persönliche Entscheidung. Jeder hat so seine Schmerzgrenze und wenn diese eben bei über 500 Euro liegt, dann gilt es zu vergleichen, was eine GeForce GTX 780 mehr leisten kann als eine 400 Euro teure GeForce GTX 680 oder 350 Euro teure AMD Radeon HD 7970 GHz Edition. Es gilt die kommenden Tage den Preisvergleich weiter zu beobachten, denn oftmals sind die unverbindlichen Preisempfehlungen nur vage Vorgaben, die mit dem Straßenpreis wenig zu tun haben müssen.

Alternativen? Kommen Dual-GPU-Systeme nicht in Frage, ist es schwierig eine Alternative zur GeForce GTX 780 zu finden. Bei den Single-GPU-Karten in Preisbereich von 640 gibt es nichts, was der GeForce GTX 780 ähnlich ist.

 

Persönliche Meinung

Die GeForce GTX Titan bot eine im Vergleich zur GeForce GTX 680 und 690 kaum gerechtfertigte Mehrleistung zum damals aufgerufenen Preis von fast 1000 Euro. Inzwischen ist der Preis etwas gesunken, aber dennoch dürften sich viele etwas schwer tun 870 Euro für eine Grafikkarte zu zahlen. Mit der GeForce GTX 780 bietet NVIDIA nun eine günstigere Alternative an, die immer noch deutlich schneller ist als das, was AMD im Single-GPU-Bereich derzeit liefern kann. Wer von einer GeForce GTX 680 kommt, sollte sich das Update allerdings noch einmal durch den Kopf gehen lassen und vielleicht bis "Maxwell" warten. Für mich ist die GeForce GTX 780 allerdings die preislich attraktivere "Titan". (Andreas Schilling)

 

Positive Aspekte der NVIDIA GeForce GTX 780:

  • sehr gute Single-GPU-Performance
  • höchste Auflösungen und Qualitätseinstellungen laufen flüssig
  • gutes Overclocking-Potenzial
  • GPU-Boost 2.0 mit neuen Optionen für den Nutzer
  • effektive und leise Kühlung

Negative Aspekte der NVIDIA GeForce GTX 780:

  • hoher Preis
  • kein "CUDA - Double Precision" möglich
  • hoher Stromverbrauch im SLI-Betrieb
  • "GPU-Boost 2.0"-Handbremse ab 80 °C