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Test: NVIDIA GeForce GTX 690

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Seite 22: Fazit

Mit der GeForce GTX 680 (Hardwareluxx-Artikel) verschaffte sich NVIDIA eine gute Ausgangsposition. Einige Nachteile der "Fermi"-Generation wie der enorme Stromverbrauch wurden eingedämmt und gänzlich ausgemerzt. Der GeForce GTX 680 konnten wir bereits ein gutes Verbrauchs/Leistungsverhältnis bescheinigen und die ersten Retail-Karten unterstreichen diesen Eindruck.

An eine Dual-GPU-Karte stellt NVIDIA besondere Voraussetzungen: Sie muss beherrschbar bleiben. Mit der GK104-GPU ist eine gute Basis geschaffen worden, die durch Selektion der Chips noch verbessert wird. Damit erreicht NVIDIA die Einhaltung einer Thermal Design Power von 300 Watt. Mit dem niedrigen Standard-Takt sind es sogar nur 263 Watt. Das sind Bereiche, in denen man sich vor nicht allzu langer Zeit noch mit einer GeForce GTX 480 und 580 bewegte. Nun aber sprechen wir von einer mehr als doppelt so hohen Performance. Der direkte Vergleich zur GeForce GTX 590 (365 Watt) und Radeon HD 6990 (375/450 Watt) verdeutlich den positiven Trend eindrucksvoll.

Auf dem Papier hat NVIDIA zwei GeForce GTX 680 auf ein PCB gepackt und die Taktraten etwas reduziert. Für die GPU geht es von 1006 auf 915 MHz herunter. NVIDIA wird aber nicht müde zu betonen, dass der "GPU Boost-"Takt von mindestens 1019 MHz nur vier Prozent unter dem der GeForce GTX 680 mit 1058 MHz liegt. In einigen Spielen liefen die beiden GPUs der GeForce GTX 690 mit 1071 MHz. Zwei GeForce GTX 680 im SLI-Gespann arbeiteten bei 1110 MHz. Somit ist die GeForce GTX 690 einem solchen System offenbar sehr dicht auf den Fersen, zumal der Speichertakt bei 1502 MHz belassen und nicht reduziert wurde.

Die Performance spiegelt die nackten Zahlen dann auch recht gut wider. In den meisten Benchmarks liegt die GeForce GTX 690 nicht einmal drei Prozent hinter dem SLI-System bestehend aus zwei GeForce GTX 680 (Test: AMD Radeon HD 7970 CrossFire vs. NVIDIA GeForce GTX 680 SLI). Das alles bei einem um 55 Watt geringerem Last-Verbrauch! Da bereits die GeForce GTX 680 für sich alleine in vielen Benchmarks vor der Radeon HD 7970 lag, kann sich die GeForce GTX 690 als derzeit schnellste Grafikkarte am Markt bezeichnen. Einziger Konkurrent ist ein CrossFire-System bestehend aus zwei Radeon HD 7970 und dies dürfte auch gleich ein Hinweis auf das sein, was uns mit der Radeon HD 7990 erwartet.

NVIDIA GeForce GTX 690
Straßenpreis ab 999 Euro
Homepage NVIDIA-Produktseite
Technische Daten
GPU 2x GK104
Fertigung 28 nm
Transistoren 2x 3,54 Milliarden
GPU-Takt 915 MHz + Boost (1058 MHz)
Speichertakt 1502 MHz
Speichertyp GDDR5
Speichergröße 2x 2048 MB
Speicherinterface 2x 256 Bit
Speicherbandbreite 2x 192,2 GB/Sek.
DirectX-Version 11.1
Shadereinheiten 2x 1536 (1D)
Textur Units 2x 128
ROPs 2x 32
Pixelfüllrate 2x 29,3 Gigapixel
SLI/CrossFire SLI
Lautstärke
Idle-Modus 35,4 dB(A)
Last-Modus 52,4 dB(A)
Leistungsaufnahme
Idle-Modus 119,4 Watt
Last-Modus 470,2 Watt
Temperaturen
Idle-Modus 34 °C
Last-Modus 77 °C

Wer nun den Kauf einer GeForce GTX 690 plant, sollte bereits einige Grundvoraussetzungen erfüllen. Dazu gehören eine möglichst potente CPU sowie die entsprechenden Settings in den Spielen. In 1680x1050 oder 1920x1080 bei Standard-Qualitätseinstellungen ist die GeForce GTX 690 (genau wie bereits eine GeForce GTX 680 und Radeon HD 7970) mehr als unterfordert. Es sind schon Auflösungen wie 2560x1600 mit hohen Anti-Aliasing-Samplings und anisotropischen Filtern notwendig, um die Karte auszulasten.

Bereits erwähnt haben wir den im Verhältnis zur Performance niedrigen Verbrauch, sowie die guten Temperaturen und Lautstärke. Für eine Dual-GPU-Karte setzt die GeForce GTX 690 neue Maßstäbe in diesen Bereichen. Konnten wir bei der GeForce GTX 680 durch die ersten Retail-Designs mit alternativer Kühlung noch deutliche Verbesserungen sehen, hat NVIDIA für die GeForce GTX 690 sicherlich bereits die Möglichkeiten weitestgehend ausgeschöpft. Es ist auch fraglich, ob wir überhaupt alternative Designs sehen werden. Bereits der Vergleich der GeForce GTX 680 mit 2 und 4 GB hat gezeigt, dass auch hier nur spezielle Anforderungen den größeren Grafikspeicher nutzen können. Somit darf man sich auch hier die Frage stellen, ob es Modelle der GeForce GTX 690 mit jeweils 4 GB pro GPU geben wird.

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Kommen wir zur entscheidenden Frage: Was kostet der Spaß? NVIDIA gibt eine unverbindliche Preisempfehlung von 829 Euro zuzüglich MwSt. heraus. Der Endkundenpreis dürfte sich also knapp unterhalb von 1000 Euro bewegen. Zwei GeForce GTX 680 sind schon für 950 Euro zu haben und bieten etwas mehr Performance. NVIDIA verschafft sich mit der Kühlung und dem Fakt, dass es sich eine einzelne Karte handelt, aber etwas Exklusivität, die durchaus ihren Preis haben darf. Den Anspruch ein Preis/Leistungssieger zu werden hatte NVIDIA mit der GeForce GTX 690 ohnehin nicht.

Positive Aspekte der NVIDIA GeForce GTX 690:

  • sehr gutes Performance/Verbrauchs-Verhältnis
  • niedrige Idle- und Last-Lautstärke
  • niedrige Idle- und Last-Temperaturen
  • Reduzierung der Mikro-Ruckler
  • DirectX 11.1
  • PCI-Express 3.0

Negative Aspekte der NVIDIA GeForce GTX 690:

  • sehr hoher Preis

excellent award

Aufgrund der enormen Performance verleihen wir der
NVIDIA GeForce GTX 690 den "Hardwareluxx Excellent Hardware"-Award.