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BFG PhysX 128 MB im Test

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Seite 6: Fazit

Insgesamt könnte die Ageias PhysX tatsächlich eine neue Ära einleuten. Der Vergleich zu den ersten 3DFx-Karten liegt nahe: Damals konnte kein Spiel etwas mit 3D-Beschleunigern anfangen, aber die ersten Spiele, die die Karte unterstützten, wurden zu Rennern, die Karte zu einem Hit. Oder war es anders herum? Waren die Spiele ein Hit, und weil die Spiele das Feature unterstützten, wurde auch die 3D-Beschleunigungskarte zu einem Megaseller?

Dies ist auch die Frage bei der PhysX-Karte. Heutzutage ist der Kauf kaum sinnvoll, auch wenn die Ergebnisse in den Demos beeindruckend sind. Für ein paar Demos und wenige Spiele lohnt es sich aber kaum, knapp 300 Euro auf den Tisch zu legen. Für die meisten Spieler wird es eher wichtiger sein, eine größere CPU oder eine schnellere Grafikkarte einzusetzen. Davon profitieren schließlich alle Spiele. Und Ageias PhysX wird somit erst dann interessant, wenn schon ein System vorhanden ist und sämtliche Spiele flüssig laufen, man aber zusätzlich zu den flüssigen Spielen eine aufwendigere Physik im Spiel erleben will.

Dafür müssen aber zunächst einmal Spiele erscheinen, die es lohnenswert machen, die Karte zu kaufen. Ghost Recon: Advanced Warfigher ist sicherlich eines davon: Das Spiel zeigt eindrucksvoll, dass die Karte einen positiven Effekt auf das Gameplay und das gefühlte Erleben des Spiels haben kann. Aber der Einfluss der Physik ist hier noch nicht offensichtlich - die Demos von Ageia sind deutlich beeindruckender. Klare Favoriten für die PhysX-Karte werden aber sicherlich mit Sacred II und Unreal Tournament 2007 erst im nächsten Jahr erscheinen, wo dann auch die Physikengine konseqent ausgenutzt werden kann.

Und schließlich gibt es da noch andere Konzepte: Havok FX kostet den Endkunden optisch zunächst keine müde Mark, eine Zusatzkarte ist erst einmal nicht notwendig. Dafür muss die Grafikkarte potenter sein, am besten man setzt auf ein SLI-System, wo die freiwerdende 3D-Leistung dann zur Physikberechnung genutzt werden kann. Doch diese zweite Grafikkarte kostet auch mindestens 300 Euro - somit ist man beim Kostenpunkt auf demselben oder höheren Niveau. Ob Havok FX das bessere Konzept ist, muss sich also in der Zukunft zeigen, wenn erste Spiele auf den Markt kommen, die diesen Standard unterstützen. Und schließlich sind da auch noch NVIDIA und ATI, die in ihre Next-Gen-GPUs auch spezielle Physikpipelines integrieren könnten.

BFG darf als einer der ersten Hersteller die Lorbeeren des Innovators mit einheimsen. Ein mutiger Schritt, denn viele Karten wird man in den nächsten Wochen sicherlich noch nicht absetzen können. Mit der Zeit werden die Karten aber sicherlich interessant. Eine Analogie ist hier zu den SSE-Erweiterungen in Prozessoren sinnvoll: Wenn Intel diese in ihre Prozessoren erstmals integriert, konnte man nur in einigen optimierten Programmen, die teilweise noch Beta-Status haben, einen deutlichen Performancegewinn sehen. Ein Jahr nach dem Launch sind aber viele Programme mit entsprechendem Code am Markt zu finden - und die neue SSE-Erweiterung bringt dann einen wirklichen Performancegewinn in sehr vielen Anwendungen. Genauso könnte es auch mit Ageias PhysX sein: Heute nur in Demos und einigen Spielen verfügbar, könnte in einem Jahr der Sinn der Karte überhaupt nicht mehr in Frage gestellt werden, weil die Unterstützung in breiter Fläche vorhanden ist.

Somit ist dieser erste Test nur eine Momentaufnahme und als Vorschau zu sehen: Es gilt, die Karte in den Grafikkarten-Testrechner der Redaktion zu setzen und bei jedem neuen Spiel, das auf den Markt kommt, entsprechend zu beobachten, wie die Physik bei Unterstützung durch die Karte beeinflusst werden kann.

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