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BFG PhysX 128 MB im Test

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Seite 1: BFG PhysX 128 MB im Test

Langweilige Computerwelt: Mit Mainboards, Prozessoren, Grafikkarten und Soundkarten kennt sich der Profi im Komponentenbereich gut aus. Aber jetzt gibt es ein neues Spielzeug, mit dem man sich auseinandersetzen kann: Physikbeschleuniger. Mit der PhysX-Karte von Ageia ist die erste Physikbeschleuniger-Karte als Hardware am Markt verfügbar und ab heute wird sie ausgeliefert und verkauft. Wir konnten bereits seit der letzten Woche einen Blick auf die Karte werfen und somit blieb etwas Zeit, sich mit der neuen Zusatzkarte und der zugrunde liegenden Technik auseinanderzusetzen.

Während Spieler also in den letzten Jahren eher auf Prozessor, Speicher und Grafikkarte achten mussten, kommt jetzt eine weitere Komponente in Betracht, um das Spiel vom ruckelnden Zustand in einen flüssigen zu bringen. Allerdings lässt sich wie immer nur in einem ausgewogenen System von einer derartigen Karte tatsächlich profitieren: Wenn die Frame-Raten schon nicht ausreichen, um das Spiel bei der gewünschten Auflösung flüssig darzustellen, kann auch eine Physikbeschleunigungskarte nicht mehr viel ausrichten. Wie immer muss also eine ausreichend dimensionierte CPU, ausreichend Speicher, eine gute Grafikkarte zur Physik-Karte hinzukommen, damit der Spielgenuß einwandfrei ist.

Für den Test erhielten wir von BFG eine PhysX-Beschleunigerkarte mit 128 MB:

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Die PhysX-Karte besitzt ein 32bit-PCI-Interface und wird in einen normalen PCI-Slot gesteckt. Eine PCI-Express-Version ist nicht verfügbar. Die Karte wird über einen Molex-Stecker mit Strom versorgt. Onboard besitzt die Karte 128 MB GDDR3-Speicher, der mit 128 bit angebunden ist und dem Physikprozessor somit eine Bandbreite von 12 GB/s bei 733 MHz Takt zur Verfügung stellt. Damit kann der 125 Millionen Transistoren große Chip insgesamt 20 Milliarden Instruktionen pro Sekunde durchführen - dies entspricht einer Maximalrate von 530 Millionen Kollisionen oder 533.000 komplexen Kollisionen. Der Chip wird in 0,13micron-Fertigung hergestellt.

BFG liefert die Karte nur mit dem notwendigsten aus:

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Neben einem BFG-Fanaufkleber findet man PhysX-Demos und eine Treiber-CD sowie ein Installationsmanual in der Verpackung. Auch ein Molex-Adapter ist enthalten, den man verwenden kann, wenn kein Stecker am Netzteil mehr frei ist. Ein Spiel findet man nicht in der Verpackung - hier hörten wir von ASUS, dass man sowohl ein Bundle mit Spiel, wie auch ein Bundle ohne Spiel ausliefern möchte. Dafür, dass die Karten wie eine Mainstream-Grafikkarte bis zu 300 Euro kosten werden, ist die Ausstattung zwar knapp - aber was sollte man einer Physikkarte zusätzlich beilegen?

In diesem Review werden wir zunächst die grundlegenden Fragen klären, die sich bei dieser neuen Technik stellen:

  • Welche Arbeit erledigt eine Physikbeschleunigerkarte? Wie funktioniert sie?
  • Welche Vorteile ergeben sich für Spiele?
  • Welche Spiele unterstützen die Karte bereits oder werden sie unterstützen?
  • Sind Benchmarks möglich bzw. welche Leistungsnachweise kann man bereits für die Karte erstellen?

In der Tat sind diese Fragen nicht einfach zu beantworten. Ageias Konzept ist zwar schon mehr als ein Jahr alt, die Hardware sollte eigentlich schon Anfang des Jahres ausgeliefert werden. Doch die Verzögerung hatte einen Grund: Wenn keine Applikationen verfügbar sind, die die Hardware ausnutzen, macht auch die beste Beschleunigerkarte keinen Sinn. Ageia musste also auf jeden Fall zunächst erst einmal abwarten, bis eine Handvoll von Spielen die Physikkarte tatsächlich unterstützen.

Beginnen wir aber mit der ersten Frage: Wie arbeitet die Beschleunigerkarte und wie funktioniert die Physikbeschleunigung?