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ATI Radeon X1900 XTX und XT im Test

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Seite 1: ATI Radeon X1900 XTX und XT im Test

Das Jahr 2005 hat ein weiteres Mal gezeigt, dass der Grafikkarten-Markt sehr dynamisch und schnelllebig ist. Es ist gerade mal rund drei Monate her, dass ATI im Oktober 2005 seine Radeon-X1000-Familie mit der damaligen High-End-Reihe Radeon X1800 vorstellte.  Allerdings war diese zum Zeitpunkt der Vorstellung bereits mit einigen Monaten verspätet. NVIDIA hatte seine GeForce-7800-Reihe bereits im Juni 2005 präsentiert und schon zum Zeitpunkt des Releases standen Retail-Grafikkarten bei den Händlern in ausreichenden Mengen zur Verfügung. Bei der ATI-Radeon-X1000-Reihe sah es anfangs mit der Verfügbarkeit leider nicht so gut aus, sodass NVIDIA seinen Vorsprung ausbauen konnte. Erst seit den letzten zwei Monaten kann man ohne große Wartezeiten ein Modell von ATI erwerben.

Trotz der großen Verspätung der Vorstellung der Radeon X1800 konnte ATI insbesondere mit seinem Flaggschif Radeon X1800 XT keinen Leistungsvorsprung im Vergleich zur NVIDIA GeForce 7800 GTX erlangen. Beide Grafikkarten sind auf ähnlich hohem Niveau, und je nachdem, welches PC-Spiel gebencht wird, schneidet die eine Grafikkarte besser ab als die andere - beide Grafikkarten halten sich aber dabei die Waage. Kurz nach der Vorstellung der Radeon-X1000-Familie hat NVIDIA Mitte November 2005 mit seinem derzeitigen Topmodell GeForce 7800 GTX 512 gekontert und diese Grafikkarte konnte mit deutlich besseren Ergebnissen aufwarten, was man auch in unserem GeForce-7800-GTX-512-Test nachlesen kann. Dass es sich bei der letztgenannten Grafikkarte um ein Prestige-Modell handelt, erkennt man an der Tatsache, dass diese Grafikkarte selbst nach zwei Monaten praktisch nicht im Handel erhältlich ist, und wenn doch, dann deutlich überteuert.

Da ATI anscheinend mit dem Abschneiden der Radeon-X1800-Reihe nicht sonderlich zufrieden ist, hat man in den letzten Wochen und Monaten intensiv an einer Nachfolger-Serie gearbeitet, die mit der Radeon-X1900-Reihe nun der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die neuen Grafikkarten basieren auf dem neuen R580-Grafikchip, der eine Weiterentwicklung der R520-GPU ist, welche bei den Radeon-X1800-Grafikkarten eingesetzt wird. ATI stellt bei der neuen Radeon-X1900-Reihe drei neue Modelle vor. Das neue Flaggschiff ist die Radeon X1900 XTX, welche gegen die NVIDIA GeForce 7800 GTX 512 antreten soll. Danach kommt die Radeon X1900 XT bzw. Radeon X1900 Crossfire. Diese Grafikkarte ersetzt die Radeon X1800 XT und soll demgemäß der NVIDIA GeForce 7800 GTX Konkurrenz machen. Anders als bei der letzten Grafikkarten-Vorstellung sollen diesmal sämtliche neuen Grafikkarten schon zu Beginn im Handel erhältlich sein, was sehr zu begrüßen ist.

Nach den Vorstellungen von ATI soll die Radeon-X1900-Reihe die Grafikkarten der Radeon-X1800-Serie völlig ersetzen. Die Grafikkarten der Radeon-X1600- bzw. Radeon-X1300-Reihe sollen hingegen weiterhin die Mainstream bzw. Low-End-Bereich abdecken. Man kann dennoch davon ausgehen, dass die Retail-Grafikkarten-Hersteller ihre Bestände der an Radeon-X1800-Grafikkarten zu günstigeren Preisen verkaufen werden, um die Lager zu leeren, sodass man möglicherweise entsprechende Modelle zum Preis einer Mainstream-Grafikkarte erhält.

Die Radeon-X1900-Grafikkarten sind mit dem neuen R580-Chip ausgestattet, der ein paar Neuerungen im Vergleich zum R520-Grafikchip liefert. Die wichtigste Neuerung der R580-GPU sind wohl die 48 Pixel Shader, was dreimal so viele sind als beim R520. Mehr dazu auf den nächsten Seiten. Das neue Topmodell Radeon X1900 XTX verfügt mit 650 MHz über den derzeit höchsten GPU-Takt von allen High-End-Grafikkarten. Der Grafikspeicher ist mit 775 MHz getaktet, was 75 MHz weniger sind als bei NVIDIAs GeForce 7800 GTX 512. Da aber die GPU 100 MHz schneller taktet und weitere Optimierungen am Chip vorgenommen wurden, kann man davon ausgehen, dass ATIs Spitzenmodell sich vor die GeForce 7800 GTX 512 setzen wird.

Das nächstfolgende Modell Radeon X1900 XT / Crossfire taktet mit 625 MHz (GPU) und 725 MHz (RAM). Etwas überraschend ist die Tatsache, dass der Grafikspeicher der neuen Radeon X1900 XT 25 MHz langsamer läuft als bei der Radeon X1800 XT. Dies ist aber kein großer Unterschied, sodass die Radeon X1900 XT durch ihre deutlich höhere Anzahl an Pixel-Shadern besser abschneiden könnte. ATI bietet eine Crossfire-Version der Radeon X1900 XT, sodass man mit einem entsprechenden Mainboard ein Crossfire-System aufbauen kann. Da die Radeon X1900 XT faktisch nur eine langsamer getaktete Radeon X1900 XTX ist, simulieren wir in diesem Test die Radeon X1900 XT, indem wir die Radeon X1900 XTX auf Taktfrequenzen der Radeon X1900 XT heruntertakten, sodass man diese Werte dann mit denen einer Radeon X1800 XT vergleichen kann. Natürlich wird die Radeon X1900 XTX auch mit den Standard-Taktfrequenzen getestet.

Nachfolgend betrachten wir den neuen R580-Grafikchip etwas genauer.