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Gigabyte 3D1 - Die Doppelherz-Grafikkarte

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Seite 18: Fazit und Empfehlungen

Wie auch bei unseren bisherigen SLI-Reviews gelten auch mit der Gigabyte 3D1 die gleichen Kritikpunkte. Das ist kein Wunder, denn die Karte besitzt natürlich zunächst einmal dieselben Schwächen:

  • Unterstützung des Spiels durch den ForceWare-Treiber

Der erste Kritikpunkt war der Treiber - denn die SLI-Anwendungen müssen vom ForceWare unterstützt werden, um die Grafikkarten in einen SLI-Modus zu versetzen. Diese Unterstützung muss somit für jedes Spiel gegeben sein, auch wenn NVIDIA nach eigenen Angaben bereits 50 Spiele und Anwendungen im ForceWare 66.93 unterstützt. Das im Treiber hinterlegte Profil bestimmt, ob der SLI-Mode im Alternate Frame Rendering (AFR) oder Split Frame Rendering (SFR) ausgeführt wird. Ein eigenes Profil kann offiziell noch nicht erstellt werden, sodass NVIDIA für jedes neu erscheinende Spiel auch den passenden neuen Treiber liefern muss. Dies müsste dann bestenfalls im gleichen Tag geschehen, damit der Gamer nicht eine Woche mit dem neuen Game vor seinem SLI-System verbringt und darauf warten muss, dass der entsprechenden Treiber erscheint.

In der Zwischenzeit ist es aber auch möglich, das System für alle Spiele und Anwendungen auf den SLI-Modus festzulegen. Möglich wird dies durch die inoffiziellen ForceWare 71.20 Treiber und die nachfolgenden ForceWare-Treiber und den Registry Eintrag CoolBits 2. Der Benutzer kann das System dann auf den SLI-Mode festlegen und alle 3D-Anwendungen werden im SFR (Split Frame Rendering) Modus ausgeführt. Wenn man den AFR (Alternate Frame Rendering)-Modus ausführen möchte, muss ein Profil angelegt werden. Dazu muss die Datei "NvApps.xml" im Verzeichnis "/Windows/System32" editiert werden:

<PROFILE Label="Name des Spiels">
<APPLICATION Label="Dateiname der exe-Datei"/>
<PROPERTY Label="multichip_rendering_mode" Value="1 für AFR, 2 für SFR, 4 für Single GPU" Itemtype="predefined"/>
</PROFILE>

Allerdings kann kein stabiler Betrieb des Systems gewährleistet werden - es handelt sich praktisch um einen Treiberhack, den natürlich weder NVIDIA noch der Spielehersteller in irgend einer Form verifiziert haben. Über den Erfolg und Misserfolg dieser Methode sind noch einige Tests notwendig.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Das zweite Problem der Karte ist neu - die Gigabyte 3D1 kann im Moment nur auf einem Gigabyte K8NXP-SLI eingesetzt werden. NVIDIA hat Gigabyte hier vermutlich noch einen weiteren Stein in den Weg gelegt. Dass SLI aufgrund des Treibers nur auf einem nForce 4 SLI-Board funktioniert, war schon bekannt. Hierzu haben sich die Kollegen von Anandtech ein paar Gedanken gemacht und einen Weg gefunden, ein nForce4 Ultra-Mainboard zu einem nForce4 SLI-Mainboard zu modifizieren. Nur drei Brücken rund um den Chipsatz sind dabei bei der SLI-Variante mehr geschlossen als beim nForce4 Ultra. Mit dem bekannten Bleistifttrick, war es nun möglich diese Brücken zu schließen. Nachdem auch die Jumper auf den SLI-Mode gesetzt wurden, war ein problemloser SLI-Betrieb möglich. Dabei wurden aber nicht wie bei SLI üblich die PCI-Express-Lanes in x8/x8 aufgeteilt, sondern es war nur ein Betrieb mit x16/x2 möglich.

Bei der Gigabyte 3D1-Karte testeten wir den Betrieb mit einem ASUS A8N-SLI ohne Erfolg - hier bootete das System noch nicht einmal. Es scheint also tatsächlich bislang nur möglich zu sein, die 3D1 im Set mit dem Gigabyte-Mainboard einzusetzen. Das schränkt den Käufer natürlich extrem ein - nicht nur beim Kauf des Mainboards, sondern auch beim Aufrüsten des Systems. Wenn es möglich wäre, die Karte in einem normalen x16-Mainboard zu verwenden, so wäre dies sicherlich empfehlenswerter - doch dies wird NVIDIA wohl nicht zulassen, um die SLI-Technik nicht auch für Mainboards mit Intel-, VIA- oder anderen Chipsatzherstellern zu öffnen.

Erschwerend für den SLI-Betrieb kommt hinzu, dass manche Games, die den SLI-Betrieb nicht unterstützen, langsamer ablaufen, wie die gleiche Konfiguration mit nur einer Grafikkarte. Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass SLI zwar nicht aktiviert ist, der Treiber aber trotzdem die beiden Grafikkarten adressiert und so die CPU-Last steigt. Diesen Effekt versucht Gigabyte mit einem höheren Speichertakt zu begegnen - mit Erfolg, denn die Karte ist in den meisten Spielen knapp schneller als eine einzelne 6600 GT-Karte, wenn SLI nicht unterstützt wird. Wird SLI unterstützt, ist die Karte dann auch etwas schneller als das normale 6600 GT-Duo.

Verbessern muss Gigabyte noch am Gigabyte K8NXP-SLI, weshalb man zur bereits guten Performance der Gigabyte 3D1 noch zwei bis drei Prozent hinzurechnen muss. Das Board besitzt im Vergleich zum ASUS A8N-SLI Deluxe eine deutlich schlechtere Speicherbandbreite des Mainboards, die wir wie beim Punkt Testsystem angesprochen auch nicht mit Tricks verbessern konnten. Aus diesem Grund sind die Benchmarks im Vergleich etwas ungenau - dies bitten wir zur berücksichtigen. Die Karte hätte sicherlich auf einem schnellen Board noch besser ausgesehen. Hier kann Gigabyte aber sicherlich mit einer der nächsten Bios-Versionen noch nachlegen.

Positive Punkte der Gigabyte 3D1:

  • gute Performance in durch SLI-unterstützte Anwendungen
  • gute Overclocking-Möglichkeiten

Negative Punkte der Gigabyte 3D1:

  • recht hoher Stromverbrauch
  • an Gigabyte K8NXP-SLI-Mainboard gekoppelt
  • in den meisten Anwendungen nicht schneller als NVIDIA GeForce 6800 GT-Karten
  • wird SLI nicht unterstützt, wird nur die Leistung einer normalen 6600 GT erreicht 

Die Frage nach dem Preis wäre noch zu beantworten. Im Set mit dem K8NXP-SLI wird die Gigabyte 3D1 knapp 500 Euro kosten. Geht man davon aus, dass der Preis auf der Straße noch etwas niedriger ist und zieht man knapp 150 Euro für das gut ausgestattete Board ab, dann darf man für die Karte knapp 300 Euro berappen. Damit liegt man etwas unter einer GeForce 6800 GT - und das wäre durchaus in Ordnung, da die Karte ja nur in einigen Spielen SLI tatsächlich unterstützt. Die bessere Flexibilität bietet jedoch die GeForce 6800 GT - denn trotz SLI-Board fällt das Upgrade durch eine zweite Karte ab.

Wie sich die Dual-GeForce 6600 GT-Lösung am Markt schlägt, bleibt also abzuwarten - vielleicht schafft man es ja noch, die Karte auch für andere Chipsätze fit zu machen, in dem Fall könnte sie durchaus interessant werden.

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