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Sapphire Radeon X800XL

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Seite 19: Fazit und Empfehlungen

Schaut man sich die Benchmarks an, so bekommt man einen Eindruck vom aktuellen ATI-Lineup: Die X850XT PE ist die aktuelle High-End-Karte, knapp dahinter kommt der bisherige Spitzenreiter X800XT. Die X800XL aus dem heutigen Test setzt sich in ungefähr demselben Abstand direkt hinter die X800XT. Die anderen alten und neuen Karten - die X850 XT, die X850 Pro und die X800 sowie die X800 Pro werden sich jeweils noch hinzugesellen, mit geringem Performance-Abstand. Aber macht es überhaupt Sinn, sieben X8xx-Modelle zu präsentieren, wenn der Performanceabstand in vielen Bereichen gar nicht mal so groß ist?

Sicherlich liegt zwischen der X800 Pro und der X850XT Platinum Edition ein deutlicher Unterschied, aber gerade zwischen den Top-Karten mit 16 Pixelpipelines ist der Unterschied doch recht gering. Ob man nun eine X800XL für angedachte 299$ empfohlener Endkundenpreis erwirbt oder auf die fast doppelt so teure X850XT PE setzt, ist im Endeffekt nur noch ein finanzieller, aber weniger ein leistungsmäßiger Unterschied. Die X800XL hat bis auf die Overdrive-Funktionen alle Features der großen Karte, was Video-Encoding und die sonstigen Funktionen angeht. Und Overdrive bekommt man bei Sapphire beispielsweise auch über das Redline-Tool. Wer also nicht unbedingt zwei DVI oder die allerbeste Performance benötigt, ist mit der X800XL also sehr gut bedient.

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Etwas abzuwarten bleibt noch die Übertaktungsmöglichkeiten, die sich mit dem neuen 110-nm-Kern ergeben. Hier haben wir deutlich mehr erwartet und sind etwas enttäuscht, dass der 400 MHz getaktete Kern nur knapp 450 MHz erreicht hat, wenn ATI den 130-nm-Kern bereits auf 590 MHz beschleunigen konnte. Aber eventuell bekommt man die Fertigung des R430 noch etwas in den Griff und die nächsten Modelle können deutlich höher getaktet werden - hier hilft nur abwarten.

Sapphire hätte gut daran getan, der Radeon X800XL eine etwas bessere Kühlung zu verschaffen. Zwar ist die Karte von der Leistungsaufnahme etwas genügsamer als eine X800XT, aber durch den kleinen Lüfter ist die Karte dann doch recht laut. Hier hätte ein etwas größerer Lüfter und eine großere Kühlerfläche sicherlich geholfen, um eine richtig schöne, leise Grafikkarte zu bauen, die auch ausreichend gekühlt wird. Vielleicht rüstet Sapphire hier noch nach und vermarktet eine X800XL-Variante auf Basis der Toxic-Serie mit einer schickeren Kühlung.

Ob es nun ATI oder NVIDIA sein muss, kann der Kunde nur anhand seiner Lieblingsspiele entscheiden - mal hat ATI die Nase vorne (z.B. FarCry und X2), mal liegt NVIDIA vorne (Doom 3 und Unreal Tournament 2004). So zieht sich dies durch sämtliche am Markt befindliche Spiele. Während bei NVIDIA die GeForce 6800 GT deutliche Power vermittelt und im Preisbereich über 300 Euro führend ist, kann ATI im Preisbereich darunter punkten. Die X800XL liegt hier praktisch perfekt. Wer noch weniger ausgeben möchte, der hat noch die Auswahlmöglichkeiten zwischen der X800 oder NVIDIAs GeForce 6600 GT-Serie - hier sind wir gespannt auf den Leistungsvergleich, wenn uns eine X800-Karte vorliegt.

Positive Punkte der Sapphire Radeon X800XL:

  • sehr gute Performance
  • kein seperater PCI-Express-Stromanschluss notwendig
  • Redline-Tool zum Übertakten der X800XL (über Catalyst nicht möglich)
  • sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis

Negative Punkte der Sapphire Radeon X800XL:

  • unter Last recht hoher Stromverbrauch
  • lauter Lüfter

Im Endeffekt wird die X800XL wohl die GeForce 6800 GT von NVIDIA: Sie besitzt die vollen Pipelines und Features, nur die Taktraten sind etwas niedriger, dafür ist der Preis aber deutlich attraktiver. Die Sapphire-Lösung kann qualitativ gefallen - und da die Karten des größten ATI-Abnehmers im Handel auch recht günstig zu haben sind, wird die Radeon X800XL sicherlich auch in viele Gamer-Rechner wandern.

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