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ATI X700-Serie - die Technik

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Seite 2: Produktionstechnisches, Pipelines und Taktrate

Beginnen wir mit einer direkten Gegenüberstellung der beiden Kontrahenten - der 6600-Serie von NVIDIA und der X700-Serie von ATI :

Die Taktraten für die X700-Serie änderte ATI noch einmal kurz vor dem Launch, aber bei einem Blick in die Details fällt auf : Die X700-Serie darf man nicht unterschätzen. Bei einem direkten Vergleich der X700XT mit der GeForce 6600GT sieht man, dass ATI in vielfältiger Hinsicht die Nase knapp auf dem Papier vorne hat. Der Speichertakt und damit die zur Verfügung stehende Bandbreite ist besser als bei der GeForce 6600 GT, da beide ein 128 bit Speicherinterface nutzen. Die GeForce 6600GT nutzt zwar 256 MB RAM, aber in den meisten Fällen kommt hier kein Vorteil zustande, wenn nicht eine sehr hohe Auflösung mit 4xAA und 16xAF gewählt wird. Alle High-End-Chips nutzen aktuell GDDR3 und auch die X700 wird auf diesen Standard setzen - somit ist die GeForce 6600 die einzige Karte, die auf normales DDR-SDRAM setzt. Selbst die kleinste X700 setzt auf GDDR3-Speicher, was dafür spricht, dass ATI die Preise für GDDR3 in der Zukunft ebenso als akzeptabel für den unteren Midrange-Bereich sieht.

Auch bei der Füllrate ist ATI auf einem Niveau mit NVIDIA, denn bei der gleichen Anzahl an Pixel-Pipelines liegt man aufgrund der fast identischen Taktung praktisch auf einem Niveau. Die Vertex-Performance der X700 wird sehr viel besser sein als die der GeForce 6600GT, wenn es sich tatsächlich um sechs vollwertige Vertex-Pipelines handelt. Bei NVIDIA fällt dies aufgrund der anderen Vertex-Struktur nicht so stark ins Gewicht, auch wenn hier praktisch nur zwei Vertex-Shader vorhanden sind - der Dritte wird im Endeffekt über zusätzliche Buffer innerhalb der Vertex-Shader erreicht.

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Im Gegensatz zu den NVIDIA-Karten wird die ATI-Karte nicht für den AGP-Bus auf den Markt kommen. Es handelt sich um einen reinen PCI-Express-Chip, zudem NVIDIA hat man keine HSI-Bridge, um diese nachträglich wieder auf AGP zurück zu wandeln. Somit wird man im AGP-Bereich weiter auf die Radeon 9800-Serie oder zur X800-Serie zurückgreifen müssen.

Produktionstechnisch könnte ATI die Nase vorne haben : Man produziert die Karte in einem 110nm-Produktionsverfahren bei TSMC. Hier hat man schon knapp 1 Million GPUs geordert und ausgeliefert - die X300-Serie wurde nämlich auch schon in dem 110nm-Prozess gefertigt und TSMC hat hier gute Arbeit geleistet. Während NVIDIA also mit der GeForce 6600GT als erster 110nm-GPU Neuland betritt, ist es wahrscheinlicher, dass ATI aufgrund der Erfahrung mit der Technik besser zurecht kommt - und eventuell bei den verfügbaren Stückzahlen wieder die Nase vorne hat. Und man produziert im Vergleich günstiger und etwas einfacher : 110 Millionen Transistoren sind 36 Millionen weniger, als NVIDIA für die Mid-Range-Karte benötigt.

Einziger Nachteil, der aus der oberen Grafik zu sehen ist, ist das Fehlen der Pixel- und Vertex-Shader 3.0, die in den X700-Kernen natürlich ebenso noch nicht vorhanden sind. Allerdings kann man sich streiten, ob die Shader 3.0 nun wirklich Vorteile bringen. NVIDIA meint natürlich ja und präsentiert demnach mit FarCry-Versionen und zukünftigen Shader 3.0-Spielen immer wieder Gründe, warum man auf Shader 3.0 setzen sollte. Aktuell kommen derartige Spiele aber noch in homöopathischen Dosen und alle laufen genauso gut auf Shader 2.0-Routinen - deshalb braucht sich der Spieler theoretisch noch keinen Kopf um derartige Dinge zu machen. Wird dies akut, so hat ATI für die Zukunft sicherlich auch einen Shader 3.0 unterstützenden Chip in der Tasche.

Natürlich interessiert uns auch ein Blick auf die weiteren Features - und schlussendlich die Performance. Zunächst aber zu neuen Treiberfeatures...