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Der SLI-Test Teil 2

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Seite 2: Die Grafikkarten, die Stromaufnahme, die Temperaturen und die Lüfterlautstärke

Zunächst wollen wir einen Blick auf die SLI-fähigen Grafikkarten werfen und deren technische Details vergleichen. NVIDIA bietet für den PCI-Express-Bereich bereits einige Grafikkarten an (z.B. GeForce 6600GT, GeForce 6200), aber nur die folgenden drei Modelle unterstützen die SLI-Technik offiziell:
 

Da uns leider keine NVIDIA GeForce 6800 GT-Karte vorlag, takteten wir einfach unsere zwei GeForce 6800 Ultra Karten auf die entsprechenden Werte. Bei der Betrachtung der Taktraten fällt jedoch auch auf, dass NVIDIA für die PCI-Express-Variante der GeForce 6800 Ultra 25 Mhz mehr GPU-Takt bietet. Die Karten sind standardmäßig mit 425 / 550 Mhz getaktet gegenüber 400 / 550 Mhz bei den AGP-Karten. Es ist also abzusehen, dass die GeForce 6800 Ultra-Karten hier etwas besser performen werden im Vergleich zur AGP-Konkurrenz.

Während die GeForce 6800 GT und Ultra-Karten noch nicht am Markt verfügbar sind und wir deshalb Referenzkarten von NVIDIA bekamen, sind die GeForce 6600GT-Karten bereits verfügbar. Hier stellte uns ASUS zwei GeForce 6600GT mit dem Namen ASUS Extreme N6600GT zur Verfügung.

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Innerhalb der GeForce 6800-Serie sind keine großen Unterschiede zu erkennen. Nur in den Taktraten von GPU und Speicher unterscheiden sich die GeForce 6800 Ultra und GeForce 6800 GT. Größere Unterschiede auch in der Anzahl der Pipelines etc. sind erst bei der GeForce 6600 GT zu erkennen. Ebenfalls kurzzeitig auf dem asiatischen Markt aufgetaucht ist eine NVIDIA GeForce 6200 mit SLI Connector. Dieser war aber nicht aktiv und so ist die Karte nicht SLI-fähig. Ob hier Hersteller teilweise auch andere Karten mit einem aktiven SLI-Port ausstatten werden, bleibt abzuwarten.

Besonders interessant an einem SLI-System dürfte der Stromverbrauch sein. Im Idle Betrieb zeigt sich das System noch recht sparsam, auch mit einer High-End Karte. Die hier gemessenen Werte weichen allerdings von dem unseres bisherigen PCI-Express-Testsystems ab, da wir zum einen eine andere Plattform verwenden (Athlon 64 3500+ statt Pentium 4 Extreme Edition 3.4 Ghz), als auch als entscheidendes Kriterium ein anderes Netzteil (SilverStone SST-ST52F 520W gegenüber Antec TruePower 550W). Da Netzteile einen anderen Wirkungsgrad haben und hier das Antec besser zu sein scheint, sind die Werte nicht direkt vergleichbar, sondern dienen nur als Anhaltspunkt.

Stromverbrauch idle (Gesamtsystem)

Unter Last steigt der Stromverbrauch des Gesamtsystems dann deutlich an.

Stromverbrauch Last (Gesamtsystem)

Zwei 6600GT erreichen praktisch den Wert einer GeForce 6800 Ultra unter Last, liegen aber über einer GeForce 6800 GT. Die GeForce 6800-Karten im SLI-Modus durchbrechen dann die Schallmauer, die GeForce 6800 Ultra kommt im SLI-Modus auf beeindruckende 318 Watt Stromaufnahme - und dabei setzen wir noch nicht einmal einen stromfressenden Athlon FX55 oder einen Pentium 4 Prescott ein, sondern nur einen normalen Athlon 64 3500+.

Das ist auch der Grund, warum man sich Gedanken über das Netzteil machen sollte. ASUS stellt hier für das A8N-SLI folgende Rechnung an :

Gemäß der PCI Express Spezifikation kann ein PCIe x16 Slot bis zu 75 Watt konsumieren. Sollte die Versorgung komplett aus der 12V Leitung erfolgen, so würde 75W / 12V = 6.25A gelten. Bei Verwendung von 2x PCIe Grafikkarten im SLI Modus würde die Belastung somit max. 12.5A betragen.
 
ATX Netzteile mit 20 Pins besitzen lediglich eine 12V Leitung und es ist somit problematisch die kompletten 12.5A durch eine einzelne 12V Verbindung zu schicken, ein Ausbrennen ist möglich. Der reale Konsum von 2x 6800Ultra unter Volllast beträgt ca. 14.8A.
 
ATX Netzteile mit 24 Pins besitzen 2x 12V Leitungen, so dass jede Leitung jeweils 6.25A bedienen kann. 
ASUS EZPlug bindet eine zusätzliche 12V Leitung direkt an die PCIe x16 Slots an, so dass auch weiterhin ATX 20-Pin Netzteile verwendet werden können.
 
Im Realbetrieb werden folgende Werte zu messen sein:

  • +12V für AMD Athlon64 FX-55 VCore = 8.6A
  • +12V via onboard für 2x Nvidia 6800Ultra = 8.8A
  • +12V per EZPlug für 2x Nvidia 6800Ultra = 6A

Kompletter Bedarf auf 12V = 8.6 + 8.8 + 6 = 23.4A
23.4A x 12V = 280.8W

Aus diesem Grund empfiehlt ASUS Netzteile um 450 bis 500 W. Wir testeten zunächst mit einem Enermax CoolerGiant EG485AX-VHB(W) 480Watt-Netzteil, allerdings kam es mit der GeForce 6800 Ultra weiterhin zu Abstürzen. Erst ein 520W-Silverstone-Netzteil hatte genügend Power, um das SLI-System stabil mit Strom zu versorgen.

Weiter geht es mit der Lüfterlautstärke. Hier haben wir mit einem Schalldruckmessgerät nachgemessen - allerdings nicht, um tatsächliche db-Werte zu ermitteln, sondern um eine Tendenz festzuhalten. Da wir kein Messequipment für mehrere tausend Euro samt schallisoliertem Raum oder Ähnlichem unser Eigen nennen, haben wir unter bestmöglicher Isolierung mit einem normalen Schalldruckmessgerät aus nächster Entfernung gemessen. Die gemessenen Zahlen werden zwar vom Messgerät als db-Werte ausgegeben, sind aber nur aus einem Abstand von 5 cm gemessen worden, was somit nicht der Norm entspricht. Trotzdem kann man hier sagen, dass Karte A leiser / lauter ist als Karte B.

Auch die Lautstärke eines SLI-Systems steigt mit dem Betrieb von zwei Grafikkarten deutlich an. Die GeForce 6600 GT ist im Vergleich aber auch im SLI-Modus noch sehr leise, was allerdings auch daran liegt, das ASUS hier keinen Referenzlüfter verwendet, sondern einen eigenen, leisen Lüfter einsetzt. Das kann natürlich auch ein Hersteller mit den GeForce 6800-Karten machen und dann entsprechend leisere Versionen bauen. Das Testsystem ist mit den 6800 Ultra-Karten aber schon eine richtige Lärmbelästigung.

Lautstärke Lüfter

Maßgeblich für die Lautstärke des Gesamtsystems ist neben der Geräuschentwicklung der Grafikkartenlüfter auch die Notwendigkeit einer Gehäusebelüftung. Wie nötig diese im Betrieb mit zwei NVIDIA GeForce 6800 wird, zeigt die Tatsache, dass die erste Grafikkarte deutlich wärmer wird als die zweite, da deren Kühler nur wenig Platz für das Ansaugen von frischer Luft hat.

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Temperaturprobleme gab es hingegen im Test keine.