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Aerocool Dead Silence DS 230 im Test - ein intelligentes Silentgehäuse - Fazit

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Seite 7: Fazit

Farbenfrohe Modelle prägten die Dead Silence-Serie von Anfang an. Der neue Ansatz beim DS 230 hat sowohl für Aerocool als auch für die Kunden klare Vorteile. Dank mehrfarbiger Beleuchtung muss Aerocool nicht mehr verschiedene Farbvarianten anbieten und die Nutzer können die Beleuchtungsfarbe einfach per Knopfdruck ändern. Dass sich die Farbe im PWM-Modus auch noch automatisch ändert und damit über die Regelstufe der Lüfter informiert, ist eine nette und nützliche Zugabe. Dabei leuchten die LED-Streifen hell genug, um aufzufallen, aber nicht so grell, dass sie stören würden. 

Das Beleuchtungssystem bedingt ein Stück weit auch das Design des Gehäuses, vor allem den Kunststoffsockel. Trotzdem wirkt das DS 230 unbeleuchtet mit seiner klaren, kantigen Form alles andere als aufdringlich. Die Innenraumgestaltung hinterlässt einen etwas zwiespältigen Eindruck. Aerocool setzt auf einen modernen Aufbau, der den Laufwerksschacht auflöst und das Netzteil ausblendet. Solange die fünf Laufwerksplätze ausreichen, hat beides unbestreitbare Vorteile. Auf der anderen Seite zeigt sich Aerocool aber bei einigen Details knauserig. Erweiterungskarten werden mit einfachen Schrauben installiert, Ummantelungen für das Kabelmanagement gibt es nicht und selbst die Festplattenentkopplung wurde gestrichen. Sicher werden gerade Silententhusiaten Festplatten gezielt durch SSDs ersetzen, zumindest eine einfache HDD-Entkopplung über Gummiringe sollte bei einem Silentgehäuse aber doch selbstverständlich sein. 

Generell tut sich das DS 230 mit Blick auf die Silent-Tauglichkeit etwas schwer. Die hohe maximale Drehzahl des vorinstallierten Lüfters wäre dabei eigentlich nicht das Problem. Bei nur einem vorinstallierten Lüfter schwächelt aber die Kühlleistung so deutlich, dass der Heckrotor zumindest unter Last deutlich höher drehen muss, als man es sich bei einem Silentgehäuse wünscht. Immerhin stehen genug optionale Lüfterplätze zur Verfügung, so dass Abhilfe geschaffen werden kann. Auch die Anbindung zusätzlicher Lüfter an die Lüftersteuerung ist kein Problem, schließlich stellt sie insgesamt sieben Anschlüsse bereit. Wenn die Lüfterbestückung gut auf Kühlleistung und Lautstärke hin abgestimmt wird, sollte das DS 230 schließlich auch vom silent-optimierten Aufbau und den Schalldämmmatten profitieren. Formal bietet sich auch eine Nutzung als Wasserkühlungsgehäuse an. Der Deckelradiatorenplatz ist aber praktisch nur eingeschränkt nutzbar. Der wichtigste Radiatorenplatz ist damit der Frontradiatorenplatz (280 oder 360 mm).

Aerocool Dead Silence DS 230

Prinzipiell gibt es im Preissegment des DS 230 Gehäuse, die konsequenter auf den Wasserkühlungseinsatz hin ausgelegt sind. Dazu gehört beispielsweise das E-ATX-Modell Phanteks Enthoo Pro (bzw. auch die M-Variante) oder auch Fractal Designs Define S. Wer hingegen eher auf den luftgekühlten Silenteinsatz aus ist, kann über bewährte Alternativen wie das Fractal Designs Define R5 nachdenken.

Kaum ein Gehäuse schafft es aber, als Silentmodell gleichzeitig optisch so aufzufallen wie Aerocools DS 230. Wer das Kühlsystem noch selbst etwas optimiert, erhält einen soliden Midi-Tower mit eigenständigem Design, weitgehend modernem Innenleben und einem außergewöhnlichen Beleuchtungssystem. 

Positive Aspekte des Aerocool Dead Silence DS 230:

  • effektvolle, mehrfarbige Beleuchtung; darüber auf Wunsch auch Anzeige der PWM-Regelstufe
  • moderner und geräumiger Innenraum
  • PWM-Lüftersteuerung mit sieben Lüfteranschlüssen
  • bis zu sechs Lüfterplätze nutzbar, mit Einschränkungen auch für Wasserkühlung nutzbar
  • I/O-Panel gut erreichbar und gut bestückt

Negative Aspekte des Aerocool Dead Silence DS 230:

  • Kühlleistung im Auslieferungszustand, dadurch gegebenenfalls hohe Lüfterdrehzahl nötig
  • vergleichsweise wenige Laufwerksplätze
  • werkzeuglose Montage nur für 3,5-Zoll-Laufwerke, einfache Schraubmontage für Erweiterungskarten/2,5-Zoll-Laufwerke
  • keine Ummantelungen an Kabeldurchführungen