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Die Mini-ITX-Premiere Fractal Design Define Nano S im Test - Fazit

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Seite 7: Fazit

Als Fractal Design das Define Nano S vorstellte, reagierten einige unserer Leser eher negativ. Für ein Mini-ITX-Gehäuse war ihnen das jüngste Define-Modell schlicht zu groß. Auch bei Fractal Design selbst kam wegen der Größe einige Kritik an. Das Unternehmen hat deshalb extra noch einmal betont, dass das Define Nano S ganz bewusst nicht als besonders kompaktes Mini-ITX-Gehäuse entworfen wurde, sondern dass es vor allem möglichst vielseitig einsetzbar sein soll.

Diesem Anspruch wird das Gehäuse weitgehend gerecht. Wie so oft sind die Angaben zu den Radiatorenplätzen allerdings mit einiger Vorsicht zu genießen. Vor allem der 240-mm-Radiatorplatz im Deckel wird schnell zum Problem. Höhere Bauteile am Mainboard können dem Wärmetauscher im Weg sein. Das gilt speziell für Arbeitsspeichermodule mit hohen Heatspreadern, aber auch für Tochterplatinen, wie ASUS sie bei den beliebten Impact-Mainboards nutzt. Beim Frontradiator spielt die Bauhöhe hingegen weniger eine Rolle. Solange nicht gleichzeitig eine lange Grafikkarte genutzt werden soll, darf er den Platz hinter der Front ausreizen. Dass dieser Radiatorenplatz (innerhalb der angegebenen Grenzen) auch für 280-mm-Radiatoren geeignet ist, ist letztlich die wichtigste Besonderheit des Gehäuses. Für ein Mini-ITX-Gehäuse ist schon ein 240-mm-Radiatorenplatz bemerkenswert - einen 240- und einen 280-mm-Radiatorplatz stellen aber nur wenige Konkurrenzmodelle zur Verfügung. Fractal Design geht sogar noch einen Schritt weiter und bietet sogar Montagelösungen für den Ausgleichsbehälter und die Pumpe an. Das kennt man sonst fast nur von Phanteks.

Zum Ausgleich für den wasserkühlungsfreundlichen Ausbau müssen allerdings einige Abstriche bei den Laufwerksplätzen hingenommen werden. Klassische Laufwerkskäfige gibt es nicht. Die Laufwerke müssen stattdessen mit verschiedenen Laufwerksträgern verschraubt werden und ein 5,25-Zoll-Laufwerk findet gleich gar nicht Platz. Durch die geschlossene Front wird zudem die Reinigung des Frontstaubfilters etwas erschwert. Dass sich der Bodenstaubfilter nach vorn herausziehen lässt, fällt deshalb umso positiver auf. Im Innenraum ist genug Platz, um anstelle einer Wasserkühlung auch einen mittelhohen Towerkühler installieren zu können. 

Mit Blick auf die Radiatorenplätze noch großzügiger als das Define Nano S zeigt sich das frisch vorgestellte NZXT Manta. Formal bietet es sogar zwei 280-mm-Radiatorenplätze. Mit 245 x 426 x 450 mm (B x H x T) überragt dieses Modell dann aber tatsächlich selbst manches Micro-ATX-Gehäuse. NZXT hat uns bereits ein Testsample zukommen lassen. Im Manta-Test wird es dann auch einen ausführlicheren Vergleich zwischen den beiden Maxi-Mini-ITX-Gehäusen geben. Dem Define Nano S preislich näher ist das Phanteks Enthoo Evolv ITX (wir haben bisher nur das größere Micro-ATX-Geschwistermodell Enthoo Evolv gestetet). Es wird zu einem ähnlichen Preis wie das Fractal Design-Modell verkauft und ist Phanteks-typisch ebenfalls vor allem für den Wasserkühlungseinsatz gedacht. Zwei Dual-Radiatorenplätze (mit der 280-mm-Option im Deckel) und Montageoptionen für Pumpe und AGB werden auch bei diesem Modell geboten, dazu kann das Enthoo Evolv ITX mit der etwas nutzerfreundlicheren Montage aufwarten. Was das Define Nano S in diesem Trio aber einzigartig macht, sind letztlich vor allem die Silentoptimierungen inklusive der Schalldämmung.

Als flachere und günstigere Alternative zum Define Nano S bietet Fractal Design selbst das Core 500 an. Diese Modell stellt zudem auch noch einen 5,25-Zoll-Laufwerksplatz bereit und ermöglicht unter dem Deckel zumindest die Installation eines flachen Dual-Radiators. Wer nicht nur eine AiO-Kühlung, sondern eine Eigenbau-Wasserkühlung nutzen möchte, wird mit dem Define Nano S aber in aller Regel mehr Freude haben.

Fractal Design zeigt mit dem Define Nano S, dass sich Mini-ITX und leistungsstarke Wasserkühlung nicht ausschließen müssen. Wer mit dem Mini-Tower-Format leben kann, erhält ein bemerkenswert wasserkühlungsfreundliches Mini-ITX-Gehäuse. Dabei hat der Hersteller die Wurzeln der Define-Serie nicht vergessen und auch das kleinste Define-Modell auf einen leisen Betrieb hin optimiert. Nur das Herunterregeln der Lüfter bleibt dabei dem Nutzer überlassen. Weil Fractal Design das kleinste Define-Modell schließlich auch noch zu einem attraktiven Preis anbietet, reicht es insgesamt knapp für die Auszeichnung mit unserem Exzellent Hardware-Award.

Fractal Design Define Nano S

Positive Aspekte des Fractal Design Define Nano S:

  • Mini-Tower mit guten Kühloptionen, Platz für zwei Dual-Radiatoren
  • Montagelösungen für Pumpe und Ausgleichsbehälter
  • Silent-Maßnahmen
  • zumindest für mittelhohe Towerkühler geeignet
  • Staubfilter vor Lufteinlässen, solides Kabelmanagement

Negative Aspekte des Fractal Design Define Nano S:

  • Lüftersteuerung wurde gestrichen
  • keine externen Laufwerksplätze, Frontstaubfilter nicht leicht zugänglich