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Lian Li PC-X510 im Test - ein Luxusgehäuse alter Schule - Fazit

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Seite 7: Fazit

Selbst für einen Hardwareluxx-Redakteur ist es nicht Alltag, zwei Gehäuse der 450-Euro-Klasse fast parallel zu testen. Bevor es ans Eingemachte geht, deshalb noch eines vorweg: Natürlich sind so teure PC-Gehäuse ein Luxus, den sich nur ein kleiner Käuferkreis leisten kann und will. Sieht man über das Gehäusesegment hinaus, erscheinen 450 Euro für eine PC-Komponente aber auf einmal gar nicht mehr ganz so extrem. Eine aktuelle High-End-Grafikkarte wird beispielsweise schnell noch deutlich mehr kosten, ist aber eine Investition, deren Wirkung viel schneller verpufft. Während ein gutes PC-Gehäuse locker mehrere Jahre lang genutzt werden kann, wirkt die Grafikkarte vielleicht schon mit dem nächsten Generationensprung veraltet. Wer beispielsweise seit 2011 den Vorgänger unseres Testgehäuses nutzt, besitzt mit dem PC-X500FX TYR auch heute noch eines der edelsten und beeindruckendsten Gehäuse überhaupt. Gegenüber einem aktuellen Gehäuse muss man fast auf nichts verzichten. Wirkliche Fortschritte gab es vor allem im Bereich der Modularität und damit der Eignung für eine Wasserkühlung - davon profitiert aber nur ein kleiner Prozentsatz der Nutzer.  

Doch was erhält der Nutzer, der aktuell 450 (bzw. 459,90 Euro) für ein Gehäuse ausgibt? Für die beiden von uns getesteten Luxusmodelle gilt gleichermaßen, dass es weder die vielseitigsten noch die nutzerfreundlichsten Gehäuse sind. Deutlich günstigere Gehäuse sind häufig viel flexibler, oft werden auch bessere Kühl- und vor allem Wasserkühlungsmöglichkeiten geboten. Doch trotzdem sind das In Win 909 und das Lian Li PC-X510 beeindruckende Gehäuse. Allein durch Materialwahl und Materialeinsatz, die makellose Verarbeitung und das jeweilige Design lassen sie die typischen Stahl-Kunststoff-Boliden weit hinter sich. Nutzern, denen es nur um Funktionalität geht, kann das egal sein. Doch wenn das PC-Gehäuse mehr ist als nur bloßer Stauraum für PC-Hardware, dann hängt plötzlich viel von dieser Außenwirkung ab. Ein PC-Gehäuse kann dann zum Einrichtungsgegenstand, zum Designobjekt, ja zum Blickfang werden. Und warum sollte ein leidenschaftlicher PC-Schrauber seinem mit viel Aufwand zusammengestellten und gepflegten System nicht auch eine besondere Behausung gönnen? 

Wer nun wirklich ein solches Premiumgehäuse kaufen möchte, hat es bei der Entscheidung zwischen dem In Win 909 und dem PC-X510 nicht leicht. Beide Gehäuse kombinieren auf beeindruckende Weise wertiges Aluminium mit gehärtetem Echtglas. Während das 909 mit dem umlaufenden Aluminiumrahmen und den Glasseitenteilen wie eine Kreation aus der Zukunft wirkt, zeigt sich das PC-X510 bodenständiger, aber nicht weniger edel. Welches Design man bevorzugt, ist letztlich Geschmackssache. Objektiv fällt beim Blick von außen auf, dass das hochgewachsene PC-X510 wesentlich weniger Stellfläche benötigt und im Vergleich mit dem 909 ein regelrechtes Leichtgewicht ist. Die Anschlüsse sind im Deckel auch einfacher zu erreichen als beim 909, dafür kann Lian Li keinen USB 3.1-Port bieten. 

Im Innenraum setzen beide Gehäusehersteller auf einen eher starren Kammeraufbau. Lian Li gestaltet zumindest die Laufwerksträger modular, muss sich gerade dafür aber Kritik gefallen lassen. Wenn die modularen Träger schon selbst zur Laufwerksinstallation ausgebaut werden sollen, dann müssten sie sich auch einfach ausbauen lassen. Ähnlich unverständlich ist, weshalb die Lüftersteuerung praktisch nur für die beiden hinteren Lüfter zu gebrauchen ist und die drei Frontlüfter ungeregelt bleiben. Gerade mit Blick auf die Tradition der PC-X-Serie fällt es schwer, Verständnis für solche Schwächen aufzubringen. Beide Probleme hätten sich sogar einfach über zusätzliches Zubehör - einen gewinkelten Schraubenzieher zum Lösen der Rändelschrauben, Verlängerungskabel und Y-Adapter für die Frontlüfter - lösen lassen. Die etwas umständliche Netzteilmontage kann man hingegen noch eher verschmerzen. Erst recht gilt das für den Verzicht auf manches Goodie - auch wenn beispielsweise Schnellverschlüsse für die Erweiterungskarten und eine integrierte Beleuchtung das Gehäuse noch etwas aufgewertet hätten.

Abgesehen von diesen Kritikpunkten ist das PC-X510 ein durchaus angenehm zu nutzendes Gehäuse. Werkzeuglose Montagelösungen wie die abziehbaren Seitenteile und die Gummiringmontage der Laufwerke in den unteren Laufwerken erleichtern die Hardwareinstallation. Selbst für das Mainboard gibt es Rändelschrauben, so dass eigentlich nur für die oberen Laufwerksplätze und das Netzteil ein Schraubenzieher eingesetzt werden muss. Denkbar einfach lassen sich zudem die Staubfilter reinigen. Im geräumigen Innenraum und klar strukturierten Innenraum lässt sich komfortabel werkeln und auch für das Kabelmanagement steht (anders als im 909) viel Platz zur Verfügung.

Letztlich sind es nur die angesprochenen Praxisprobleme, die das PC-X510 in puncto Nutzerfreundlichkeit nicht am In Win 909 vorbeiziehen lassen. Mit Blick auf die werkseitige Kühlleistung überzeugt das Lian Li-Modell hingegen tatsächlich mehr. Die Frontlüfter können durch die großzügigen Lufteinlässe an den Seiten effektiv arbeiten und erreichen unterstützt durch die beiden Rückwandlüfter niedrige Temperaturen. Lian Li-typisch sind die Lüfter bei voller Drehzahl aber brachial laut, zudem wird der Nutzer auf 120-mm-Lüfter festgelegt. Dabei hatte Lian Li eigentlich schon beim PC-X500FX den Sprung auf 140-mm-Frontlüfter vollzogen. Eine Wasserkühlung kann prinzipiell in beiden Gehäusen genutzt werden (maximal finden 360-mm-Radiatoren Platz), anders als z.B. in Phanteks-Gehäusen gibt es aber keine speziellen Wasserkühlungsfeatures.

Sowohl das In Win 909 als das Lian Li PC-X510 treten als Luxusgehäuse auf. Rein äußerlich werden sie diesem Anspruch allemal gerecht. Allerdings hatte bei beiden Gehäusen das Design auch oberste Priorität und teilweise Vorrang vor der Funktionalität. Das PC-X510 wäre eigentlich das etwas funktionalere und schlicht praktischere Modell, stolpert aber über einige störende Detailschwächen. Im direkten Vergleich der beiden 450-Euro-Gehäuse hat deshalb das futuristische In Win-Modell knapp die Nase vorn. Letztlich werden Käufer die Wahl zwischen den so unterschiedlich gestalteten Premiummodellen aber ohnehin nach ihrem persönlichen Geschmack treffen - und wer das Lian Li PC-X510 bevorzugt, kauft auch damit einen wahren Blickfang.

Positive Aspekte des Lian Li PC-X510:

  • edelste Materialwahl und makellose Verarbeitung
  • vergleichsweise wenig Stellfläche nötig
  • hohe Kühlleistung im Auslieferungszustand
  • viel Platz für hohe Towerkühler und lange Grafikkarten
  • 360-mm-Frontradiator und 240-mm-Deckelradiator nutzbar, Laufwerksträger im oberen Segment dafür modular
  • weitgehend werkzeuglose Montage
  • viel Platz für das Kabelmanagement, einfach entnehmbare Staubfilter

Negative Aspekte des Lian Li PC-X510:

  • Laufwerksträger bei festsitzenden Rändelschrauben nur mit hohem Aufwand ausbaubar
  • Lüftersteuerung nur eingeschränkt nutzbar, Lüfter ungeregelt sehr laut
  • Netzteilmontage vergleichsweise aufwändig
  • kein Montageplatz für ein optisches Laufwerk
 

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Kommentare (17)

#8
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Registriert seit: 14.07.2006

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1311
Auf den Bildern siehts so aus als hätte man es in der Tiefe einfach abgeschnitten. Es sieht einfach zu kurz aus:fresse:
#9
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Registriert seit: 29.08.2008

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1433
Zitat heimomat;23967415
Finde den Aufbau ja sehr geil aber warum verdammt nochmal 120er Lüfter und wieso baut man sowas nicht einfach mal aus Stahlblech zu einem Kurs den sich auch mal mehr Leute leisten können.


Ja, warum da (zumindest in der Front) nur 120er möglich sind, frage ich mich auch. Der Platz für größeres wäre da.

LianLi versteht sich halt seit Jahren als "Premiumanbieter" deshalb immer Aluminium (wobei Alu jetzt auch nicht gerade extrem teuer ist). Und wenn ein anderer Hersteller sowas günstiger aus Stahl herstellen wollte, kämen gleich wieder die Anwälte aus ihren Löchern und würden klagen wie die Blöden.
#10
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Registriert seit: 20.04.2010

Leutnant zur See
Beiträge: 1160
Langweilig, so viel Zeit ist seit dem Ur-X500 vergangen und Lian Li hat immer noch keinen würdigen Nachfoger geschaffen.

Das Design ist langweilig und unstimmig. Es werden auch immer noch minderwertige 120er Lüfter verbaut, die drei in der Front sind nun zwar direkt übereinander angeordnet, doch wirklich was daraus machen kann man nicht, denn für einen Radi in der Front ist das Case nachwievor zu klein.
Die beiden Lüfterplätze im Deckel kann man sich auch schenken, da durch die Platte zwischen den Kammern sogut wie keine Luft zirkulieren kann, außer durch den kleinen Schlitz vor dem oberen Hecklüfter. Früher war das komplett aus Lochblech.
#11
Registriert seit: 02.05.2005

Hauptgefreiter
Beiträge: 166
Für mich eines der schönsten Gehäuse überhaupt! Hatte den Vorgänger und der war schon klasse. 459€ sind natürlich happig, aber gut, da muss man durch!
#12
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Registriert seit: 24.09.2013
Hessen
Oberbootsmann
Beiträge: 893
Ich habe den Hype um Lian nie verstanden, habe schon sehr viele verschiedene Modelle von ihnen gehabt und immer einiges daran auszusetzen gehabt. Mit jeder weiteren Variante und Neuerung dachte ich sie würden die Kardinalsfehler, wie z.B. Serienlüfter, Luftzirkulation und andere wichtige Dinge die eigentlich selbstverständlich sind, ändern. Nein! Machen die einfach nicht! Im Gegenteil, es bleibt beim Eindruck das es ein Disgner ist, der von Computergehäusen kaum bis keine Ahnung hat und die Innhaber es nicht interessiert was da so alles gepfuscht wird. Der Preis alleine, ist einfach nur dilletantisch... Aussehen ist Geschmacksache, aber nicht mein Style..
#13
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Registriert seit: 15.10.2004
SüdHessen
Bootsmann
Beiträge: 715
ich würds mir ja am liebsten gönnen...ich suche noch krampfhaft nach einer lösung für den fehlenden 5" schacht. ein optisches laufwerk braucht man doch irgendwie schon noch?!
#14
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Registriert seit: 02.08.2011
Österreich/Steiermark
Kapitänleutnant
Beiträge: 1583
Nein, braucht man nicht. Zumindest in den letzten zwei Jahren hab ich meines nicht vermisst. Und falls ich doch ein paar mal im Jahr ein optisches Laufwerk brauche würde, dann kaufe ich mir ein externes USB-Laufwerk.
#15
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Registriert seit: 09.06.2006

Admiral
Beiträge: 27188
Sympathiepunkte für den Speaker.
Den sparen so viele Hersteller ein, und er ist so nützlich.
#16
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Registriert seit: 15.10.2004
SüdHessen
Bootsmann
Beiträge: 715
Zitat P4LL3R;24016302
Nein, braucht man nicht. Zumindest in den letzten zwei Jahren hab ich meines nicht vermisst. Und falls ich doch ein paar mal im Jahr ein optisches Laufwerk brauche würde, dann kaufe ich mir ein externes USB-Laufwerk.

ja hmmm, wenn ich drüber nachdenke... brennen könnte man auch was am laptop, windoof installen über usb usw., aber naja... trotzdem ein gefühl von "da fehlt was"..und das in der preisregion. auf der andern seite "verschandelt" es nix. :> tick das ganz gut im vergleich zu meinen tyr-x500 wegen des windows und den 3 frontlüftern anstatt 2 bei meinem.

achso ja ne, lüftersteuerung fällt dann ja auch weg per 5" schacht. müsst ma alles ans mainboard anschließen... ne, das sind langsam zu viele kompromisse. :>
#17
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Österreich/Steiermark
Kapitänleutnant
Beiträge: 1583
Ja wenn du die 5,25"-Schächte brauchst, dann ist das Gehäuse wohl leider nichts für dich. Kompromisse sollte man bei dem Preis keine eingehen.
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