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SilverStone Raven RV04 im Test - Fazit

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Seite 7: Fazit

SilverStone warnt schon auf der Verpackung des Raven RV04 vor der Einzigartigkeit des Gehäuses und empfiehlt das Handbuchstudium. Tatsächlich macht der Gehäusespezialist beim neuen Gamingmodell vieles anders als die Konkurrenz. Doch heißt anders in diesem Fall auch besser?

Schon auf den ersten Blick ist das Raven RV04 erfrischend anders. Das neu gestaltete Design ist auffällig, aber stimmig. Und dass die Hardware durch ein Window auf der rechten Gehäuseseite und nicht durch eines auf der linken Gehäuseseite zu sehen ist und auch noch auf dem Kopf steht, macht das Silverstonemodell endgültig zum Blickfang. Die Montage der Hardware gestaltet sich allerdings aufwendiger als in den meisten Konkurrenzmodellen. Werkzeuglos lassen sich nur die optischen Laufwerke und zwei Festplatten in den Single-Käfigen montieren. Erschwerend kommt hinzu, dass die Montage auch durch den ungewöhnlichen Gehäuseaufbau an der einen oder anderen Stelle verkompliziert wird. Sind die einzelnen Komponenten aber erst einmal installiert, fällt die Wartung des Gehäuses leicht. Beide Staubfilter können mit einem Handgriff entnommen und entsprechend leicht gereinigt werden. 

Der gewöhnungsbedürftige Aufbau hat vor allem zwei Vorteile. Zum einen bietet das Raven RV04 für ein Gehäuse dieser Größe relativ viele HDD- und SSD-Montageplätze, zum anderen kann ein bemerkenswertes Kühlsystem realisiert werden. Auf den ersten Blick mag man an der Leistungsfähigkeit des Kühlsystems zweifeln, stützt es sich doch nur auf zwei Lüfter. Aber diese beiden Frontlüfter haben es in sich. Als 180-mm-Lüfter erreichen sie auch bei moderater Umdrehungsgeschwindigkeit einen hohen Luftdurchsatz. Der Luftstrom erreicht dann auf direktem Weg die Komponenten, die besonders auf Kühlung angewiesen sind. Der obere AP181 kühlt die Grafikkarten, der untere das Areal um den CPU-Sockel. Die Messwerte zeigen, dass dieses Konzept voll aufgeht und beispielhaft niedrige CPU- und GPU-Temperaturen erreicht werden. Dabei fällt die Kühlleistung selbst bei deutlich reduzierter Umdrehungsgeschwindigkeit und Lautstärke nur in Maßen ab, sodass das Raven RV04 auch für einen leisen Betrieb geeignet ist. Ungeeignet ist es hingegen als Wasserkühlungsgehäuse - wer das Raven RV04 nutzt, sollte auf Luftkühlung setzen.

SilverStone-typisch ist das Gehäuse gut verarbeitet, auch die Materialstärke ist ordentlich. Dagegen fällt die wacklige Fronttür deutlich ab. Gerade angesichts des Verkaufspreises wäre eine vertrauenerweckendere Lösung wünschenswert. Unter Berücksichtigung der gebotenen Kühlleistung und des erhöhten Entwicklungsaufwandes ist das Raven RV04 aber keineswegs unangemessen teuer. Ein NZXT Phantom 630 hat ebenfalls eine sehr hohe Kühlleistung und zusätzlich eine etwas umfangreichere Ausstattung, kostet aber trotz seines konventionellen Aufbaus 20 Euro mehr. Etwas günstiger ist hingegen Corsairs Carbide Series Air 540. Für 129,90 Euro soll dieser ungewöhnliche E-ATX-Würfel ab Anfang August erhältlich werden. 

Das neuste Raven ist sicherlich kein Gehäuse für die breite Masse, sondern für einen Kreis von Nutzern mit speziellen Vorstellungen. Wer die etwas umständliche Montage nicht scheut und mit der wackligen Fronttür leben kann, erhält mit dem SilverStone Raven RV04 ein Gehäuse mit beeindruckender Kühlleistung und außergewöhnlichem Erscheinungsbild. Für den unter Beweis gestellten Innovationsmut zeichnen wir das Raven RV04 mit unserem Technik-Award aus.   

alles

Positive Aspekte des SilverStone Raven RV04:

  • überzeugendes Kühlsystem mit hoher Kühlleistung, aber auch der Möglichkeit zum leisen Betrieb
  • sieben 3,5- und vier 2,5-Zoll-Laufwerksplätze
  • komfortable Platzverhältnisse für Erweiterungskarten und Kabelmanagement
  • ungewöhnliche Optik und ungewöhnlicher Aufbau machen das Gehäuse zum Blickfang
  • überzeugendes Kabelmanagement, Staubfilter leicht zu reinigen
  • robuster Stahlkorpus, hohe Verarbeitungsqualität
  • Stütze bzw. Halterung für Prozessorkühler und Grafikkarten

Negative Aspekte des SilverStone Raven RV04:

  • nicht genug Platz für manchen hohen Towerkühler, kein Wasserkühlungsgehäuse
  • aufwändige Montage
  • Fronttür wacklig
 

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Kommentare (15)

#6
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Registriert seit: 22.07.2012

Obergefreiter
Beiträge: 71
Es ist leider auch furchtbar hässlich ^^
#7
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Registriert seit: 20.11.2009
Österreich
Korvettenkapitän
Beiträge: 2324
Es ist ein scheiß Gehäuse. Ich bau eines, worin sich das Motherboard im Kreis dreht, dann bekomm ich auch einen Technik Award. :)
#8
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Registriert seit: 23.03.2008

Oberbootsmann
Beiträge: 788
Zitat
ungewöhnliche Optik und ungewöhnlicher Aufbau machen das Gehäuse zum Blickfang


dem würde ich Zustimmen. Allerdings von der anderen Seite... Selten so einen hässlichen Plastikklopper gesehen...
Außerdem muss mir jetzt ernsthaft jemand erklären, wer für ein Stahlgehäuse mit Plastikanbau (der dazu noch klapprig ist) 150€ bezahlt?! Da kann es noch so "innovativ" sein... Dazu kommt noch, das ich nicht verstehe was diese "Innovation" hier an Mehrpreis verursachen soll...
#9
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Registriert seit: 01.06.2010

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 393
Auch wenn die bisherigen Raven (vor allem 2+3) schon Außenseiter im Silverstone-Portfolio waren, dann schießt dieses Gehäuse wirklich den Vogel ab. Ich kann mir nicht vorstellen wie jemand der bei Sinnen ist so einen Rohrkrepierer kaufen könnte, trotz des zweifellos genialen Kühlkonzepts.

Im RV04 sind so viele Anfängerfehler und KO-kriterien vereint dass das Ding niemals hätte die Qualitätskontrolle passieren dürfen.
Das Gehäuse macht den Eindruck eines lieblos zusammengeschusterten Prototypen mit dem man das Kühlkonzept testen wollte. Aber nie und nimmer ein verkaufsfertiges Produkt. Im Vergleich zu den hoch durchdachten und extrem soliden Gehäusen die man von SS gewohnt ist ist das Ding einfach indiskutabel.
#10
Registriert seit: 06.02.2009
127.0.0.1
Bootsmann
Beiträge: 556
Naja, bei Gehäusen ist es generell üblich, das sie nicht perfekt sind.
Es soll ja in Zukunft noch was verkauft werden ;)

Das RV04 erinnert doch sehr stark an das TJ-08E und das PS-07 und die beiden gefallen mir sogar wesentlich besser. Das TJ-08E ist wahrscheinlich noch besser verarbeitet, während bei dem PS-07 die frontseitige Dämmung der Lüfter besser gelöst ist.
Zudem gefallen mir die Proportionen besser, also das sie länger als höher sind.

Im Endeffekt erinnert mich das an den Test von dem Corsair Carbide 540, wo eine gute Idee hochgelobt wurde, die fehlende konsequente Weiterentwicklung zu einem ausgewachsenem Gehäuse aber nicht kritisiert wurde. Schade eigentlich, denn damit signalisiert man den Herstellern doch, dass sie so ziemlich alles richtig gemacht haben.
#11
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Registriert seit: 29.05.2001
Dortmund
Flottillenadmiral
Beiträge: 4530
Also mit diesem Review bin ich so nicht einverstanden:

1.
Zitat
Mit dem Raven RV04 geht SilverStone wieder einmal neue Wege. Das Mainboard wird anders als bei den bisherigen Modellen nicht mehr um 90 Grad, sondern gleich um 180 Grad gedreht.


Ist so einfach nicht richtig, diesen Weg ging Silverstone schon beim TJ08E und das ist ja nun alles andere als brandneu.

2.
Merkwürdig, dass das relativ gut verarbeitete TJ08E mit genau den gleichen "technischen Kniffen" (aber deutlich besserer Verarbeitung) und insgesamt weniger relevanten Kritikpunkten keinen Award bekommen hat, der "neue Plastikbomber" hier aber schon...
Zumal ich den Kritikpunkt am TJ08E bzgl. des nicht ausreichenden Kühler-Platzes auch einfach nicht nachvollziehen kann - Ich habe in dem Teil immerhin einen Macho (und zwar den 140er) verbaut, der passt problemlos da rein! Das alleine ist für ein µATX Gehäuse schon bemerkenswert zumal es vom Außenvolumen auch noch kleiner als das ach-so-tolle Bitfenix Prodigy



Ist irgendwie nicht so ganz nachzuvollziehen wie hier Awards vergeben wurden...
#12
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Registriert seit: 02.12.2004
Leipzig
[online]-Redakteur
Beiträge: 3675
@highwind: Ich hatte mich gestern schon mit HW-Mann per PN über die Awardvergabe ausgetauscht, kann das aber auch gerne hier erklären. Unser Technik-Award ist noch relativ neu, afair hatten wir ihn beim TJ08-E-Test noch nicht und konnten ihn auch noch nicht verleihen. Ansonsten wäre das TJ08-E ein heißer Kandidat für den Technik-Award gewesen.

Mit den "bisherigen Modellen" im Zitat waren die Ravenmodelle gemeint. Die Anlehnung an das Kühlkonzept des TJ08-E wird auf der ersten Seite übrigens auch erwähnt ("Das Kühlkonzept orientiert sich am Micro-ATX-Modell Temjin TJ08-E (zu unserem Test).").
#13
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Niedersachsen
Matrose
Beiträge: 17
Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber dieses Gehäuse ist richtig hässlich.

Die ungewöhnliche Montage des Mainboards finde ich jedoch recht interessant.
#14
Registriert seit: 18.04.2007
Eifel
Bootsmann
Beiträge: 591
das mit 2 180 lüfter ist mal richtig toll. so und beim rest haben die wohl geschlafen. Das hier als häßlich angesehen wird wurde genannt aber zudem ist es im video zu sehen noch richtig billig verabeitet. Mit ein Wort an Silverstone "Grausam" damit ist alles gesagt.
#15
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Registriert seit: 19.07.2011
Basel, Schweiz
Bootsmann
Beiträge: 629
Diese Front Tür würde mir Angst machen, das Plastikmonster kann recht schnell brechen. Die Sidepanel mounts sind einfach nur lächerlich.
Das Kühlungsprinzip ist nichts neues aber finde ich für Luftkühlung das beste, die Umsetzung in diesem Fall ist sehr dürftig und keine 150 Euro Wert.
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