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Test: anidees AI-4 (schallgedämmt) - veredelter Mini-Tower - Fazit

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Seite 7: Fazit

anidees war schon fast in Vergessenheit geraten. Aber mit dem AI-4 kommt doch noch ein zweites Gehäuse dieser Marke in den Handel - diesmal ein Mini-Tower für Micro-ATX- oder Mini-ITX-Mainboards. Wer das Design des AI-6 ansprechend findet, wird auch an der Optik des AI-4 Gefallen finden, denn beide Gehäuse sehen (abgesehen vom Größenunterschied) fast identisch aus. Doch als Mini-Tower ist das kleine anidees-Modell doch etwas anders aufgebaut.

Um die kompakten Maße zu erreichen, gibt es eine flexible Lösung für die Festplatten- bzw. SSD-Montage. Zwei Laufwerksplätze am Boden und unterhalb der beiden 5,25-Zoll-Einschübe sind immer nutzbar. Wenn keine langen Erweiterungskarten verbaut werden, kann außerdem der Festplattenträger für zwei weitere HDDs/SSDs im Gehäuse gelassen werden. Um Platz für lange Erweiterungskarten zu schaffen, wird der Träger einfach entnommen. 

Flexibilität gibt es auch bei der Lüftergeschwindigkeit. Die drei entkoppelten Lüfter können mit der integrierten Lüftersteuerung in drei Stufen geregelt werden. Heruntergeregelt sind die Lüfter angenehm leise. In Kombination mit dem geschlossenen Aufbau und den (optionalen) Dämmmatten sorgen die leisen Lüfter dafür, dass sich das AI-4 auch für Silentsysteme eignet. Weniger passend ist es hingegen für hitzige High-End-Hardware. Die werkseitige Kühlleistung ist für genügsame Systeme zwar völlig ausreichend, kann aber mangels optionaler Lüfterplätze kaum gesteigert werden. Anders als beim Corsair Obsidian Series 350D und beim Fractal Designs Arc Mini R2 ist bei diesem Micro-ATX-Gehäuse auch nicht der Einsatz Wasserkühlung vorgesehen.

Bei der sonstigen Ausstattung des AI-4 stößt man sowohl auf Licht- als auch auf Schattenseiten. Positiv fällt vor allem das gut bestückte I/O-Panel auf, aber auch die werkzeuglose Montage der Erweiterungskarten. Sämtliche Laufwerkstypen erfordern hingegen den Einsatz eines Schraubenziehers. Wenig komfortabel ist auch das Abnehmen der Front für die Montage von optischen Laufwerken oder für die Reinigung des Staubfilters. Wegen der geringen Gehäusebreite gibt es kein Kabelmanagement hinter dem Tray, sondern nur eine Notlösung in Form einiger Kabelklemmen.  

Gerade in den letzten Monaten wurden einige attraktive Micro-ATX-Gehäuse vorgestellt, die aber meist für andere Einsatzzwecke konzipiert wurden. Coolteks Coolcube Maxi ist anders als das anidees AI-4 ein Vollaluminiumgehäuse, das sich auch im Wohnzimmer von seiner besten Seite zeigt. Die Ausstattung ist sehr reduziert, dafür wird dieses Gehäuse aber trotz des höherwertigen Materials deutlich günstiger als das AI-4 angeboten. Eine ganz andere Schwerpunktsetzung gab es bei der Entwicklung des Corsair Obsidian Series 350D. Der relativ große Mini-Tower lässt bei der Ausstattung kaum Wünsche offen und nimmt sogar leicht eine Wasserkühlung auf. Dafür kostet diese Gehäuse aber auch über 100 Euro. Das Arc Mini R2 (Test folgt in Kürze) soll hingegen knapp unter 100 Euro kosten und legt den Fokus ebenfalls klar auf ein flexibles und leistungsstarkes (Luft- und Wasser-)Kühlsystem. Wird ein möglichst kompaktes Micro-ATX-Gehäuse gesucht, das trotzdem einen Tower-Kühler und lange Erweiterungskarten aufnehmen kann, bietet SilverStone mit dem Sugo SG09 bzw. dem nur optisch angepassten Sugo SG10 passende Gehäuse an. Am ehesten ist das Fractal Design Define Mini mit dem gedämmten anidees-Gehäuse vergleichbar. Dieses dezente Micro-ATX-Gehäuse ist ebenfalls schallgedämmt und wird zu einem sehr ähnlichen Preis verkauft, ist aber deutlich flexibler.

Das gedämmte anidees AI-4 hat sich im Test als angenehm leises Gehäuse für Micro-ATX- und Mini-ITX-Mainboards gezeigt. Es überzeugt als leiser Mini-Tower mit eigenständigem Design für Hardware, die keine hohen Ansprüche an das Kühlsystem stellt. Im Vergleich zu besser ausgestatteten Gehäusen wie dem Fractal Design Define Mini wirkt der Verkaufspreis aber etwas hoch angesetzt.

Positive Aspekte des anidees AI-4 (gedämmte Variante):

  • drei vormontierte und entkoppelte Lüfter, dreistufige Lüftersteuerung
  • mit heruntergeregelten Lüftern angenehm leise
  • flexible Lösung für Festplatten/SSDs, genug Platz für die meisten Tower-Kühler und Grafikkarten
  • I/O-Panel gut bestückt
  • durch Aluminiumzierstreifen aufgewertet

Negative Aspekte des anidees AI-4 (gedämmte Variante):

  • unflexibles Kühlsystem
  • Kabelmanagement nicht optimal
  • keine werkzeuglose Montage der Laufwerke