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Test: Der große Mini-ITX-Gehäusevergleich 2012 - Fazit

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Seite 11: Fazit

Ein langer Vergleichstest geht dem Ende zu. Zu was für Ergebnissen können wir kommen? Zuerst einmal zeigen die vier getesteten Gehäuse, wie vielfältig das Angebot an Mini-ITX-Gehäuse mittlerweile ist. So sollte sich eigentlich für jedes Anwendungsszenario ein passendes Gehäuse finden lassen. Für Kaufinteressenten macht das die Kaufentscheidung allerdings auch nicht gerade leicht. Wir wollen deshalb die vier Kandidaten aus unserem Test noch einmal durchgehen und ihre Stärken und Schwächen herausstellen.

Das BitFenix Prodigy versucht sich als eierlegende Wollmilchsau. Es bietet die höchste Flexibilität, erkauft sich das aber auch durch stattliche Abmessungen. Wer sich nicht daran stört, dass sein Mini-ITX-Gehäuse etwas größer ausfällt, ist mit dem Prodigy für fast alles gerüstet. Lange Grafikkarten, Tower-Kühler oder ein paar Festplatten mehr - alles kein Problem für das Gehäuse mit den Tragegriffen. Die Kühlleistung der angenehm leisen Lüfter ist beachtlich, beim getesteten weißen Modell wird der Luftstrom allerdings durch die Front etwas behindert. Für den Fall der Fälle gibt es sogar noch einige optionale Lüfterplätze bzw. selbst die Möglichkeit, eine Wasserkühlung mit Dual-Radiator zu verbauen. Dabei überzeugen auch Materialstärke und Verarbeitung - und das alles bei einem moderaten Preis. Vermisst werden vor allem Staubfilter vor den Lufteinlässen. Doch angesichts der ansonsten beeindruckenden Vorstellung können wir das BitFenix Prodigy mit unserem Exzellent-Hardware-Award auszeichnen.

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Bei knappem Budget bietet Cooler Master mit dem Elite 120 Advanced ein durchaus ansprechendes Modell an, dem man seinen Verkaufspreis so schnell weder ansieht noch anfühlt. Der Innenaufbau ist funktional und ermöglicht sowohl die Nutzung von ATX-Netzteilen als auch von langen Grafikkarten. Die Montage der Komponenten ist unkompliziert und schnell erledigt. Schwerwiegende Abstriche müssen vor allem beim Kühlsystem gemacht werden: Die verbauten Lüfter sind weder besonders leise noch besonders wirkungsvoll. Besonders der kleine Lufteinlass für den Frontlüfter wirkt sich negativ aus. Auch hier fallen die fehlenden Staubfilter negativ auf - in dieser Preisklasse sind sie aber auch nicht unbedingt zu erwarten. Bei knappem Budget ist das Cooler Master-Modells jedoch trotz der angesprochenen Schwächen die erste Wahl.

Lian Li kann beim PC-Q18 auf reichhaltige Erfahrung mit einer ganzen Reihe vorangegangener Mini-ITX-Gehäuse zurückgreifen. Das merkt man dem Aluminium-Gehäuse auch durchaus an. Vor allem bei Details wie den abziehbaren Seitenteilen und dem werkzeuglos herausnehmbaren Frontlüfter mit Staubfilter weiß es zu glänzen. Nicht ganz so glänzend ist der Auftritt der Lüfter in Bezug auf Lautstärke und Kühlleistung. Dafür kann Lian Li eine beachtliche Zahl an Laufwerksplätzen bieten, zumal vier Festplatten auch noch per Hot-Swap angebunden werden. Das hat allerdings genau so seinen Preis wie das eingesetzte Aluminium. Das PC-Q18 ist dann auch das teuerste Gehäuse im Testfeld. Es dürfte hauptsächlich Aluminium-Aficionados ansprechen, die auf der Suche nach einem kompakten Mini-Servergehäuse sind.

Das FT03-MINI von SilverStone kann als das innovativste und ungewöhnlichste Gehäuse im Vergleichstest gelten. Der Aufbau mit dem um 90 Grad gedrehten Mainboard, der den Kamineffekt ausnützen soll, sorgt in Verbindung mit dem großen (aber zu lauten) Bodenlüfter für beachtlich niedrige Temperaturen. Gleichzeitig erreicht SilverStone so, dass nur eine sehr geringe Stellfläche benötigt wird. Auch die Materialwahl ist gelungen: Das Stahlgerüst sorgt für Stabilität, die leicht abnehmbaren Aluminium-Seiten für eine hochwertige Optik und Haptik. Allerdings gibt es auch Schattenseiten: SilverStone musste für die kompakten Abmessungen Abstriche bei der Flexibilität machen. Keine langen Grafikkarten, kein ATX-Netzteil, kein 5,25-Zoll-Laufwerk und nur je ein Platz für 2,5-/3,5-Zoll-Laufwerke: mit dem FT03-MINI muss man sich deutlich mehr einschränken als mit den drei anderen Gehäusen und zahlt auch noch einen stattlichen Preis. Wer das in Kauf nimmt, erhält jedoch ein Gehäuse, das auf den ersten Blick eine gewisse Exklusivität ausstrahlt. Für den Mut, neue Wege zu beschreiten, verleihen wir dem FT03-MINI unseren Technik-Award.

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Kommentare (11)

#2
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Oberleutnant zur See
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Also beim FT-03 hätte ich noch als Nachteil erwähnt, dass man damit rechnen muss, dass evtl. Kippen und anderer Müll drin laden, weil es jeder für einen Aschenbecher oder eine Mülltonne hält. :D

Spaß beiseite, die Wertung der HDD Temperaturen sehe ich anders. Diese ist ja eigentlich optimal um die 40°C +/-. Alles darüber und darunter hat mehr Ausfälle zufolge. Somit wären das BitFenix und das Cooler Master eigentlich perfekt. Ich weiß aber natürlich nicht wie diese Temperatur nach 2 Stunden normalen Betrieb aussieht, und Prime ist auch nicht wirklich gut um Festplatten auf Temperatur zu bringen.
#3
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Leipzig
[online]-Redakteur
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@Cool Hand: Man muss ja auch berücksichtigen, dass wir nur eine HDD verbaut haben. Für eine Vollbestückung des HDD-Käfigs wären ja schon noch Reserven wünschenswert.
#4
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Registriert seit: 14.05.2006
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Kapitänleutnant
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Hoffentlich bringt irgendeiner sowas wie das Prodigy ohne diese Tragegriffe raus. Dieser Look hat mir bei den alten Apple Gehäusen schon nicht gefallen. Sie kosten Platz und sind in meinen Augen sinnfrei. Sowas kompaktes, braucht keine Griffe :)
Der logische Aufbau ist dafür genial. Ich verstehe bis heute nicht warum alle auf dieses komische SFX/ATX Netzteil über den Board bauen. NT und drüber gerade das Mobo, so solls sein und Kabelmanagement ist auch wieder möglich.
#5
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Bootsmann
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Also FT03-Mini hätte ich mir fast gekauft, aber im Vergleich zu einem LianLi PC-Q11 sind die kosten doch schon enorm. Ich glaube da muss man echt aufpassen, was für Hardware man da einbaut.
Auch empfiehlt Silverstone den Einbau ein Kompakt-WaKü, was man vielleicht noch hätte erwähnen können.
#6
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Obergefreiter
Beiträge: 71
Mein erster richtiger Rechner war ein PowerMac G3.
Ich fand das Design damals schon Klasse und hatte
auch Zeitweise X86 Hardware im Gehäuse verbaut.

Ich könnte schwach werden beim Bitfenix.
Noch dazu in schönem Weiß.

Ein wirklich rund um schönes Gehäuse.
Hätte es nur gerne mit einem mAtx Board. :).
#7
Registriert seit: 16.10.2005

Kapitän zur See
Beiträge: 4026
Die genannten Probleme hat man bei einem richtigen
FT-03 nicht(für Micro ATX), auch wenn es teuer ist, das Gehäuse war es mir wert, selbst eine GTX 570 Phantom sowie ein Dark Rock Pro Cpu Kühler passen ohne Probleme.
#8
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Beiträge: 1785
Ein feiner Test, besonders beim Prodigy juckt es einem in den Fingern, selber mal so ein System zu bauen :drool:
Zum Glück passt meine Soundkarte da nicht mehr rein, daher habe ich einen Grund bei ATX oder zumindest µATX zu bleiben (mit Onboard gebe ich mich nicht zufrieden).
Aber schon klasse was bei der Größe geht, Bock darauf hätte ich schon, nur würde es gar keinen Sinn machen:

-ITX Boards/Gehäuse bieten weniger Optionen und sind trotzdem sehr teuer
-Prodigy kostet so viel wie ein ordentliches ATX Case
-Fahre leider nicht oft genug auf Lans :fresse:
-Zuhause ist es relativ egal, wie groß der Rechner ist

Das Prodigy scheint für ein kompaktes Gamingsystem prädestiniert zu sein, aber letztendlich macht µATX dafür mehr Sinn, es ist billiger, es gibt mehr Auswahl, zudem ist das Prodigy auch nicht viel kleiner als viele µATX Gehäuse...
#9
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Schade, dass das Fractal Node 304 nicht mit dabei ist :(
Bezüglich Soundkarte... man kann auch eine externe Soka nehmen oder einen Fiio E10, somit müsste man auf nichts verzichten.
Wenn man beim Prodigy die Bügel abmacht, dann ist es gar nicht mehr so groß :p
#10
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Zitat guenni1989;19317549
Schade, dass das Fractal Node 304 nicht mit dabei ist :(
Bezüglich Soundkarte... man kann auch eine externe Soka nehmen oder einen Fiio E10, somit müsste man auf nichts verzichten.
Wenn man beim Prodigy die Bügel abmacht, dann ist es gar nicht mehr so groß :p


EDIT: Hier stand Mist. Hatte nicht gesehen dass der E10 ein DAC ist (ich hatte da noch die E1, E3 E6 etc. im Kopf die nur das Ausgangssignal verstärken)
Ersetzt der E10 somit eine Soundkarte (mit Software)? Oder ist man immernoch an die Audiosoftware vom Mainboard gebunden?

PS: Wenn man beim Prodigy die Bügel abmacht steht es unentkoppelt auf dem Boden und ist auch nicht mehr so gut zu tragen. Ich meine schon die Größe des Gehäuses an sich, unabhängig von den Bügeln. Wenn der Unterschied zu µATX so gering ist, wie soll man dann den Aufpreis und die Abstriche von mITX rechtfertigen?
#11
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@guenni1989: Das Node war eingeplant, das Sample hat uns aber leider nicht rechtzeitig erreicht. Falls es doch noch ankommt, wird der Test natürlich nachgereicht.
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