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Test: SilverStone Temjin TJ04-E - die Evolution schreitet voran - Fazit

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Seite 8: Fazit

SilverStone hat das TJ04 in vielen Bereichen so weiterentwickelt, dass das TJ04-E ein zeitgemäßes Gehäuse geworden ist. Besonders hervorzuheben ist die Gestaltung der modularen HDD/SSD-Käfige, die insgesamt ganze 15 Laufwerke aufnehmen können. Bei Bedarf lassen sie sich aber auch entfernen, um Platz für lange Netzteile oder Erweiterungskarten zu schaffen. Ähnlich modern ist das Kühlsystem, das nach dem Überdruckdesign konzipiert wurden. In Verbindung mit den vorhandenen und abnehmbaren Staubfiltern wird so Staubablagerungen im Gehäuse vorgebeugt. Bei der Lüftergeschwindigkeit hat SilverStone einen guten Kompromiss zwischen Kühlleistung und Lautstärke gefunden. Noch besser wäre natürlich eine Lüftersteuerung, mit der die Lüftergeschwindigkeit bedarfsabhängig geregelt werden könnte.

Eine gute Verarbeitung, das solide ausgestattete I/O-Panel mit USB 3.0-Ports und das gute Kabelmanagement sind weitere Punkte, die für das Gehäuse sprechen - ganz zu schweigen von der hochwertigen, aber dezenten Aluminiumfront, die in den acht Jahren seit Erscheinen des Ur-TJ04 nicht an Attraktivität eingebüßt hat. Allerdings ging die Evolution offenbar spurlos an den Montagemechanismen vorbei. Wie schon beim TJ08-E muss man auch beim TJ04-E intensiven Gebrauch vom Schraubenzieher machen. Die Schraubmontage von Erweiterungskarten und 2,5-/3,5-Zoll-Laufwerken wirkt wie ein lebendes Fossil. Zumindest Rändelschrauben wären hier angebracht. Warum SilverStone die Montage der Erweiterungskarten dann auch noch durch eine angeschraubte Abdeckung erschwert, bleibt ein Rätsel.

Das Angebot an Midi-Towern ist riesig. Auch wer auf schlichtes Design und edle Haptik steht, findet durchaus einige Alternativen. Diesem Anspruch wird z.B. das LanCool PC-K9X gerecht, das wir im Januar getestet haben. Das Konzept des TJ04-E wird hier noch etwas weiter geführt. Das Stahlgerüst wird nicht nur um eine Aluminium-Front, sondern auch um Seitenteile und einen Deckel aus dem begehrten Leichtmetall ergänzt. Die Ausstattung ist in weiten Teilen vergleichbar. Das LanCool-Modell bietet ebenfalls drei vormontierte Lüfter (allerdings keine optionalen Lüfterplätze), leicht abnehmbare Staubfilter vor Lufteinlässen, USB 3.0-Ports, einen lackierten Innenraum, modulare HDD-Käfige und Kabelmanagement. Die Zahl der Laufwerksplätze fällt zwar geringer aus, doch dafür kann das PC-K9X in zwei wichtigen Disziplinen auftrumpfen: es bietet gelungene werkzeuglose Montagemechanismen, die den Einbau des Systems bzw. den Austausch von Komponenten sehr erleichtern - und außerdem ist sein Preis mit 85 Euro deutlich attraktiver.

Wer auf die Aluminiumfront verzichten kann, aber ein Gehäuse mit dem Innenaufbau des Temjin TJ04-E sucht, sollte übrigens das Geschwistermodell Kublai KL04 in Erwägung ziehen. Es ist preislich mit knapp 90 Euro deutlich attraktiver.

SilverStone kombiniert für das Temjin TJ04-E die zeitlose Optik des TJ04 mit vielen zeitgemäßen Ausstattungsmerkmalen. Allerdings wirkt die Schraub-Montage etwas antiquiert und der Preis etwas hoch angesetzt.

Positive Aspekte des SilverStone Temjin TJ04-E:

  • gut verarbeitetes Gehäuse mit hochwertiger Aluminiumfront und schlichter, aber edler Optik
  • separate 3,5- und 2,5-Zoll-Laufwerkskäfige ermöglichen üppige HDD/SSD-Bestückung, Käfige modular
  • drei vormontierte Lüfter mit angemessener Geschwindigkeit/Lautstärke, solide Kühlleistung
  • entfernbare Staubfilter vor allen einsaugenden Lüftern
  • gelungenes Kabelmanagement
  • selbst mit montiertem HDD-Käfig ausreichend Platz für alle handelsüblichen Grafikkarten bis zur Radeon HD 5970

Negative Aspekte des SilverStone Temjin TJ04-E:

  • Montage aufwändig, da intensiver Schraubenziehereinsatz nötig und Montage der Staubfilter diffizil
  • Festplattenentkopplung nicht ausreichend
 

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Kommentare (8)

#1
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Registriert seit: 06.02.2006
Münster (Westf)
Hardwarejunkie
Beiträge: 3138
Danke für den expliziten Vergleich zum K9X am Ende des Fazits, sehr hilfreich.
Für mich bleibt das K9X damit vorne, finde es vom Design auch noch etwas hübscher und das Lüfterkonzept ansprechender (vielleicht einfach, weil es mehr dem "Gewohnten" entspricht).
#2
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Registriert seit: 31.01.2012

Gefreiter
Beiträge: 46
Sehr schönes Case, vorallem überzeugt aber das Lüftungskonzept.

Endlich mal ein Case welches, Front bzw. hier Seiten sowieso Boden Lüfter besitzt und dazu noch 2 Top Lüfter.
So muss es sein.

Für fast jeden AMD Kühler sind nämlich Top Lüfter Pflicht. Ein Rear Lüfter bringt nämlich meiner Meinung nach weniger Performance weil im Top sich trotzdem Wärme stauen kann.
#3
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Registriert seit: 28.01.2008

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 467
Ich versteh nicht warum Silverstone da immer so ne Seifenschale in Deckel machen muss...
Das Gehäuse sieht ansich ja echt schick aus, aber mit damit geht das für mich, wie schon das Fortress-01, garnicht.
#4
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Registriert seit: 09.12.2007
EckTownCity
Flottillenadmiral
Beiträge: 5184
;) da hat LumiLOrn das richtige wort gefunden
"Seifenschale"

ansich ist das gehäuse sehr schick, aber die sog. frontanschlüsse im top, nicht sehr verlockend
#5
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Registriert seit: 01.06.2010

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 393
Sehr schönes Case. Ein bisschen teuer für das gebotene, aber technisch sehr überzeugend.
Die Montage durch Schrauben empfinde ich nicht als Nachteil, da man beim Systembau sowieso einen Schraubenzieher zur Hand haben muss.

Den folgenden Satz ist allerdings schlichtweg falsch: "Das LanCool-Modell bietet ebenfalls [...], leicht abnehmbare Staubfilter..."
Wenn man für das Wechseln der Staubfilter die komplette Gehäusefront demontieren UND das Gehäuse auf die Seite legen muss, ist das niemals "leicht abnehmbar" !
Das ist beim Temjin unendlich viel besser gelöst.
#6
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Registriert seit: 02.12.2004
Leipzig
[online]-Redakteur
Beiträge: 3670
@Glenlivet: Die Gehäusefront lässt sich bei dem LanCool ja mit einem Handgriff abziehen und genauso schnell wieder andrücken. Das ist imho kein Hindernis. Beim NT-Staubfilter gebe ich dir aber völlig recht, da wäre leicht eine praktikablere Lösung möglich gewesen.
#7
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Registriert seit: 14.02.2010
Lüneburg & Wunstorf (Nds.)
Hauptgefreiter
Beiträge: 251
Zitat Pringels;18478495
;) da hat LumiLOrn das richtige wort gefunden
"Seifenschale"

ansich ist das gehäuse sehr schick, aber die sog. frontanschlüsse im top, nicht sehr verlockend


Ansich ist so etwas natürlich immer Geschmackssache diese Schale bietet aber einen unglaublichen Vorteil: Eingesteckte USB-Sticks können nicht so leicht abbrechen oder auch nur die Buchse belasten, wenn man dagegen kommt, selbst wenn man unachtsam etwas auf das Gehäuse drauflegt, während der Stick halt drinsteckt. Trotzdem, für das Geld gibts ja mittlerweise schon das (fast) das silberne TJ10-window bei Caseking, das würde ich diesem hier dann doch vorziehen :)
#8
Registriert seit: 17.08.2006
Ruhrgebiet
Hauptgefreiter
Beiträge: 137
Das SST-TJ09S-W und das SST-TJ10S-W in silber sind aber Gehäuse, die abverkauft werden und vorher für 249 Euro verkauft wurden. Nun kosten beide Gehäuse zwar die Hälfte, aber das kann man nicht als Grundlage für einen Preisvergleich nehmen. Ich habe gerade erst einen PC mit TJ09-Gehäuse gebaut und das moderne Kabelmanagement, bei dem man die Kabel durch Aussparungen im Mainboardträger nach hinten führt, fehlt mir wirklich. Warum Silverstone beim Temjin TJ04-E jedoch nicht einmal Gummiverkleidungen für die Aussparungen im Mainboardträger einsetzt, ist mir schleierhaft. Das macht z. B. Bitfenix beim Raider Midi-Tower für 75 Euro erheblich besser.
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