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Test: Antec Eleven Hundred - Flaggschiff-Modell für Gamer - Fazit

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Seite 7: Fazit

Antec hat sich bei der Entwicklung des Eleven Hundred offenbar von zwei Maximen leiten lassen. Zum einen wurde das Konzept des Super-Midi-Towers aufgegriffen - also eines etwas groß geratenen Midi-Towers, der nicht nur ATX-, sondern selbst XL-ATX-Mainboards aufnehmen kann und im konkreten Fall ganze neun Erweiterungskartenslots bietet. Damit wird das Gehäuse der Gaming-Ausrichtung gerecht, denn so lassen sich selbst Quad-CrossFireX bzw. 4-way-SLI-Verbände unterbringen. Trotzdem ist das Eleven Hundred noch nicht so groß wie ein Full-Tower und mit 6,9 kg Gewicht angenehm leicht.

Zum anderen hat Antec versucht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das Design ist reduzierter und dezenter als bei den anderen Modellen aus Antecs Gaming-Serie, die Ausstattung beschränkt sich auf das, was nötig ist. Modulare Laufwerkskäfige, Hot-Swap-Einschübe, rekordverdächtige Lüftermassen oder eine Lüftersteuerung sucht man beim Eleven Hundred vergeblich. Stattdessen gibt es einen gut verarbeiteten Midi-Tower mit geräumigem Inneren, der auch platzbedürftige Systeme problemlos aufnimmt. Dabei rechnet Antec offenbar mit einer gewissen Eigeninitiative der Käufer. Die Lüfterausstattung beschränkt sich auf die beiden Modelle im Deckel und an der Rückwand, sieben weitere Lüfterplätze können aber je nach Bedarf mit eigenen Lüftern ausgerüstet werden. Auch der Luxus einer Lüftersteuerung wird nicht geboten - und das bei deutlich hörbaren Lüftern. Abgesehen von der überschaubaren Ausstattung fallen noch einige kleinere Kritikpunkte auf - das sind vor allem die sich leicht lösenden Gummiummantelungen der Kabeldurchführungen und die Standfüße aus hartem Kunststoff, die das Gehäuse kaum von der Aufstellfläche entkoppeln.

Ansonsten kann das eigentliche Gehäuse überzeugen. Die Verarbeitungsqualität bewegt sich auf hohem Niveau. Das Design ist angenehm dezent, macht aber trotzdem deutlich, dass es sich beim Eleven Hundred um ein Gamer-Gehäuse handelt. Hervor sticht vor allem auch das große Window im Seitenteil. Die werkzeuglose Montage von 3,5-Zoll-Festplatten, optischen Laufwerken und Erweiterungskarten ist gut gelöst.

Das Eleven Hundred ist kein Rundum-Sorglos-Paket, das alle nur erdenklichen Ausstattungsmerkmale vorweisen kann. Stattdessen erhält der Käufer ein vergleichsweise günstiges, aber hochwertiges XL-ATX-Gehäuse, das eher als flexibles Grundgerüst zu sehen ist. Wer ohnehin Lüftersteuerung und Lüfter separat auswählen und erwerben möchte oder bereits besitzt, wird froh sein, diese Ausstattungsmerkmale nicht mitbezahlen zu müssen. Das gleiche gilt für Features, die in der Praxis ohnehin nur von wenigen Käufern genutzt werden dürften - z.B. Hot-Swap-Einschübe. Allerdings erschwert uns dieser minimalistische Ansatz gerade im Vergleich mit deutlich umfangreicher ausgestatteten Konkurrenzprodukten die Bewertung des Antec-Gehäuses. Das CM Storm Trooper (zu unserem Test) ist z.B. als ausgewachsener Full-Tower mit umfangreicherer Ausstattung (u.a. vier vormontierte Lüfter, Lüftersteuerung, 2,5-Zoll-Hot-Swap-Einschub) auch nur rund 20 Euro teurer. Angesichts der angeführten Kritikpunkte und der starken Konkurrenz verfehlt das Eleven Hundred knapp einen Award - es ist aber allemal eine interessante Option, wenn ein geräumiges Gamer-Gehäuse mit dezentem Design und zu einem relativ günstigen Preis gesucht wird.
Positive Aspekte des Antec Eleven Hundred:
  • Midi-Tower mit Platz für XL-ATX-Mainboards, neun Erweiterungskartenslots
  • flexible Kühloptionen - neun Lüfterplätze, Schlauchdurchführungen
  • für ein Gamer-Gehäuse unaufdringliche Optik, großes Fenster im Seitenteil
  • werkzeuglose Montage der Erweiterungskarten, 3,5- und 5,25-Zoll-Laufwerke
  • relativ leicht
Negative Aspekte des Antec Eleven Hundred:
  • nur zwei Lüfter inklusive
  • Lüftersteuerung wurde eingespart, verbaute Lüfter ungeregelt deutlich hörbar
  • Ummantelungen der Kabeldurchführungen lösen sich leicht
  • keine Staubfilter für optionale Seitenteillüfter
  • Standfüße aus hartem Kunststoff

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