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Test: Der leise PC auf Basis des Cooler Masters Silencio 550 - Testverfahren und -ergebnisse

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Seite 6: Testverfahren und -ergebnisse

Damit reproduzierbare Ergebnisse sichergestellt werden können, wurden alle Stromsparmechanismen des Prozessors deaktiviert und die VCore manuell fest eingestellt.

Vor dem Belastungstest wurde das System zuerst mit dem Benchmark 3D Mark 2006 30 Minuten lang aufgeheizt. Danach folgte der 20 minütige Stresstest mittels Prime95, welcher alle vier Kerne zu 100% auslastete. Zur Protokollierung der Temperaturen wurde das Tool AIDA64 verwendet. Für den Vergleich wurde die Differenz aus den Maximalwerten der jeweiligen Komponenten und der Raumtemperatur betrachtet. Um eine möglichst vollständige Aussage zu treffen, wurden die Lüfter pro Durchlauf jeweils mit 12, 9, 7 und 5 Volt betrieben. Weiterhin wurde die Lüfterbestückung im Rechner variiert, um Schwachpunkte ausfindig machen zu können.

 

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Wie im Vorfeld schon angenommen wurde, lässt dich das System auch problemlos semi-passiv betreiben. Die verwendete CPU mit einer TDP (Thermal Design Power) von nur 65 Watt stellte dabei auch keine besondere Hürde dar. Dabei zeichnet sich ab, dass für die drei beobachten Bauteile - CPU, Spannungswandler (VRM) vom Mainboard und die Southbridge – kaum von einen zusätzlichen Frontlüfter profitieren. Die meisten Schreibarbeiten erledigt ohnehin die Solid State Disk, sodass die HDD keine zusätzliche Kühlung benötigt. Man kann diesen also getrost weglassen insofern man auf nur eine Festplatte setzt. Anders sieht es natürlich bei Konfigurationen mit zwei oder mehr Festplatten aus, hier sollte nicht auf den Frontlüfter verzichtet werden.

Bereits mit einer anliegenden Spannung von 9 Volt drehten alle Lüfter unter 800 U/min und das System ist insgesamt als leise zu bezeichnen. Reduzierte man die Spannung der Lüfter noch weiter, verstummt das System endgültig und das Tribut zollt man in Form von deutlich höheren Temperaturen.

Verzichtet man auf einen CPU-Lüfter und betreibt den Prozessor semi-passiv – die Abwärme kann nur der Hecklüfter aus dem Gehäuse befördern – resultiert dies bei 12 Volt in ca. 10 Kelvin schlechteren Temperaturen, bei 5 Volt sind es sogar über 20 Kelvin.

Ein stabiler Betrieb ist in allen getesteten Varianten möglich gewesen.

Ein selbst zusammen gestelltes System auf leises Arbeiten auszurichten, ist bei weitem unkomplizierter als es noch vor ein paar Jahren der Fall war. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen sind die User vom Gedanken abgekommen, dass Leistung laut sein muss, des Weiteren haben auch die Hersteller „Silent-Hardware“ als Qualitätsmerkmal entdeckt und können es auch mit hochwertigen Produkten unterlegen. Auch wenn von den Marketingabteilungen mit Buzzwords wie „Ultra-Silent“ überstrapaziert wird. Zum anderen stand die Steigerung der Effektivität in vielen Bereichen auf der To-Do-Liste. Seit Jahren bleibt eine TDP von 130 Watt im Desktop-Bereich die Obergrenze. CPU-Kühler bieten hierfür genügend Reserven und können den Prozessor – der Test zeigte es – problemlos semi-passiv kühlen. Nicht zu vergessen sind die Verbesserungen im Netzteilmarkt. In den Anfangsjahren des neuen Jahrtausends fristeten die grauen Kisten ein Nischendasein. Initiativen wie GreenIT und 80plus sorgten aber auch hier für Aufschwung. Mittlerweile sind Netzteile mit einem Wirkungsgrad von über 87% (80plus Gold) keine Seltenheit mehr. Selbst passive Netzteile sind nun massenmarkttauglich und keine reine Speziallösungen für einzelne Silent-Freaks.
Ein interessanter Trend sind die integrierten GPUs in die CPU. Zumal bereits die jetzigen Lösungen leichte 3D-Kost flüssig darstellen können. Und das ist auch die Krux; Während Prozessoren im Stromverbrauch regelrecht stagnieren und in der letzten Generation ihren Energiehaushalt sogar verbessern konnten, übertreffen sich die High-End-Grafikkarten von Gerneration zu Generation in puncto Stromhunger. Jene sind deutlich schwerer zu kühlen und umfasst ein eigenes Kapitel, welches in der Hardwareluxx [printed] 03/2011 thematisiert wurde.
Das Hauptaugenmerk dieses Tests war die Tauglichkeit des Cooler Masters Silencio 550 als Behausung für leise Rechner. Diese Aufgabe wird es gerecht und hinterlässt einen guten Eindruck. Das Erscheinungsbild ist schlicht und unauffällig. Keine bunten LED-Lüfter oder sonst als Gaming-Gear verschriene Accessoires. Die Fronttür mit einer Klavierlack-Optik – auf die man schwer Fingerabdrücke bekommt, Dank Spezialbeschichtung – unterstreicht die saubere Optik. Die Verarbeitung ist solide und frei von scharfen Kanten. Der Innenraum wirkt aufgeräumt und bietet die üblichen Finessen wie einen herausnehmbaren 3,5-Zoll-Käfig für überlange Grafikkarten, werkzeuglosen Einbau von Laufwerk und Öffnungen für Schlauchdurchführungen. Lobenswert sind die beiden verbauten 120-mm-Lüfter, die im Test positiv aufgefallen sind und mit weniger als 9 Volt sehr leise sind. Dem gegenüber stehen das weniger gelungene Kabelmanagement, Die Dämmung der Seitenteile verfehlt ein Großteil der Wirkung, da keine weiteren Flächen im Gehäuse gedämmt sind und die geringe Breite, welche die Montage von High-End-CPU-Kühlern verwehrt. Plant man den Einbau einer leistungsstarken Grafikkarte, muss man mit höheren Temperaturen rechnen, da dem Silencio 550 schlichtweg Entlüftungsmöglichkeiten fehlen bzw. ein weitere herausblasender Lüfter. Das widerspricht auch den Gedanken von einem auf Silent getrimmten Gehäuse.
Positive Aspekte des Cooler Masters Silencio 550
- schlichtes und edelwirkendes Äußeres
- solide Verarbeitung
- gute mitgelieferte 120-mm-Lüfter
Negative Aspekte des Cooler Masters Silencio 550
- misslungenes Kabelmanagment
- zu geringe Breite für High-End-CPU-Kühler
- erhöhte Temperaturen in Verbindung mit leistungsstarken Grafikkarten