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VIA PT880 Pro Referenzboard im Test

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Seite 3: Besonderheiten und Auffälligkeiten

Technisch müssen wir einige Dinge vorwegschieben, die in unserem Fall sicherlich noch auf die Performance des Boards und auf den Gesamteindruck einen Einfluß hatten:

  • VIA wird den PT880 Pro im finalen Status für FSB1066 fit machen. Unser Board kam mit FSB1066-Prozessoren noch nicht zurecht und begrüßte uns beim Einsetzen der Prozessoren nur mit einem schwarzen Bildschirm. Dies liegt an unserer frühen Boardrevision, in neuen Samples soll der schnellere FSB schon funktionieren.
  • Leider plagten uns bei dem Referenzsample Reboot-Probleme - teilweise vergaß das Board die Bios-Einstellungen und bootete im Single-Channel DDR266-Modus, wobei wir dann wieder von Hand die richtigen Einstellungen konfigurieren mussten. Auch dieses Problem wird sicherlich in den Mainboards am Markt verschwunden sein, aber zeigt sich darin eine gewisse fehlende Reife des Boards. Bis finale Boards am Markt in den Läden stehen werden, könnten also noch ein paar Wochen vergehen.
  • Leider unterstützt der VIA PT880 Pro nur x4 PCI-Express. Es ist zwar ein PCI-Express x16-Slot enthalten, dieser ist leider nur per x4 angebunden. Aus diesem Grund ist es eigentlich nicht möglich, die volle PCI-Express-Performance zu erreichen. In vielen Benchmarks werden wir später einen Einfluß auf die Performance sehen, in einigen wird der x4-Bus auch keine Auswirkungen haben. Allerdings sollte man sich bei VIA dazu entschließen, klar zu kommunizieren, dass der PCI-Express-Bus nur auf x4 ausgelegt ist - denn aus den bisherigen Marketing-Folien und der Webseite ging dies nicht hervor.
  • Der Dual-Grafikkarten-Betrieb war bei uns nur eingeschränkt möglich. Wir konnten zwar eine AGP- und eine PCI-Express-Grafikkarte gleichzeitig verwenden, zumindest bei einer GeForce 2 MX440 8x und einer Radeon X600 verschluckte sich das System allerdings deutlich - es gab zwar keine Abstürze, aber Windows ließ sich bei jedem einzelnen Befehl viele Sekunden Zeit. Benchmarks waren so natürlich gar nicht möglich, denn es war schon schwierig, überhaupt ein Programm zu starten. Hier scheint noch etwas am Treiber zu hängen - aber dies wird man sicherlich auch ausbügeln können.
  • Auch sonstige Einstellungen waren noch sehr "beta" - der Busmaster stand beispielsweise standardmäßig auf PIO.

Insgesamt wird man also an vielen Stellen noch basteln - aber da unser Referenzboard sicherlich auch schon ein paar Tage alt ist, könnten sich bis zum heutigen Zeitpunkt schon viele Besserungen ergeben haben. Interessant war sicherlich der Versuch, zwei Grafikkarten in einem System zu betreiben. Hier sollte die Hauptherausforderung liegen, da wir den Eindruck hatten, dass es sehr auf die eingesteckten Karten ankommt, ob man Probleme bekommt, oder nicht.

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Auch noch nicht fertig ist die VIA VT8251-Southbridge, die VIA ja auch für den K8T890 und die PT894-Chipsätze verwenden will. Wird diese verwendet, sind weitere zwei PCI-Express x1-Lanes verfügbar. Maximal könnte man also auf einem Mainboard mit PT880 Pro-Chipsatz und VT8251-Southbridge einen x16-Port (x4) und zwei x1-Ports oder ähnliche Konfigurationen mit schnellen Onboard-Geräten vorfinden. Weiterhin ergeben sich dabei Vorteile für den Betrieb mit der PT894 und PT894 Pro-Version.

Zunächst finden wir natürlich die bereits erwähnten zwei PCI-Express x1-Lanes und die bereits bekannten sechs busmasterfähigen PCI-Slots, die die VT8251 natürlich weiterhin enthält. Auch die VIA-Drive-Station samt VRaid-Fähigkeiten sind bereits bekannt: Hier kann man nun vier Serial-ATA Geräte im Raid 0, 1 und 0+1 verbinden und auch vier ATA/133-Geräte können angesteckt werden - das ist ein deutlicher Vorteil gegenüber der Intel ICH6R, bei der man nur einen ATA/133-Controller findet. Da die VT8251 auch für die kommenden PT894-Chipsätze verwendet werden soll, hat VIA hier gegenüber Intel einen kleinen Vorteil. Einen Vorteil hat Intel hingegen wieder, da VIA ein Feature wie Matrix-Raid nicht implementiert hat, dafür bietet VIA Raid 5. Auch vorhanden ist in der VT8251 ein AHCI-Interface, so dass Native Command Queuing unterstützt wird.

Acht USB 2.0-Ports sind weiterhin Standardkost, ebenso natürlich die Keyboard/Mouse-Ports, der Low-Pin-Count und der AC97-Modem-Port. Neu - und das hinsichtlich des Onboard-Sounds - ist die Unterstützung des HD-Audio-Standards, den Intel für die ICH6-Serie erstmals ins Leben gerufen hat. Unklar ist hingegen, in welcher Art und Weise VIA diesen Standard hier unterstützt, man spricht aber von der Envy 2-Lösung als Favorit. In einem persönlichen Gespräch bekamen wir bestätigt, dass Azalia hier vollständig unterstützt wird, falls der Mainboardhersteller derartige Codecs unterstützen möchte. NVIDIA hält sich hier aufgrund der Dolby-Digital-Lizenzkosten zurück.

Hinzu kommt die Möglichkeit, einen VIA Gigabit-Ethernet-Controller direkt anzuschließen, ebenso wie einen 10/100 MBit-Controller. VIA hat jedoch keinen integrierten Gigabit-LAN-Adapter in die VT8251 untergebracht, allerdings bietet man Benchmarks, dass ein Anschluss mit der K8T890-Northbridge über PCI-Express leistungsfähiger wäre, als die bereits schon schnelle, nativ angebundene NVIDIA-Lösung. Des Weiteren argumentiert man, dass sich aus der NVIDIA-Lösung neben der reinen Bandbreite auch in den Kosten kein Vorteil ergibt. Auf NVIDIA-Platinen muss immer noch ein PHY-Chip gelötet werden, was sich in den Kosten und Platzbedarf auf dem Board mit einem normalen Ethernet-Chip deckt.

Angeschlossen wir die Southbridge wieder, wie bekannt, über das Ultra V-Link-Interface. Das Interface schaufelt 1066 MB/s über den Bus, was mit einer vollen Raid-Konfiguration aus vier Serial ATA-Geräten, beiden PCI-Express x1-Slots sowie den PCI-Slots und weiteren Geräten (z.B. USB 2.0) durchaus schon eng werden könnte. Allerdings tritt ein Worst Case in dieser Form sicherlich selten auf - und es bieten sich für High-Performance-Geräte ja schließlich die Schnittstellen direkt an der Northbridge an.