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VIA PT880 Pro Referenzboard im Test

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Seite 14: Fazit und Empfehlungen

VIA hat einen interessanten neuen Chipsatz auf den Markt gebracht - der vor allen Dingen im niedrigen Preissegment punkten wird. Die Möglichkeit, DDR und DDR2 relativ flexibel einzusetzen, AGP und PCI-Express miteinander zu kombinieren und FSB800 und FSB1066-Prozessoren zu verwenden, bringt Flexibilität, die Intel aktuell nicht zur Verfügung stellen kann. Mit der neuen VT8251-Southbridge kommen auch weitere Top-Features mit hinzu - und der Hersteller kann günstige Lösungen wie gewohnt andocken, um das Board nach Belieben auszustatten. Günstigen Boards wie einer neuen Version des MSI PT880 stehen dann nichts mehr im Wege, wobei diese preislich deutlich unter den i915P-Lösungen liegen, aber sicherlich nicht weniger gut ausgestattet am Markt präsent sein werden.

Ein paar Schwächen zeigt VIA aber auch noch in diesem Review - doch dies ist für Referenzboards eigentlich schon fast normal, schließlich handelt es sich nicht um ausgereifte Serienplatinen, sondern um einzelne Samples, die zu Demonstrationszwecken hergestellt worden sind. So sind einzelne Fehler im Bios und Unklarheiten beim Treiber sicherlich noch zu verkraften, auch wenn wir die angesprochenen Probleme mit dem Zwei-Grafikkarten-Betrieb als durchaus kritisch sehen.

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Doch diese Fehler sind alle zu beheben - enttäuscht sind wir hingegen vom PCI-Express x4-Interface. Bislang wurde von VIA deutlich ein PCI-Express x16-Slot kommuniziert, dass sich dieser nun als x4-Slot entpuppt, ist mehr als schade. Es scheint sich im PCI-Express-Bereich leider durchzusetzen, dass man gerne mal einen x4 oder einen x16-Slot auf das Board lötet, diesen aber nur mit x1 oder x4 bestückt. Der Kunde merkt dies dann höchstens an der Performance - wir sind der Meinung, man sollte deutlich kommunizieren, was hinter dem eigentlich aufgelöteten Slot steckt. Bei VIA merkt man den Performanceinbruch zwar nur selten, aber dann deutlich: Aquamark und SpecViewPerf sind zwei deutliche Beispiele für den Einbruch der Performance. In diesem Fall sieht das Board dann ähnlich schlecht aus wie ein i915P-Board mit B1-Bug. Dieser konnte jedoch per Bios-Update behoben werden - beim VIA PT880 Pro ist dies nicht der Fall.

Im Endeffekt ist die Möglichkeit, von der bestehenden AGP-Lösung auf PCI-Express zu upgraden, demnach etwas halbherzig - aber zumindest bietet man als Hersteller diese Option, die bislang am Markt einmalig ist.

Allerdings öffnet sich gleichzeitig ein positiver Blick auf den PT894 - dieser kann nämlich mit einem vollwertigen x16-Interface auftrumpfen, ist dem PT880 Pro allerdings sonst recht ähnlich. Da der PT880 Pro schon in einigen Benchmarks die Performance einiger i915P und i925X-Boards erreicht hat, ist zu erwarten, dass der PT894 sich mit DDR2, einem vollwertigen x16-Interface und ausgereiften Hypernion-Treibern teilweise vor einem i925X-Board platzieren kann. Zusammen mit einem Pentium 4 Extreme Edition könnte sich zudem auch noch ein schickes FSB1066-System bauen lassen. Mit der VT8251 hätte VIA dann auch die Möglichkeit, noch zusätzliche x1-Slots zu liefern, Raid 5 anzubieten und gute Onboard-Sounds andocken zu lassen. Sofern der PT894 und dessen Pro-Variante es also bald auf den Markt schaffen, könnte man sicherlich ein dickes Stück vom Intel-Monopol abknabbern.

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