> > > > VIA K8T890 Referenz im Test

VIA K8T890 Referenz im Test

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 2: Die K8T890 Chipsätze und VT8251 Southbridge

Ab sofort splittet VIA das Können der Chips und bietet für den High-End-Markt eine Dual-CPU-fähige und Dual-GPU-fähige K8T890 Pro-Version an und eine K8T890-Version, die über diese Fähigkeiten nicht verfügt. Der K8T890 verfügt über einen PCI-Express x16-Steckplatz und die übrigen vier PCI-Express-Lanes können vom jeweiligen Mainboardhersteller frei verwendet werden. Es sind also viermal PCI-Express x1 genauso möglich wie zweimal PCI-Express x2 oder einmal PCI-Express x4. Die Northbridge besitzt zudem ein maximal 1000 MHz schnelles HT-Interface und einen Ultra V-Link zur Anbindung der Southbridge.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Für die K8T890 Pro-Version bietet VIA zudem die Möglichkeit, zwei Grafikkarten einzusetzen und über eine x16- und eine x4-Lane zu verwenden. Somit blieben aber keine PCI-Express Lanes für Peripheriegeräte über. Doch hier soll die neue VT8251 Southbridge Abhilfe schaffen und zwei weitere Lanes zum Anschluss von x1-Karten liefern. Geregelt wird dies hier nicht wie bei NVIDIA über einen PCI-Express-Switch, sondern "klassisch" wie bei den Intel E7525-Chipsätzen über ein festes x16 und ein x4-Interface, welches als x16-Interface auf dem Mainboard verlötet wird.

VIA wird hier, entgegen aller vorherigen Meldungen aber zunächst nicht NVIDIAs SLI-Technologie unterstützen . VIA DualGFX Express eignet sich besonders für Workstationsysteme mit Multi-Display-Lösungen. Die K8T890 Pro-Mainboards mit DualGFX unterstützen bisher alle ATI PCI-Express Grafikkarten. Für NVIDIA-Karten liegen noch nicht ausreichend umfangreiche Testreihen vor, die einen reibungslosen Betrieb garantieren. Es müssen aber nicht zwei gleiche Karten verwendet werden, wie dies bei NVIDIAs SLI der Fall ist. Mit Hilfe von DualGFX können zwei unterschiedliche Anwendungen auf zwei Bildschirmen unabhängig voneinander jeweils von einer Grafikkarte berechnet werden. Somit eignet es sich besonders für CAD- und Videoschnitt-Programme. Eine leistungsstarte Workstationkarte (NVIDIA Quadro FX oder ATI Fire GL) rendert auf dem PCI-Express x16-Steckplatz die aufwendigen Sequenzen, die sowohl viel Rechenleistung als auch Bandbreite benötigen und eine ATI X600 auf dem PCI-Express x4-Steckplatz sorgt auf dem zweiten Display für die Darstellung der Windows-Programmoberfläche, auf der dann z.B. die Parameter verändert werden können, die auf der leistungsstarken Karte berechnet werden. Ob SLI zu einem späteren Zeitpunkt noch unterstützt wird, ist nicht bekannt.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Auf den obigen Bildern sieht man deutlich die Aufgaben der Northbridge: Das DDR-Interface ist natürlich weiterhin in der CPU untergebracht, die VIA mit einem 1 GHz/16 Bit-Interface, wie bereits bekannt, anbindet. Wie bei den i925x/i915P-Chipsätzen bietet der Chipsatz nun vier x1-Lanes, die frei konfiguriert werden können. Dies macht den Chipsatz etwas flexibler als den Intel-Chipsatz, der dies nur in der Server-Version E7525 unterstützt. Ein x16-Interface steht für Grafikkarten parat. Die Southbridge wird wieder über ein V-Link-Interface angebunden.

Hierbei ist dieses die Basis, um entweder die bekannte VT8237-Southbridge anzubinden oder gleich auf die neue VT8251 zu setzen. Wird diese verwendet, sind weitere zwei PCI-Express x1-Lanes verfügbar. Maximal könnte man also auf einem Mainboard mit K8T890-Chipsatz und VT8251-Southbridge einen x16-Port und sechs x1-Ports oder ähnliche Konfigurationen mit schnellen Onboard-Geräten vorfinden. Damit liegt VIA etwas vor der Konkurrenz. Weiterhin ergeben sich dabei Vorteile für den Betrieb mit der K8T890 Pro-Version, denn wegen der zwei PCI-Express-Slots, die zusammen alle 20 Lanes der Northbridge in Beschlag nehmen, stehen so noch zwei weitere zur Verfügung.

Zunächst finden wir natürlich die bereits erwähnten zwei PCI-Express x1-Lanes und die bereits bekannten sechs busmasterfähigen PCI-Slots, die die VT8251 natürlich weiterhin enthält. Auch die VIA-Drive-Station samt VRaid-Fähigkeiten sind bereits bekannt: Hier kann man nun vier Serial-ATA Geräte im Raid 0, 1 und 0+1 verbinden und auch vier ATA/133-Geräte können angesteckt werden - das ist ein deutlicher Vorteil gegenüber der Intel ICH6R, bei der man nur einen ATA/133-Controller findet. Da die VT8251 auch für die kommenden PT894-Chipsätze verwendet werden soll, hat VIA hier gegenüber Intel einen kleinen Vorteil. Einen Vorteil hat Intel hingegen wieder, da VIA ein Feature wie Matrix-Raid  nicht implementiert hat. Auch vorhanden ist in der VT8251 ein AHCI-Interface, so dass Native Command Queuing unterstützt wird.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Acht USB 2.0-Ports sind weiterhin Standardkost, ebenso natürlich die Keyboard/Mouse-Ports, der Low-Pin-Count und der AC97-Modem-Port. Neu - und das hinsichtlich des Onboard-Sounds - ist die Unterstützung des HD-Audio-Standards, den Intel für die ICH6-Serie erstmals ins Leben gerufen hat. Unklar ist hingegen, in welcher Art und Weise VIA diesen Standard hier unterstützt, man spricht aber von der Envy 2-Lösung als Favorit. In einem persönlichen Gespräch bekamen wir bestätigt, dass Azalia hier vollständig unterstützt wird, falls der Mainboardhersteller derartige Codecs unterstützen möchte. NVIDIA hält sich hier aufgrund der Dolby-Digital-Lizenzkosten zurück.

Hinzu kommt die Möglichkeit, einen VIA Gigabit-Ethernet-Controller direkt anzuschließen, ebenso wie einen 10/100 MBit-Controller. VIA hat jedoch keinen integrierten Gigabit-LAN-Adapter in die VT8251 untergebracht, allerdings bietet man Benchmarks, dass ein Anschluss mit der K8T890-Northbridge über PCI-Express leistungsfähiger wäre, als die bereits schon schnelle, nativ angebundene NVIDIA-Lösung. Des Weiteren argumentiert man, dass sich aus der NVIDIA-Lösung neben der reinen Bandbreite auch in den Kosten kein Vorteil ergibt. Auf NVIDIA-Platinen muss immer noch ein PHY-Chip gelötet werden, was sich in den Kosten und Platzbedarf auf dem Board mit einem normalen Ethernet-Chip deckt.

Angeschlossen wir die Southbridge wieder, wie bekannt, über das Ultra V-Link-Interface. Das Interface schaufelt 1066 MB/s über den Bus, was mit einer vollen Raid-Konfiguration aus vier Serial ATA-Geräten, beiden PCI-Express x1-Slots sowie den PCI-Slots und weiteren Geräten (z.B. USB 2.0) durchaus schon eng werden könnte. Allerdings tritt ein Worst Case in dieser Form sicherlich selten auf - und es bieten sich für High-Performance-Geräte ja schließlich die Schnittstellen direkt an der Northbridge an.