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DDR2-Speicher-Roundup Nr. 3

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Seite 13: Fazit und Empfehlungen

Zunächst sollte man sich die Frage stellen, welche Taktfrequenzen man überhaupt erreichen will. Einen kleinen Geschwindigkeitszuwachs erhält man zwar, wenn man den Speicher asynchron zum CPU-Bus betreibt, aber dieser muss dann teuer erkauft werden, denn es müssen bei gleichen Timings deutlich bessere Speicherfrequenzen erreicht werden können. Dies führt in der Regel dazu, dass man nicht an speziell geprüftem Overclocking-Speicher vorbeikommt. Die Verifizierung für hohe Taktraten und gute Timings lassen sich die Hersteller jedoch einiges kosten, denn die Selektierung derartiger Super-Speicherriegel ist nicht einfach.

Sehr positiv ist die Tatsache, dass wir fast keine Kompatibilitätsprobleme hatten - und die eine Auffälligkeit war eher ein Mainboard- als ein Speicherfehler. In diesem Sinne scheint DDR2 keine Kinderkrankheiten zu besitzen, was natürlich auch an ausgereiften Chipsätzen liegt. Je mehr Wildwuchs in einem Chipsatzbereich herrscht, desto wahrscheinlicher sind Kompatibilitätsprobleme, da sich die Speicherhersteller speziellen Standards der Chipsatzhersteller widmen müssen.

Erfreulich ist hingegen, dass viele Speichermodule mittlerweile bei DDR2-533-Settings mit 3-2-2-8 laufen und auch bei DDR2-667 recht gute Timings erreicht werden. Somit ist ein großer Kritikpunkt gegenüber dem DDR400-Standard vom Tisch, denn durch schlechte Timings geht der Geschwindigkeitszuwachs von DDR2 durch die höhere Bandbreite sonst praktisch völlig verloren.

Für jedes Speichermodul wollen wir nun eine kleine Bewertung durchführen:

Corsair XMS5400 DDR2-675 Ultra Latency:

Sicherlich kann man hier nicht anders, als eine Empfehlung für die Speichermodule auszusprechen: Sie liefern einfach bei jeder Taktfrequenz eine perfekte Performance und sehr gute Timings. Selbst bei 816 MHz konnten wir die Module noch mit 4-3-3-8 betreiben, bis 667 MHz waren sogar noch 3-2-2-4 möglich. Das schlug sich auch in einer perfekten Performance nieder, die Module waren hier oft mit einem für Speichermodule deutlichen Abstand in Führung.

Durch die Flexibilität, sowohl hohe Speichertaktraten wie auch gute Timings verwenden zu können, sind die Corsair XMS5400 DDR2-675 Ultra Latency im Moment die Speicherriegel Nr. 1 im DDR2-Bereich. Allerdings lässt sich Corsair diese Qualität auch mit einem Aufschlag vergüten, denn die Module werden handselektiert und sind somit recht teuer in der Herstellung. Für Preis-Leistungs-Fans sind die Module deshalb nichts, der Performance-Freak wird jedoch seine helle Freude an diesen Modulen haben. Wir verleihen deshalb unseren Excellent Hardware-Award.

Crucial Ballistix Tracer DDR2-667:

Die Crucial Ballistix Tracer sind die Show-Module in diesem Roundup: Kein Modul ist für den Modder so interessant, da die Module den Bereich um die Speichermodule in ein schickes blaues Licht hüllen und auch Speicherzugriffe mit LEDs anzeigen. Allerdings muss man deutlich sagen: Die LED-Implementierung wirkte bei Corsairs XPERT-Serie oder bei den "Pro"-Modulen etwas hochwertiger, da hier nicht auf den ersten Blick sichtbar ist, dass die Module etwas Besonderes beinhalten.

Von den Timings her können die Module eher nicht überzeugen - aber das ist nicht wirklich wichtig, da sie doppelseitig organisiert sind und der Speichercontroller des i955X die Module demnach ebenso effizient adressieren kann. So liefern sie fast die Performance der Corsair-Module, auch wenn die Timings bei 816 MHz etwas schlechter sind. Auch die Crucial-Module sind deutlich teurer als ein normales Markenmodul, also nichts für den Sparfuchs. Insgesamt hätten wir uns für einen Award aber gerade eine bessere Performance im Bereich der DDR2-600- bis DDR2-667-Frequenzen gewünscht

GeIL PC5300:

Die GeIL DDR2-Module schneiden in unseren Benchmarks eigentlich auch recht gut ab, können aber in der Performance meistens nur im mittleren Bereich liegen, da die Module bei den Timings auch nicht so gut abschneiden wie die Top-Module. Im Vergleich zu anderen Overclocking-Speichern sind diese Module minimal günstiger, aber trotzdem teurer als der Rest. Besonderheiten wie LEDs und andere Gimmicks besitzen die GeIL PC5300 nicht. Die Speichermodule erfüllen zwar voll ihren Zweck, hohe Taktfrequenzen mit den garantierten Timings zu erreichen, bieten aber für den insgesamt recht hohen Preis keine deutlichen Vorteile. GeIL bietet jedoch auch noch andere Speichermodule an, die auf dem Papier deutlich performanter aussehen, die GeIL PC5300 darf man also wohl eher als Einstiegs-Serie der GeIL-Speichermodule sehen.

Kingston HyperX KHX6000:

Kingstons Speichermodule wirken edel und erreichen garantierte 750 MHz. Bei uns liefen die Module sogar bis 816 MHz noch ohne Probleme und mit ordentlichen Timings, gerade der Bereich um 667 MHz war für die Module ein gutes Terrain. Insgesamt hätten wir uns von diesen Modulen aber ebenso bei den Timings noch etwas mehr versprochen.

Die blauen Heatspreader sehen schick aus, Kingston legt zudem Wert auf das Drumherum. Die Luxus-Speichermodule lässt man sich allerdings auch recht teuer bezahlen, schließlich müssen die Chips auf 750 MHz laufen und eine entsprechende Validierung erhalten. Für den Overclocker, der diese Taktfrequenzen garantiert erreichen möchte, sind die Kingston-Speicher sicherlich zu empfehlen.

MDT DDR2-533:

Die MDT DDR2-533-Riegel sind die Überraschung in diesem Roundup: Eigentlich sind die Module "nur" typische DDR2-533-Riegel ohne Heatspreader und Besonderheiten, der Markenspeicher entpuppte sich aber als Overclocking-Kracher. So konnte er mit 3-2-3-4-Timings bei 533 MHz überzeugen und erreichte auch bei 816 MHz noch gute Timings. Damit lag er in vielen Bereichen auch in den Benchmarks gut.

Wer also günstige und gute Speichermodule sucht, aber auch übertakten will, der hat bei den MDT-Riegeln sicherlich die Chance, die Leistung der großen Overclocking-Speichermodule zum halben Preis zu erreichen. Die Module sind aktuell schon unter 50 Euro zu haben (512 MB), somit liegt man hier wirklich im Schnäppchenbereich. Zwar erhält man keine Garantie auf die hohen Frequenzen, aber einen Versuch ist es sicherlich wert, wenn man ein wenig Risiko nicht scheut. Die MDT DDR2-533-Riegel erhalten somit ebenso unsere Hardwareluxx-Award.

PDP DDR2-700:

Die Patriot Memory-Module konnten ebenso überzeugen -  auf unserem ASUS P5WD2 machten sie zwar aufgrund des Board-Bios Probleme, lieferten aber ansonsten ein hervorragendes Testergebnis ab. Selbst bei 816 MHz liefen sie noch mit 4-4-4-12 und konnten deshalb auch in den Performance-Grafiken immer oben mit dabei liegen. Auch waren die PDP-Module die einzigen, die im Bereich um 533 MHz mit 3-2-2-4 wie die Crucial-Speichermodule liefen.

Eine bedenkenlose Empfehlung hätte es ohne den ASUS P5WD2-Ausfall gegeben, so bleibt abzuwarten, wie das Problem der Speichermodule in dem Board zu lösen ist. In allen anderen Boards zeigten sich hingegen keine Probleme, deshalb schieben wir das Problem auf das Mainboard. Vom Preis her liegen die PDP-Riegel leicht unter der Overclocking-Konkurrenz, zudem verifiziert PDP, dass die Module auf mindestens 700 MHz mit guten Timings laufen. In unseren Augen sind die PDP-Module ein kleiner Geheimtipp und kommen knapp hinter der mit einem Award ausgezeichneten Konkurrenz ins Ziel

takeMS DDR2-533:

Die takeMS DDR2-533-Riegel waren die einzigen Module, die die 800 MHz nicht erreicht haben. Bei einem DDR2-533-Riegel verwundert dies eigentlich auch nicht. Auf ihren spezifizierten DDR2-533-Frequenzen erreichten die Module auch gute Werte: 3-3-3-4 sind als Timings durchaus sehr gut, da die Module bis 733 MHz mit übertaktbar waren und vor allen Dingen auch keine Kompatibilitäts- oder SPD-EEPROM-Probleme besaßen, sind wir durchaus zufrieden.

Für den Performance-Freak fehlt hingegen das "Besondere", aber für einen Rechner, der qualitativ gutes DDR2 ohne Übertaktungsfähigkeiten benötigt, sind die takeMS-Riegel durchaus zu empfehlen. Uns stört aktuell nur noch der im Vergleich etwas hohe Preis, denn die takeMS-Riegel sind bei uns im Preisvergleich noch bei 80 Euro gelistet. Die MDT-Riegel sind dort beispielsweise schon ab 45 Euro erhältlich, der Aufschlag ist demnach in dieser höhe kaum gerechtfertigt.

TwinMOS Twister DDR2-700:

Die beiden Vorserien-Sticks von TwinMOS nehmen wir aus einer offiziellen Wertung erst einmal heraus. Trotzdem ein paar Worte zu den beiden Modellen:

Die TwinMOS Twister DDR2-700 schnitten recht gut ab, was die Performance betrifft, da diese Module auch doppelseitig ausgelegt sind. Entsprechend sind auch die Timings etwas schlechter als bei der Konkurrenz. Dafür wurden auch 816 MHz erreicht und die gemessene Leistung war bei diesen Modulen auch sehr gut. Da TwinMOS auch auf das Äußere achtet und schicke schwarze Heatspreader um die Module setzt, könnten sich die Module in der finalen Version mit eventuell leicht besseren Timings zum Geheimtipp durchsetzen, da TwinMOS preislich auch immer zu den günstigeren Herstellern gehört. Eine Wertung muss allerdings ausbleiben, da nicht klar ist, welches PCB und welche Chips tatsächlich auf der Version enthalten ist, die im Handel auftauchen wird.

TwinMOS DDR2-800:

Auch für die TwinMOS DDR2-800-Module gilt dasselbe: Wie diese Module im Handel auftauchen werden, ist noch nicht klar. So wie wir sie getestet haben, sind die Module sicherlich auch genauer im Blickfeld zu behalten. Zum einen ist TwinMOS die einzige Firma im Roundup, die DDR2-800 bereitgestellt hat und die Module auch für diese hohen Frequenzen validiert, zum anderen handelt es sich bei diesen Modulen noch nicht mal um die Twister-Serie, demnach erwarten wir einen recht niedrigen Marktpreis.

Von den Timings her startet das TwinMOS DDR2-800-Modul mit 3-3-3-4 bei 533 MHz gut, bei DDR2-816 kommt das Modul immerhin noch mit 5-4-4-10 ins Ziel. Da die Module einseitig bestückt sind, ist die Performance eher mittelmäßig. Auch hier muss man jedoch noch die finale Revision abwarten. Wenn TwinMOS noch hier und da feilt, könnten auch diese Module zum Publikumsliebling werden.

Unsere Testsieger:

  • Corsair XMS5400 DDR2-675 Ultra Latency:
  • MDT DDR2-533

Herzlichen Glückwunsch zu unserem Award:

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