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DDR2-Speicher-Roundup Nr. 3

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Seite 2: DDR2-Tests: Unsere Testmethoden

Für einen Speichertest am wichtigsten sind natürlich die gelieferten Frequenzen und die Timings. Wir benötigen also ein Mainboard, welches möglichst zuverlässig übertaktet und auch bei höheren Taktfrequenzen einen hohen Speichertakt stabil halten kann und welches auch niedrige Frequenzen ohne weiteres mitmacht. Aufgrund der Features der neuen nForce4 SLI Intel Edition-Mainboards hatten wir nun zunächst ein nForce4-Mainboard im Sinn, denn diese Boards lassen recht flexibel die seperate Einstellung von Bustakt und Speichertakt zu. Doch das uns vorliegende Referenzboard konnte leider keine hohen Speichertakte liefern und schied demnach aus.

Auch andere Gründe sprechen gegen einen derartigen Test:

  • Wird nur die Speicherbandbreite erhöht, sieht man nicht wirklich eine bessere Performance. Durch einen höheren Speichertakt kann man zwar mehr Daten zum Speicher hin übertragen, aber diese Bandbreite muss auch effektiv genutzt werden. Es macht also nur Sinn, gleichzeitig den FSB mit anzuheben, um die Bandbreite auch zu nutzen. Leider hebt man damit auch den CPU-Takt an, die Performancegewinne sind also nicht nur auf die Speicherbandbreite zurückzuführen, sondern auch auf den höheren CPU-Takt
  • Ideal ist es also, wenn eine Parität zwischen dem Speichertakt und dem FSB gefunden wird. Wenn in beide Richtungen von beiden Bussystemen gleich viele Datenpakete übertragen werden können, ist das Messergebnis am höchsten. Unser Ziel wäre also eigentlich, einen möglichst hohen FSB bei einem Speicherteiler von 1:1 zu erreichen.

Ältere i925X-Mainboards erreichen zwar in der Regel einen hohen Takt, allerdings muss man für einen hohen Speichertakt auch einen hohen Bustakt erreichen, da dieser synchron zusammenhängt. Hier muss also nicht nur das Mainboard mitspielen, sondern auch der Prozessor. Wir verwendeten für die Tests einen Intel Pentium 4 570J, der als Evaluation Sample von Intel keinen festen Multiplikator besitzt, sondern das Einstellen zwischen 14x und 18x möglich macht. Wir wählten hier einen Multiplikator von 14x, um einen möglichst hohen Bustakt zu erreichen. Leider machen uns jedoch viele i925X-Mainboards aufgrund des hohen Bustaktes einen Strich durch die Rechnung: Ab 1066 MHz stellen sie auf einen Speicherteiler willkürlich von 1:1 oder 4:5 zurück und lassen teilweise auch keine eigenen Timings mehr zu.

Ein weiteres Problem ist der Prozessor. Unsere CPU erreicht knapp 4,3 GHz stabil ohne aufwendige Kühlmethoden. Bei einem Multiplikator von 14x ist also bei ca. 307 MHz (1228 MHz FSB) Schluss - mehr geht nicht. Demnach ist ein synchroner FSB nicht zielkonform: DDR2-614 reisst niemanden vom Hocker. Wir haben uns nun zunächst entschlossen, einen 4:5er Teiler zu verwenden, wobei natürlich ein Overhead entsteht, aber wir die Module auf einem höheren Speichertakt testen können. Beim Umstellen auf 4:5 (DDR2-533) erreicht man bei 800 MHz FSB auch tatsächlich noch eine deutlichere Verbesserung als beispielsweise beim Umstellen auf 3:4 (DDR2-667). Allerdings erreicht man mit 4:5 auch nur eine maximale Frequenz von 767 MHz Speichertakt - auch dies ist für einen Speichertest entsprechend wenig.

Bei 307 MHz mit 3:4 konnten wir schließlich bis zu 816 MHz Speichertakt erreichen. Allerdings nicht mehr mit einem i925X-Mainboard, sondern mit einem i955X-Mainboard, dem ASUS P5WD2 Premium. Dieses Board bietet dabei sogar noch höhere Taktraten, die aber nicht zuverlässig funktionierten. Ob dies am hohen FSB oder am sehr hohen Speichertakt lag, konnten wir nicht evaluieren - mit einer späteren Bios-Version mögen mit diesem Board auch noch höhere Taktraten möglich sein. Schon heute unterstützt das Board beispielsweise bei einem normalen FSB einen Takt von 1066 MHz für den Speicher - aber dann ist man wieder beim selben Problem wie beim nForce4 SLI Intel Edition.

Wir verwendeten also folgende Taktraten für die einzelnen Stufen:

Bustakt
CPU-Takt
Speichertakt
200 MHz (800 MHz FSB)
2800 MHz
DDR2-533
225 MHz (900 MHz FSB)
3150 MHz
DDR2-600
250 MHz (1000 MHz FSB)
3500 MHz
DDR2-667
275 MHz (1100 MHz FSB)
3850 MHz
DDR2-733
300 MHz (1200 MHz FSB)
4200 MHz
DDR2-800

Maximum:
306 MHz (1224 MHz FSB)

4284 MHz
DDR2-816

Bei diesen Stufen haben wir nun versucht, die entsprechend besten Timings zu finden. Denn selbst bei einem hohen Takt kann ein entsprechend langsamer getaktetes Modul eine bessere Performance erreichen, wenn die Timings besser sind. Für die einzelnen Module haben wir also pro Taktstufe evaluiert, mit welchen niedrigsten Timings die Module laufen. Dabei betrieben wir die Module maximal mit 2,0 V, wenn die Module nicht mehr stabil liefen.

Die Frage ist nun aber natürlich auch, welcher Takt für ein System überhaupt Sinn macht. Wie wir schon gesehen haben, kann eine Parität zwischen Speicherbandbreite und CPU-Bandbreite mit einem 1:1-Teiler realisiert werden - theoretisch ist also selbst bei unserem astronomisch hohen FSB ein DDR2-612-Modul in der Lage, die Bandbreite des Prozessors vollends zu befriedigen. Vielleicht macht es demnach mehr Sinn, auf ein relativ niedrig getaktetes Modul mit entsprechend sehr guten Latenzzeiten zu setzen. Dies werden wir ebenso versuchen in diesem Test heraus zu finden.

Beginnen wir nun mit dem ersten Testexemplar, dem Corsair XMS5400 Ultra Latency.