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DDR2-Roundup Nr. 2

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Seite 6: Fazit und Empfehlungen

Bislang gibt es nur wenige Chips - und das scheint auch der Grund zu sein, warum es keine Kompatibilitätsprobleme mit DDR2-Modulen zu geben scheint. Jedes von uns getestete Modul lief eigentlich reibungslos mit jedem getesteten Board. Auch ist sicherlich ein Grund, dass es nur eine Chipsatzserie gibt, somit ist es für die Modulhersteller auch einfach, ein funktionierendes SPD-EEPROM zu programmieren. Bei der Kompatibilität liegen also wenige Unterschiede bei den Modulen vor - und es ist im Endeffekt auch egal, ob auf den Modulen Chips von Elpida, Samsung, Infineon oder Micron sitzen.

Die Performance-Freaks werden jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Chips festgestellt haben. Nur Micron scheint bislang gut zu sein für niedrige Latenzzeiten und hohe Bustakte. Elpida macht hingegen schon recht früh schlapp, die Samsung-Module eignen sich weniger für niedrige Latenzen, aber dafür ebenso für hohe Taktraten. Die bislang einzigen von uns getesteten Infineon-Dimms liefen zwar mit niedrigen Timings, aber nicht auf hohen Taktraten.

Wenn ein Hersteller nun auf einen der vier Herstellerchips setzt, übernimmt er zwangsweise bis zu einem gewissen Grad auch deren Eigenschaften. Natürlich ist es wichtig, welche Qualität sein PCB hat und welche Qualität die Programmierung des SPD-EEPROMs hat, an den Taktraten und Timings kann er noch wenig feilen. Aus diesem Grund ist es eigentlich unfair zu sagen, Hersteller XXX hat ein schlechtes Modul, weil er nicht schnelle Timings erreicht - es liegt einfach nicht im Einflussbereich des Herstellers, sondern im Einflussbereich des Chipherstellers.

Für den Kunden ist dies natürlich egal - er sucht sich das Modul aus, was seine Ansprüche am besten erfüllt. Aus diesem Grund schauen wir uns natürlich die getesteten vier Module genauer im Fazit an:

Die Mushkin DDR2-533-Riegel sind eigentlich "nur" Micron-Riegel mit einem Heatspreader. Sie sind ähnlich programmiert, wenn auch umfangreicher mit Herstellungszeitpunkt. Auch die Kompatibilität ist gut, keine Schwächen gab es diesbezüglich in unseren Tests. Die Performance war durchschnittlich, erstaunlich war hingegen, dass die Mushkin-Riegel trotz eigentlich guter Micron-Chips nur CL4 in unserem Test erreichten. Soweit wir die Module auf CL3 stellten, fuhr das Testmainboard nicht mehr an. Immerhin kamen wir aber mit den DDR2-533-Modulen auf DDR2-800-Timings mit 5-5-5-12 bei 2,1V. Der Preis von 130,90 Euro für ein 512 MB-Modul ist für aktuelle DDR2-Module keine Besonderheit.

Die Kingmax DDR2-533-Riegel hatten wir nur als CL4-Variante im Test. Die CL3-Variante soll auch mit Micron-Chips ausgestattet sein und ist sicherlich für den Performance-Freak etwas interessanter. Unsere Riegel liefen gut, aber nicht perfekt. DDR2-800 war möglich, aber nur haarscharf mit langsamsten Timings. Mit 2,1V und 5-5-5-15 erreichten wir diese magische Grenze. Aufgrund der Samsung-Chips kommt man wohl nicht mit niedrigen Timings zurecht, so war bei Standard-DDR2-533-Betrieb nur 4-4-4-8 maximal möglich. Aus diesem Grund ist auch die Performance etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Gut ist hingegen die SPD-Programmierung und auch die schicke Verpackung - wenn die CL4-Module nicht mit CL3 angepriesen würden. Qualitativ gute Module sind es trotzdem. Bei einem Preis von 142,90 Euro für ein 512MB-Modul erhält man aber beispielsweise bei Mushkin etwas mehr.

Die Kingston HyperX PC2-5400 sind natürlich etwas für den High-Performance Freak. Wer schon Speicher kauft, der garantiert mit DDR2-675-Frequenzen läuft, der möchte diese auch erreichen. Für die Kingston-Riegel war dies kein Problem, sie erreichten hervorragende 810 MHz in unserem Test mit 4-4-5-8 bei 2,2V. Damit waren die Module zwar nicht 100%ig stabil, aber bei DDR2-800 konnten wir mit identischen Frequenzen eine gute Stabilität erreichen. 2,2V sind aber etwas viel - und demnach ist ein Dauerbetrieb wohl eher mit DDR711 und 2,0V zu empfehlen. Die Performance war merkwürdigerweise etwas hinter der Konkurrenz - das liegt am SingleSided-Aufbau, die bei den Intel-DualChannel-Chipsätzen aufgrund der Ansteuerung zu einer minimal schlechteren Performance führt. Mit 3-3-3-8 erreicht man auch im Standardbetrieb bei 533 MHz eine perfekte Performance. Qualitativ sind die Module natürlich erste Wahl - mit Heatspreader, schicker Verpackung, Anleitung und der von Kingston genannten Validierung gehören sie sicherlich zu den begehrtesten Speicherriegeln im DDR2-Bereich am Markt. Der Preis ist aber ebenso luxuriös mit 161,78 Euro für ein 512 MB-Modul. Ein Kit mit 1024 MB ist da schon preiswerter - 267,70 Euro muß man dafür hinlegen, pro Riegel wären dies also zwischen 130 und 140 Euro.

Die Corsair ValueSelect PC2-4200 hatten wir schon im letzten Roundup - hier liefen sie nur noch einmal vergleichsweise mit. Am guten Fazit ändert dies nichts - das letzte Mal waren die Corsair-Riegel schon unsere Gewinner und erhielten einen Award, diesmal waren sie ebenso gut unterwegs. 828 MHz sind schon Wahnsinn, schneller waren aber 800 MHz mit guten 4-4-4-8-Timings. Dabei sind die Riegel nicht nur bei der Performance im oberen Bereich hervorragend, sondern auch im Standardbetrieb mit 3-3-3-8. Hinzu kommt eine gute Programmierung und eine problemlose Kompatibilität. Das Ganze gibt es aktuell ab 116 Euro - die Corsair-Riegel waren also die günstigsten im Test, aber gleichzeitig auch die schnellsten Module.

Wie schon das letzte Mal haben wir also diesmal wieder Corsair mit den ValueSelect-Modulen als Gewinner. Wer "garantiert" sichergehen möchte, dass er einen Takt um 667 MHz mit den Speichermodulen erreicht, sollte zu den Kingston HyperX PC2-5400 greifen und hier das günstigere Kit wählen, da man ja beim i925X/i925XE sowieso zwei Module benötigt. Die Kingmax- und Mushkin-Module sind qualitativ zwar auch sehr gut, aber im Vergleich zu den Corsair-Modulen zu teuer, da sie nicht mehr bieten als die Konkurrenz.

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