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Das letzte DDR-SDRAM-Roundup

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Seite 2: Corsair TwinX-1024 3200XLPro

Corsair schickte uns für diesen Test zwei der neuen Extreme Latency-Speicherriegeln - die XL-Serie ist durch extrem niedrige Speichertimings in der Lage, schon bei Standard-Taktung und ohne Übertaktung des FSBs bei DDR400 beste Performance zu erreichen. Die uns vorliegenden 2x 512 MB besitzen aber neben den hervorragenden Timings von 2-2-2-5-1 auch noch einen weiteren Clou - sie sind mit LEDs ausgestattet, die wir schon bei den ersten "Pro"-Series Speichermodulen von Corsair wirklich interessant fanden. Die TwinX-1024 PC4000Pro hatten wir schon vor einiger Zeit im Test, die TwinX-1024 3200XLPro setzen dieselbe Technik ein und zeigen während des Betriebs an den LEDs die Nutzung der Speicherriegel an. Je mehr Bandbreite aktuell übertragen wird, desto mehr zeigen die LEDs einen Ausschlag bis in den roten Bereich.

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Während das jedoch eher ein kleiner Gimmick ist, haben die Latenzzeiten praktischen Nutzen. Sie beschleunigen den Speicherriegel durch schnellere Zugriffszyklen. Viele Leser waren bei uns schon immer auf der Suche nach Speicherriegeln, die wieder niedrigste Latenzzeiten ermöglichen, denn die legendäre BH-5-Serie, die bei einigen Modulen von Corsair und TwinMOS zum Einsatz kam, ließ ebenfalls eine Taktung auf extrem niedrigen Latenzzeiten zu. Winbond stellte die BH-5-Serie allerdings im letzten Jahr ein - und so waren die schnellsten Riegel am Markt die Corsair XMS3200LL Rev. 1.2, die wir auch schon im Test hatten. Mit neuen Speicherchips von Samsung, die wieder mit extremen Latenzzeiten zurecht kommen, läßt Corsair die Herzen wieder höher schlagen.

Den massiven Heatsink haben wir den Corsair-Riegeln diesmal nicht abgenommen - das ist bei der Pro-Serie auch nicht ohne weiteres möglich, das Risiko, den teuren Speicherriegel zu zerstören, ist zu hoch. Corsair gibt zwar eine lebenslange Garantie, aber natürlich nicht für mechanische Einwirkungen.

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Corsair verkauft die Riegel wie immer abgestimmt als TwinX-Kit. Die Pro-Serie mit LEDs gibt es nur als TwinX1024 mit 2 512 MB-Modulen. Benötigt man die LEDs nicht, kann man die Varianten ohne "Pro" wählen, die ebenfalls die schnellen Latenzzeiten besitzen - dann mit 512 MB und 1024 MB Gesamtkapazität, also zwei 256 MB oder zwei 512 MB-Riegeln. Auch gibt es die Module einzeln zu kaufen, dann nennen sie sich CMX256-3200XL und CMX512-3200XL. Corsair testet die Module auf Funktionalität und Kompatibilität in mehreren AMD- und Intel-Setups, um ein Höchstmaß an Kompatibilität zu erreichen.

Werfen wir einen Blick auf Aida32 zur Analyse des SPD-EEPROMs :

Alles genau so, wie wir uns das vorstellen - die Corsair-Module sind sauber programmiert. Allerdings kann es bei einigen Boards vorkommen, dass die Riegel ein paar Probleme bereiten, wenn das Mainboard nicht mit straffen Timings zurecht kommt. Durchaus problematisch kann dies sein, wenn das Board nicht mit Sicherheitssettings und langsameren Timings ins Bios kommt. Aus diesem Grund legten wir besonders auf diesen Bereich unser Augenmerk in der Betrachtung der Kompatibilität und Stabilität.

Kompatibilität und Stabilität :

Kleinere Probleme ereilten uns mit dem Intel D875GBZ - es startete zwar mit den Modulen per SPD-Setting, allerdings kann das Board nicht mit schnellsten Timings stabil arbeiten. Das ist ein Effekt, den man bei vielen Canterwood-Boards sehen kann, denn der Chipsatz ist eigentlich für CL2.5-3-3-6 ausgelegt. Die meisten Boards laufen jedoch auch auf 2-2-3-6 stabil, einige wenige sogar auf 2-2-2-5. Das Intel-Mainboard gehört nicht dazu, beim ASUS P4C800-E Deluxe und beim IC7 hatten wir hingegen keinerlei Probleme.

Auf der AMD-Seite steht nur das ASUS A8V Deluxe als Referenz zur Verfügung, das generell viele Probleme mit Speichermodulen besitzt, wenn sie nicht ideal konfiguriert sind. Das liegt an den noch frühen Bios-Versionen, die jedoch gerade in den letzten Tagen sehr viel besser geworden sind. Wir hatten ebenfalls leichte Startschwierigkeiten, wenn wir nur mit SPD/Auto-Settings operierten - manuell justiert auf 2-2-2-6 war das System dann hervorragend stabil.

Taktfrequenzen und Performance:

Dieser Punkt wird sicherlich die meisten User interessieren, denn einen derartigen High-End-Riegel kauft man natürlich nur zum Übertakten und für extrem niedrige Latenzzeiten. Hier präsentieren wir deshalb unsere Ergebnisse :

Natürlich profitiert gerade Quake3Arena auch von der übertakteten CPU - schließlich übertakten wir von 200 auf 250 Mhz unseren Prozessor von 2.4 Ghz auf 3.0 Ghz - und auch die restlichen Programme bleiben davon nicht unbeeinflusst. Deutlich ist hingegen der Zuwachs bei den Bandbreiten und der Punktzahl von PCMark 2004.

Corsair schafft mit den XL-Pro-Modulen eine CL-Latency von "2" bei 250 Mhz - das ist wirklich beeindruckend, da wir schon viele Module im Test hatten, die schon bei 200 Mhz keine schnelle CL-Latency zuließen. Bis 248 Mhz konnten wir das System sogar mit 2-3-3-6 Turbo-Settings betreiben - ein Rekord für unser Testsystem. Mehr als 250 Mhz waren dann allerdings wirklich nicht möglich - schon bei 260 Mhz konnten wir nicht mehr in Windows booten, auch nicht mit langsameren Settings. Verwendet wurde eine Spannung von 2.85V.

Der Speicher ist somit ideal für AMD-Systeme - in der Regel bewegt man sich hier in einer Bandbreite zwischen 220 und 240 Mhz beim Übertakten, ein synchroner Speichertakt ist hier erwünscht und auch niedrige Timings helfen eine Menge. All dies vereint die XL-Serie von Corsair.

Weitere Infos zu den Modulen gibt es bei Corsair in diesem PDF.