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Huawei MediaPad M2 10.0 im Test

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Seite 2: Laufzeit, Kamera, Software, Fazit

Akku mit Reisequalität

Teilweise überdurchschnittliche Akkulaufzeiten konnten dem MediaPad M2 8.0 attestiert werden, vor allem unter höherer Last schlug sich das Tablet überraschend gut. Allerdings konnten nicht in jeder Hinsicht die Herstellerangaben erreicht werden. Gleiches gilt auch für das MediaPad M2 10.0.

Hier verspricht Huawei unter anderem rund zehn Stunden bei der Wiedergabe von Videos und sechs Stunden beim Spielen von rechenintensiven Titeln. Ersterer Wert wurde in der Video-Schleife um fast eine Stunde verfehlt, letzterer um gut eine. Mit rund neun und etwa fünf Stunden landet das Tablet aber nicht nur in der oberen Hälfte der beiden Tabellen, es lässt auch das kleinere Schwestermodell hinter sich. Kein Wunder, schließlich fällt der Akku mit 6.600 mAh fasst 40 % größer aus. Wie beim 8 Zöller fällt darüber hinaus auf, dass vor allem bei hoher Last gute Laufzeiten möglich sind. Im PCMark hielt das Testgerät 7,5 Stunden durch.

Geladen wird nur per Micro-USB und nur mit bis zu 10 W
Geladen wird nur per Micro-USB und nur mit bis zu 10 W

Im Alltag schlägt sich das MediaPad M2 10.0 insgesamt etwas besser als die Masse der Mitbewerber, längere Reisen und ähnliches lassen sich problemlos mit einer Akkuladung überbrücken. Negativ fällt aber auf, dass das Tablet im Fall der Fälle nur vergleichsweise langsam wieder geladen werden kann, mehr als 10 W gibt das mitgelieferte Netzteil nicht ab.

Die Kamera und die Schärfe

Bei Huawei angekommen ist die Kritik an den Kameras des MediaPad M2 8.0 - so wirkt es zumindest. Denn dem MediaPad M2 10.0 hat man sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite neue Module spendiert. Ersterer löst mit 5 Megapixeln auf und wird lediglich von einem Fixfokus begleitet, letzterer bietet immerhin 13 Megapixel. Als Helfer kommen hier ein Autofokus sowie eine LED zum Einsatz. Blende f2.0 verspricht auch bei schlechten Lichtverhältnissen akzeptable Ergebnisse, Videos werden in 720p und 1080p aufgenommen.

Etwas zu viel und etwas zu wenig Schärfe: Die Hauptkamera überzeugt nicht ganz
Etwas zu viel und etwas zu wenig Schärfe: Die Hauptkamera überzeugt nicht ganz

Im Vergleich mit dem kleineren Schwestermodell schneidet das Tablet hinsichtlich der Aufnahmequalität sichtbar besser ab, die Zahl der Ausreißer fällt um einiges geringer aus. Von abzugsreifen Fotos kann aber dennoch nicht immer sprechen. Denn oftmals überschärft die Software, am Rand fehlt hier und da hingegen etwas Schärfe. Immerhin überzeugen die Farben sowie feine Verläufe. Dafür sollten Fotos aber in der Regel im HDR-Modus aufgenommen werden. Dieser ist zwar nicht so überzeugend wie bei vielen Konkurrenten, besser als der Standardmodus ist er aber allemal. Einen Minuspunkt gibt es aber für die - mal wieder - fehlende Automatik und das damit verbundene eher umständliche Umschalten.

Für Videoaufzeichnungen steht HDR nicht zur Verfügung, aber nicht nur deshalb enttäuschen die Ergebnisse häufig. Denn bei Schwenks kommt es schnell zu Artefaktbildung, zusätzlich hatte der Autofokus im Test mehrfach Probleme mit dem Scharfstellen.

Farben und Details fängt der Frontsensor nur unzuverlässig ein
Farben und Details fängt der Frontsensor nur unzuverlässig ein

Ebenfalls eher unterdurchschnittlich schneidet die Frontkamera ab. Selfies leiden unter fehlender Schärfe sowie blassen Farben. Die Kamera-Applikation entspricht der der Huawei-Smartphones und -Tablets. Neben den üblichen Modi werden auch verschiedene Filter geboten, der Aufbau ist weitestgehend gelungen. Auch wenn die Wege zwischen einzelnen Menüpunkten aufgrund des Displays zu lang sind.

Der M-Pen hilft der in die Tage gekommenen Software

Android 5.1.1 in Kombination mit EMUI 3.1 kennt man nicht nur vom MediaPad M2 8.0 - auch auf diversen Smartphones des Unternehmens ist das ein eingespieltes Paar. Unterschiede zwischen beiden Tablets gibt es nur wenige, auffällig ist eigentlich nur die abweichende Anordnung im Landscape-Modus. Beim 10 Zöller nutzt Huawei den Platz damit optimal aus.

Käufer müssen mit Android 5.1.1 und EMUI 3.1 auskommen
Käufer müssen mit Android 5.1.1 und EMUI 3.1 auskommen

Die Zahl der Drittanbieter-Apps hält sich erneut in Grenzen, mehr als WPS Office und Bamboo Paper installiert man nicht. Letztere Software kann für Stiftnotizen genutzt werden - wenn denn der M-Pen genannte Stylus zur Verfügung steht. Der aktive Stift kann aber auch in allen anderen Programmen genutzt werden, beispielsweise für die Bedienung oder das einfache Erstellen von Screenshots. Form und Größe des M-Pen sind - zumindest für große Hände - gut gewählt, auch die beiden Tasten sind gut platziert. Einzig der Schwerpunkt könnte etwas tiefer liegen, das ist am Ende aber eine Frage der eigenen Gewohnheit. Gleiches gilt auch für den Widerstand, den die Spitze des Stiftes bei der Nutzung erzeugt. Huawei hat sich hier für einen Mittelweg entschieden, der der breiten Masse entgegenkommen dürfte. Grundsätzlich erleichtert der M-Pen die Nutzung des Tablets bei der Eingabe von Texten, allerdings vermisst man eine Befestigungsmöglichkeit. Eine solche bietet auch die optional erhältliche Lederhülle nicht.

Der aktive M-Pen kann nicht nur für Notizen verwendet werden
Der aktive M-Pen kann nicht nur für Notizen verwendet werden

Echte Schwächen bietet die Software in Summe nicht, sieht man einmal von der inzwischen fast ein Jahr alten Basis ab. Warum Huawei das MediaPad M2 10.0 nicht schon mit Android 6 auf den Markt bringt, bleibt eine unbeantwortete Frage.

Fazit

Die Liste der klaren Vor- und Nachteile ist übersichtlich. Der insgesamt guten Verarbeitung, den klar überdurchschnittlichen Lautsprechern und den je nach Einsatzgebiet guten Laufzeiten steht kein gravierender Mangel gegenüber. Zwar könnte das Display etwas heller sein und die Kamera hat Luft nach oben, besser als der Durchschnitt sind beide Komponenten aber immer noch. Will man etwas kritisieren, bleiben lediglich die nicht aktuelle Android-Version sowie kleinere Merkwürdigkeiten beim Design. Die Lautsprecher dürften auf der Front besser aufgehoben sein, der überzeugende Fingerabdrucksensor gehört hingegen auf die Rückseite - nicht nur aus ästhetischen Gründen.

Wer sich daran nicht stört und auf der Suche nach einem Unterhaltungskünstler mit der ein oder anderen Stärke im Produktiveinsatz ist, sollte einen Blick riskieren.

Das MediaPad M2 10.0 ist ein guter Unterhalter mit wenigen echten Schwächen
Das MediaPad M2 10.0 ist ein guter Unterhalter mit wenigen echten Schwächen

Mit derzeit etwa 330 Euro gehört des MediaPad M2 10.0 schließlich auch zu den günstigsten Vertretern seiner Art. Zwar gibt es auch günstigere Tablets mit vergleichbarer Ausstattung, hier muss man aber mit Einbußen hinsichtlich des Gehäuses oder der Leistung leben. Der wichtigste Konkurrent, das Samsung Galaxy Tab S2 9.7 ist mit knapp 380 Euro etwas teurer, bietet dafür aber das bessere Display und den doppelten internen Speicher - muss jedoch ohne Stylus-Unterstützung auskommen.

Noch attraktiver wird das Preis-Leistungsverhältnis, wenn man sich für die LTE-Variante entscheidet. Mit rund 370 Euro unterbieten sie die direkte Konkurrenz deutlich, selbst die Premiumkonfiguration mitsamt Hülle und M-Pen ist dann noch für weniger Geld zu haben.

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Positive Eindrücke des Huawei MediaPad M2 10.0:

  • gut verarbeitetes Gehäuse
  • überdurchschnittliche Lautsprecher
  • teils gute Akkulaufzeiten
  • präziser Fingerabdrucksensor

Negative Eindrücke des Huawei MediaPad M2 10.0:

  • keine aktuelle Android-Version