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Lenovo ThinkPad Helix 2 im Test

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Seite 8: Fazit, Meinung, Alternativen

Anhand des Lenovo ThinkPad Helix 2 sieht man hervorragend, wie sehr ein Gerätekonzept vom technologischen Fortschritt profitieren kann. Während der Vorgänger nur durch eine aufwändige aktive Kühlung realisiert werden konnte, schafft die aktuelle Generation den Spagat zwischen Performance und Laufzeit und bleibt dabei auch noch völlig lautlos.

Dabei sollen die durchwachsenen Benchmarkergebnisse nicht täuschen. Sie spiegeln vor allem das Verhalten bei intensiver und längerer Belastung wider. Hier kommen Core M-Prozessoren schnell an das TDP-Limit und müssen deshalb niedriger takten. Mit kurzfristigen Belastungen kommt der Intel-Prozessor hingegen bestens zurecht. Das ThinkPad-Tablet wirkt deshalb bei Mischnutzung performanter, als es die Benchmark-Ergebnisse erwarten lassen. Wer andauernd rechenintensive Anwendungen betreibt, sollte sich aber doch eher nach einem Tablet mit aktiv gekühltem Core i-Prozessor umsehen. 

Was Lenovo mit dem ThinkPad Helix 2 sehr gut gelöst hat, ist die Verwandlung vom Tablet zum Ultrabook. Mit angedockter Ultrabook Pro-Tastatur lässt sich das Gerät fast wie ein konventionelles ThinkPad nutzen. Ausschlaggebend sind vor allem die hervorragenden Eingabegeräte, die im Tablet-Bereich so ziemlich alle Konkurrenzlösungen übertreffen. Besonders hilfreich ist aber auch der Zusatz-Akku im Dock, der die Akkulaufzeit von "unterdurchschnittlich" auf "sehr beachtlich" katapultiert. Und darüber hinaus profitiert der Nutzer nicht nur von zusätzlichen Anschlüssen und Lautsprechern, sondern sogar von einem Performanceboost - bzw. exakter einem reduzierten Throttling.

Gerade für das geschäftliche Umfeld sind die zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten wichtig, mit denen Lenovos Hybridgerät praktisch maßgeschneidert bestellt werden kann. Ausgeschlossen ist dabei aber, dass man eine wirklich günstige Konfiguration zusammenstellt. Dafür liegt allein schon der Einstiegspreis zu hoch. Und für manches Upgrade muss man auch noch mit heftigem Aufpreis rechnen. Dagegen wirkt Microsofts Surface Pro 3 geradezu günstig und kann ausgewachsene Core i-Prozessoren, ein höher auflösendes Display und ein moderneres Design in die Waagschale werfen. Es bleibt aber letztlich doch ein Consumer-Produkt, dem wichtige Business-Merkmale fehlen. Dells Venue 11 Pro 7000 Series ist unter diesem Gesichtspunkt schon ein passenderer Gegenspieler - und vor allem zu einem viel niedrigeren Einstiegspreis zu haben. Mit Blick auf Performance und Display nehmen sich die beiden Profi-Tablets dabei wenig. Das Ultrabook Pro-Dock ist aber auch Dells Tablet-PC-Tastatur deutlich überlegen und damit eignet sich das Lenovo-Tablet dann letztlich doch etwas besser als Ultrabook-Alternative - ob das den deutlichen Aufpreis wert ist, muss aber jeder Kaufinteressent für sich entscheiden.     

Als Tablet ist Lenovos ThinkPad Helix 2 ein teures, aber grundsolides Business-Produkt. Richtig attraktiv wird es erst in Verbindung mit dem hervorragenden Ultrabook Pro-Dock, denn die Verwandlung in einen Ultrabook-Ersatz ist beim Helix der zweiten Generation damit herausragend gelöst und behebt einige Mankos des Tablets. 

Positive Aspekte des Lenovo ThinkPad Helix 2:

  • in Kombination mit dem Ultrabook Pro-Dock als ThinkPad-Ersatz nutzbar
  • lautlos und genügsam, mit Ultrabook Pro-Dock lange Akkulaufzeit
  • hervorragende Eingabegeräte am Ultrabook Pro-Dock
  • Business-Features (teils Standard, teils optional)
  • relativ frei konfigurierbar, u.a. mit LTE- und Stylus-Option
  • guter Klang

Negative Aspekte des Lenovo ThinkPad Helix 2:

  • das teure Ultrabook Pro-Dock ist fast schon ein Pflichtkauf
  • Gehäuse des Testgeräts knarzt, Spaltmaße etwas großzügig (aber durchaus robuster Gesamteindruck)
  • Hauptkamera wenig überzeugend