> > > > HTC Nexus 9 im Test

HTC Nexus 9 im Test

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 2: Software, Kamera

Software

Trotz umfangreicher Veränderungen im Vergleich zum Vorgänger hielt Google an der 4 in der Versionsnummerierung von „Kitkat“ fest. Dass man „Lollipop“ nun den Sprung auf 5 spendiert hat, zeigt das Ausmaß der Neuerungen. Zu diesen gehört zunächst einmal das native Unterstützen von 64-Bit-Prozessoren, womit mit iOS gleichgezogen wird. Die Vorteile sind nicht nur eine Steigerung der Performance gegenüber 32 Bit, sondern auch der mögliche Einsatz von mehr Speicher. Für die Leistung wichtiger ist jedoch der endgültige Wechsel der Laufzeitumgebung. Schon in früheren Versionen konnten Nutzer zwischen Dalvik und ART wechseln, mitunter kam es dabei jedoch zu Problemen mit bestimmten Applikationen. Nun setzt Google komplett auf ART, was im direkten Vergleich zu kürzeren Reaktionszeiten und einer leicht höheren Performance führt. Ein weiterer Vorzug: ART soll den Akku weniger belasten, zusammen mit Project Volta sollen die Laufzeiten sich spürbar verbessern.

Pures Android 5.0: Modernere Optik, aber nicht immer übersichtlicher
Pures Android 5.0: Modernere Optik, aber nicht immer übersichtlicher

Dahinter verbirgt sich ein ganzes Bündel an Maßnahmen. Unter anderem sollen Datenübertragungen im Standby gebündelt erfolgen, zudem wurde die Prozessverteilung optimiert. Für Entwickler von Vorteil ist die neue Möglichkeit, den vermutlichen Bedarf ihrer Apps bereits während der Erstellung ermitteln zu können.

Weitere zunächst für den Nutzer unsichtbare Neuerungen betreffen die Kill-Switch-Funktion zum Sperren verlorener Geräte sowie die Unterteilung in private und berufliche Daten. Bei letzterem setzt Google in Teilen auf Samsungs Knox. Weitaus offensichtlicher ist jedoch die neue Optik der Benutzeroberfläche, die als Material Design bezeichnet wird. Neben neuen Farben fällt hier vor allem der verstärkte Einsatz von Animationen und 3D-Effekten auf, der dem Nutzer ein flüssiges System suggerieren soll.

Gelungene Tastatur
Gelungene Tastatur

Sieht man von diesen Neuerungen ab, handelt es sich im Kern lediglich um eine Weiterentwicklung der mit Google Now gestarteten an Kacheln orientierten Darstellung. Deutlich wird dies beispielsweise beim Öffnen von Ordnern oder der Übersicht der installierten Applikationen. Allein auf Android 5.0 wird Google das Material Design nicht beschränken, selbst die aktualisierten Apps für iOS greifen die neue Optik inzwischen auf. Insgesamt wirkt „Lollipop“ weitaus moderner als noch „KitKat“, merklich intuitiver ist die Oberfläche aber nicht geworden.

Kamera

Auch wenn die Zahl derer, die mit einem Tablet fotografieren, stetig zunimmt, die Hersteller sind diesem Trend noch nicht gefolgt. Zwar spendiert man den Geräten mittlerweile häufig aktuelle Sensoren, in Sachen Funktionsumfang bleiben die Lösungen aber klar hinter Smartphones zurück. In diesem Punkt machen weder HTC noch Google eine Ausnahme, wie der Blick auf das Datenblatt zeigt. Auf der Rückseite wartet ein 8-Megapixel-Sensor auf seinen Einsatz, der auf einen Autofokus und LED-Blitz zurückgreifen kann, in der Front steckt ein 1,6-Megapixel-Chip mit Fixfokus.

Bekannte Nexus-Schwäche: Die Kamera-App bleibt vieles schuldig
Bekannte Nexus-Schwäche: Die Kamera-App bleibt vieles schuldig

Während die Hardware eine generell gute Basis bietet, entpuppt wenig überraschend die Software als Hürde. Denn wie schon bei anderen Nexus-Modellen schöpft Google die Möglichkeiten nicht aus, sondern setzt auf eine sehr spartanische Kamera-Applikation, der selbst mit Android 5.0 eingeführte Neuerungen - die Unterstützung von RAW-Aufnahmen - fehlen. Ebenfalls auf der Liste der fehlenden Funktionen stehen unter anderem HDR, diverse Filter sowie die Möglichkeit, größeren Einfluss auf Parameter wie Weißabgleich, Belichtung und anderes zu nehmen. Einzig Panorama-Fotos inklusive Photosphere stechen ein wenig hervor. Ob die allenfalls durchschnittliche Bildqualität ebenfalls auf das Konto der Software geht, lässt sich nicht abschließend beurteilen.

Gute Lichtverhältnisse, aber dennoch Bildrauschen und blasse Farben
Gute Lichtverhältnisse, aber dennoch Bildrauschen und blasse Farben

Eindeutig ist aber, dass für Fotos der Griff eher zum Smartphone als zum Nexus 9 erfolgen sollte. Denn selbst bei guten Lichtverhältnissen tritt früh Bildrauschen auf, gleichzeitig wirken Farben blass. Details bleiben nur dann erhalten, wenn die Entfernung zwischen Kamera und Motiv nicht mehr als zwei oder drei Meter beträgt. Fotografiert man statt im Freien in geschlossenen Räumen, fällt die Qualität noch eine Stufe geringer aus, hier verschluckt die Kamera auch bei eigentlich ausreichender Helligkeit schnell Farbverläufe. zumindest etwas Abhilfe schafft der Einsatz des Blitzes, der jedoch - wie üblich - in der Nähe für zu viel, in der Ferne für zu wenig Licht sorgt.

Innenaufnahmen: Farbverläufe werden teilweise unterschlagen, Farben verblassen
Innenaufnahmen: Farbverläufe werden teilweise unterschlagen, Farben verblassen

Wie so häufig schneiden Videos nicht besser ab. Aufgrund der Sensorauflösung ist ist das Nexus 9 auf Full HD und weniger beschränkt, allerdings sorgt die Limitierung auf 30 Bilder pro Sekunde dafür, dass Sonderfunktionen wie Zeitlupe fehlen. Immerhin: Artefakte bleiben auch bei schnelleren Schwenkbewegungen aus.

Für Video-Telefonate ausreichend ist die Frontkamera, auch wenn Bildrauschen hier ebenfalls schnell unübersehbar ist. Für Selfies und andere Fotoaufnahmen ist sie jedoch unbrauchbar.

 

Social Links

Seitenübersicht

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (4)

#1
Registriert seit: 01.01.1970


Beiträge:
192 Unified Shaker
GPGPU-Fähigkeiten

Bissel in Eile den Testbericht erstellt? :-p Ansonsten interessanter Testbericht.
#2
customavatars/avatar127622_1.gif
Registriert seit: 21.01.2010
Hamburg
Kapitänleutnant
Beiträge: 1610
LoL, da wird auf der zweiten Seite noch schön erklärt wie Google die Laufzeiten optimieren will und auf der Nächsten wage geschlussfolgert, das diese Bemühungen gegen Null gehen könnten...anhand eines Dauertestes mit relativ konstanter Last- hut ab für so viel Verständnis und Kombinationsvermögen!
(Zumindest werden leichte Zweifel an der eigenen Schlussfolgerung durch Klammern betont...)
#3
Registriert seit: 10.10.2007

[online]-Redakteur
Beiträge: 1022
Zitat monosurround;22906720
LoL, da wird auf der zweiten Seite noch schön erklärt wie Google die Laufzeiten optimieren will und auf der Nächsten wage geschlussfolgert, das diese Bemühungen gegen Null gehen könnten...anhand eines Dauertestes mit relativ konstanter Last- hut ab für so viel Verständnis und Kombinationsvermögen!
(Zumindest werden leichte Zweifel an der eigenen Schlussfolgerung durch Klammern betont...)

Wie genau soll man die angeblichen Verbesserungen denn überprüfen, wenn selbst Google nicht im Detail verrät, was geändert wurde? Darum ja auch der klare Hinweis darauf, dass es halbwegs belastbare Daten erst nach Wochen geben kann. Da reden wir mit Sicherheit aber nur von einem Plus im einstelligen Prozentbereich. Wenn man sich Akku und Technik des Nexus 9 anschaut, deutet sich das ja schon an - außer der SoC ist ein Stromfresser.
#4
customavatars/avatar127622_1.gif
Registriert seit: 21.01.2010
Hamburg
Kapitänleutnant
Beiträge: 1610
Optimierungen dieser Art werden sich wohl nur im Alltag wirklich positiv auswirken. Je nach Nutzung bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger...

In einigen Testszenarien scheinen ja angeblich bis zu 36% drin zu sein:
Android L „Project Volta“: Erster Akku-Test mit vielversprechenden Ergebnissen – 36 Prozent mehr Laufzeit

Google selbst verkündete wohl bis zu 90min mehr Laufzeit-scheinen Realisten zu sein.

Und ich habe gelesen, dass ein Nexus mit purem Android eine Standby Zeit von 1Monat haben soll. Da wird schon deutlich was Volta leisten kann und was nicht...wer hier Wunder erwartet wird mit Sicherheit enttäuscht!
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

Huawei MediaPad T2 10.0 Pro im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/HUAWEI_MEDIAPAD_T2_TEASER_KLEIN

Wo Pro draufsteht, steht Produktivität oder Leistung im Vordergrund. So sehen es zumindest einige Hersteller, zu denen Huawei ganz offensichtlich aber nicht gehört. Denn mit dem MediaPad T2 10.0 Pro verfolgt man ganz andere Ziele. Wie genau die definiert sind, ist aber auch nach dem Test nicht... [mehr]

Medion LifeTab P10506 ab 26.05. bei Aldi Nord: 10,1 Zoll und 1080p für 199 Euro

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2013/MEDION

Aldi Nord hat ab Donnerstag, dem 26.05.2016, zwei neue Endgeräte von Medion im Angebot. Das interessantere Angebot ist dabei für die meisten vermutlich das Medion LifeTab P10506 zum Preis von 199 Euro. Es handelt sich hier um ein Tablet mit 10,1 Zoll Diagonale, einer Auflösung von 1.920 x 1.200... [mehr]

Huawei MediaPad M2 10.0 im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/HAUWEI_MEDIATAB_M2_10_TEST_TEASER_KLEIN

Mehr und mehr Tablets werden als Allrounder oder gar als reine Arbeitstiere positioniert, selbst wenn es an dafür essentiellen Fähigkeiten fehlt. Dass ein Modell entgegen dieses Trends vor allem als Entertainer beworben wird, ist da schon eine kleine Überraschung. So ganz auf Produktivität will... [mehr]

Huawei MediaPad M3 im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/HUAWEI_MEDIAPAD_M3_TEASER_KLEIN

Weihnachten naht und damit auch ein neues MediaPad: Nachdem Huawei sich beim Sprung von Generation 1 zu 2 Zeit gelassen hat, kommt mit dem MediaPad M3 die dritte Auflage nun nach fast genau einem Jahr in den Handel. Die Hände in den Schoß gelegt hat man nicht, wie die technischen Daten zeigen. Ob... [mehr]

Microsoft Surface Pro 4 Type Cover mit Fingerabdruck-ID im Test

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/MICROSOFT_TYPE_COVER_MIT_FINGERABDRUCK-ID_/TYPE_COVER_MIT_FINGERABDRUCK-ID_LOGO

Zur Präsentation des Surface Pro 4 kündigte Microsoft nicht nur ein neues Type Cover an, sondern versprach dafür auch ein neues Feature: Einen Fingerabdruckleser für bessere Zugangssicherung. Allerdings ist dieser Fingerabdruckleser nicht Teil des regulären Surface Pro 4 Type Covers. Erst das... [mehr]

Lenovo plant dralles Tablet mit 18,4 Zoll und Quad HD

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2015/LENOVO

Reguläre Tablets spielen in der Regel bei Bilddiagonalen zwischen 7 bis 10,1 Zoll. Es gibt aber natürlich auch größere Modelle, wie etwa das Apple iPad Pro mit 12,9 Zoll Diagonale. Ende 2015 hatte Samsung eins draufgesetzt und das Galaxy View vorgestellt. Jenes Tablet protzte mit 18,4 Zoll und... [mehr]