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Creative GigaWorks S750

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Seite 2: Lexikon

Lexikon: Surround Formate

Früher war alles viel einfacher, Dolby Digital war gleichbedeutend mit digitalem Surround Sound. In den letzten Jahren sind aber einige andere Formate und Nachfolgeformate auf den Plan getreten. Um ein bisschen Licht in das Dunkel der Surroundformate zu bringen wollen wir auf den kommenden Seite erst einmal zeigen was momentan überhaupt für Surround Formate "In" sind.

Dolby Digital, oder auch AC3, ist die Weiterentwicklung des allseits bekannten analogen Dolby Surround Formats, dass von den Dolby Laboratories in San Francisco entwickelt wurde. Dolby Digital wurde Anfang der 90er bekannt, als es mit dem Aufkommen der Multiplex Kinos weltweit in die Kinosäle einzog. Dolby Digital unterstützt sechs von einander unabhängige Kanäle, die einzeln angesteuert werden können und den vollen Frequenzumfang von 20Hz bis 20.000 Hz wiedergeben können. Die fünf Lautsprecher wie folgt unterteilt: zwei Lautsprecher werden vorne links und rechts positioniert, ein Lautsprecher, der Center-Speaker, wird vorne in der Mitte positioniert, er dient hauptsächlich zur Stimmwiedergabe, und zwei Lautsprecher, die Rear-Speaker oder Effekt Lautsprecher werden links und rechts hinter dem Zuschauer positioniert. Zusätzlich gibt es noch den .1 Kanal, den Subwoofer Kanal. Er gibt die tiefsten Frequenzen wieder. Besonders häufig kommt er bei heftigen Explosionen zum Einsatz. Dolby Digital findet man heutzutage auf allen Film- und Musik-DVDs und in letzter Zeit auch immer häufiger auf Computerspielen. Besonders intensiv soll Dolby Digital beim kommenden Blockbuster Doom III verwendet werden.

Dolby Digital EX ist die Weiterentwicklung des Dolby Digital Standards. Dolby Digital EX ist ein 7.1 kanaliges Surround Format. Es kam erstmals bei Star Wars Episode I "The Phantom Menace" zum Einsatz, da sich George Lucas wünschte, eine Raumschiff über das Publikum hinweg von vorne nach hinten fliegen zu lassen. Bei Dolby Digital EX ist vorgesehen, dass der Zuschauer einen oder zwei Lautsprecher, den bzw. die Surround Center, hinter sich aufstellt. Vom Prinzip her funktioniert Dolby Digital EX genau so wie Dolby Digital, nur das die beiden Surround Center Kanäle nicht diskret angesprochen werden können, da diese von Dolby nicht vorgesehen waren. Sie werden mittels einer Matrix Schaltung aus den normalen Dolby Digital Surround Kanälen generiert. Informationen die in beiden Kanälen zu gleichen Anteilen vorkommen, werden über den/die Surround Center wiedergegeben. Der Nachteil dieses Verfahrens liegt darin, dass der Surround Center Kanal vom Frequenz Umfang her beschnitten ist und nicht bis in die tiefsten Frequenzen herab geht. Des weiteren gibt es auch nur einen rückwärtigen Center Kanal. Dolby empfiehlt zwar, zwei Lautsprecher für eine geschlossenere Surround Kulisse auf zu stellen, aus beiden Lautsprechern kommt allerdings das gleiche. Man sieht also, die Bezeichnung 7.1 ist hier Augenwischerei. Zu erwähnen wäre noch das Dolby Digital EX zu Dolby Digital abwärtskompatibel ist. Es kann also ein in 7.1 kodierter Film auch mit 5.1 Hardware wiedergegeben werden. Lediglich die rückwärtigen Kanäle bleiben dabei natürlich auf der Strecke.

DTS ist das Konkurrenzprodukt zu Dolby Digital. Es kam 1992 mit Steven Spielbergs Film "Jurassic Park" erstmals in die Kinos. Bis sich DTS dann durchsetzen konnte dauerte es aber noch eine ganze Weile. Im Kino liegt der Unterschied zu Dolby Digital darin, dass die Tonspur nicht wie bei Dolby Digital auf dem Filmmaterial gespeichert ist, sondern auf einer extra CD mitgeliefert wurde. Es basiert genauso wie Dolby Digital auf sechs diskret ansprechbaren Kanälen, die genau so aufgebaut sind wie bei Dolby Digital. Technisch gesehen liegt der Unterschied hier eher im Detail. Im Gegensatz zu Dolby Digital werden bei DTS die Informationen nicht auf 468 KB/s komprimiert, sondern 768 KB/s oder sogar nur auf 1576 KB/s komprimiert. Rein rechnerisch ist DTS somit der Konkurrenz von Dolby überlegen. Für den Heimgebrauch ist dieser Vorteil allerdings schon wieder eingeschränkt, da es weltweit nur eine Handvoll an DVDs mit 1576 KB/s DTS gibt. Zu erwähnen währen hier die amerikanischen Erstauflagen der Universal Filme, die allerdings nur eine DTS Tonspur besaßen, einige asiatische DVDs und einige Musik DVDs.

Mit der Erweiterung auf 7.1 Kanäle konnte DTS zum ersten Mal einen klaren Vorteil gegenüber der Konkurrenz von Dolby verbuchen. Es gibt zwar das einfache DTS ES Format, bei dem wie bei Dolby Digital EX die rückwärtigen Kanäle per Matrixschaltung generiert werden, aber es gibt auch das DTS ES DISCRETE Format. Bei diesem Format kann der DTS Standard seinen Vorteil, nicht auf 6 Kanäle beschränkt zu sein wie Dolby Digital, voll ausschöpfen. Es können bei DTS ES DISCRETE alle 8 Kanäle diskret angesprochen werden. Sie besitzen also den vollen Frequenzumfang. Zusätzlich müssen die rückwärtigen Kanäle nicht per Matrix generiert werden. Im PC Segment gibt es bis jetzt noch keine Soundkarten, die DTS ES DISCRETE dekodieren können.

Der DVD Audio Standard ist eindeutig etwas für Freunde des High Fidelity Klangs. Wer sich durch die Datenkomprimierung von Dolby Digital und DTS abschrecken lässt, aber auf Surround Klang nicht verzichten will, wird hier glücklich. Eine DVD Audio besitzt eine maximale Qualität von 192kHz Abtastrate und einer Wortbreite von 24bit. Somit ist sie einer gewöhnlichen Audio CD, die eine Abtastrate von 44.1 kHz und eine Wortbreite von 16bit Aufweist, um einiges überlegen. Da aber auch eine DVD nur eine begrenze Speichermenge besitzt, ist die maximale Klangqualität nur bei Stereo-Aufnahmen möglich. Bei Surround-Aufnahmen ist es allerdings möglich, die Qualität für die verschiedenen Kanäle zu variieren. So können bei einer DVD Audio die Frontkanäle zum Beispiel eine Abtastrate von 96 kHz und eine Wortbreite von 24bit bekommen, wohin gegen die rückwärtigen Kanäle mit 44.1 kHz und 16bit kodiert werden können. Dies wird beispielsweise gerne bei Live Aufnahmen gemacht, da die Surround Kanäle nur die Resonanz des Publikums wiedergeben müssen. Dabei fällt es nicht auf, wenn die Qualität etwas beschnitten wird. Seit Einführung der Audigy 2 kann man DVD Audio Medien auch am PC wiedergeben. Ob dies allerdings sinnvoll ist, sei einmal dahin gestellt. Um die Vorteile der DVD Audio voll auszunutzen, benötigt man sehr hochwertige Komponenten und Verarbeitungswege. Gewöhnlicherweise besitzt man am PC allerdings nicht die nötigen Komponenten.

THX wurde 1982 bei der Premiere von George Lucas "Return of the Jedi" der Öffentlichkeit vorgestellt. THX stellt einen Anforderungskatalog an Kinos dar. In dem THX Katalog werden grundlegende Eigenschaften, wie die Beschallung, die Bildqualität, die Sitzposition etc. eines Kinos festgelegt. So soll dem Zuschauer ermöglicht werden, den Film genauso zu sehen, wie sich dies der Regisseur vorgestellt hat. Mit der weiten Verbreitung des Heimkinos begann dann der Siegeszug in die Wohnzimmer. Heute kann man beinahe alles, was man für ein Heimkino benötigt mit dem THX Logo kaufen. Allerdings beschränkt sich THX heute nicht mehr nur auf Kino und Heimkino Produkte. Man kann THX zertifizierte PCs, Soundkarten, Computerspiele und alles was das Herz begehrt mit THX Siegel kaufen. Beim Kauf von THX zertifizierten Produkten, vor allem bei Receivern, Boxensets und Soundkarten sollte man allerdings beachten, dass THX keine Garantie für guten Klang ist. THX zertifizierte Produkte erfüllen strenge Auflagen, wenn es um Messergebnisse geht, da der "Klang" allerdings subjektiv ist kann so kein "guter" Klang spezifiziert werden. Man sollte sich auf keinen Fall Produkte kaufen, nur weil sie ein THX Siegel besitzen, sondern diese vorher ausführlich probehören.

Die Environmental Audio Extensions wurden von Creative mit zusammen mit der Soundblaster Live eingeführt. Mit spezifischen Environments kann bei EAX ein Programmierer festlegen, wie etwas klingen soll, also zum Beispiel wie etwas in einem spezifischen Umfeld klingt, also wenn ein Fluss plätschert, eine Scheibe zerschossen wird oder wie ein Schuss zu klingen hat. Seit der Einführung sind einige Jahre vergangen und EAX hat sich quasi zum Standard entwickelt, wenn es um Raumklang am PC geht. In der Zwischenzeit sind wir bei EAX 4.0 Advanced HD angekommen, mit dem es möglich ist verschiedene Environments gleichzeitig wiederzugeben. Bei EAX 4.0 Advanced HD kann man also hören, wie vor einem ein Bach plätschert, hinter einem aber etwas ganz anderes passiert. Trotzdem finden beide Ereignisse in der korrekten, vom Programmierer festgelegten Umgebung statt.

Nach unserem Lexikon werden wir uns in dem nächsten Abschnitt mit dem eigentlichen Boxensystem beschäftigen, bevor wir uns im letzten Abschnitt des Tests der Klangqualität widmen.