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HTC Desire 500 im Test

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Seite 1: HTC Desire 500 im Test

HTC schickt aktuell mehrere Geräte ins Rennen. Dabei stellt die One-Serie die Premium-Linie dar: One Mini, One und One Max decken alle Größenbereiche ab - preislich liegt die günstigste Variante mit knapp 350 Euro aber über dem Budget vieler Käufer. Genau deshalb haben wir uns ein Gerät der Desire-Serie angesehen, genauer gesagt das Desire 500, das es bereits ab gut 210 Euro zu kaufen gibt.

Dabei handelt es sich um ein Smartphone der Mittelklasse, darunter gibt es noch das etwa 50 Euro günstigere Desire 300. Die Besonderheit des Gerätes sind die Farbkombinationen, in denen man das Smartphone erwerben kann: Schwarz, weiß/rot und weiß/blau stehen zur Auswahl. Doch stimmen auch die inneren Werte? Wir haben es getestet.

Optik, Haptik, Hardware

Das Desire 500 weiß mit schlichtem Understatement zu gefallen.

Man versucht mit der Desire-Serie also die preisbewussten Käufer anzusprechen und spart dafür an verschiedenen Stellen. So ist das Gehäuse anders als bei der One-Serie nur noch aus Kunststoff, die Displayauflösung wurde deutlich reduziert und auch die generelle Rechenleistung der Geräte ist beschränkt. Das sollte für den durchschnittlichen Nutzer jedoch kaum ein Problem darstellen, denn Angry Birds und Co. laufen auf diesen Geräten genau so gut wie auf dem High-End-Smartphone für 600 Euro. Doch was hat das Desire 500, das nur etwa ein Drittel der aktuellen Flaggschiffe kostet, wirklich zu bieten?

Das Unibody-Design trügt: Das Desire 500 lässt sich am unteren Rand aus der Schale drücken.

Ein Unibody-Design - könnte man meinen. Ist aber nicht so. Wie schon beim HTC Sensation seinerzeit wird auf eine umschließende Hülle gesetzt, in die das Smartphone eingelegt wird. Dadurch entsteht ein sehr schönes, hochwertiges Gefühl bei der Nutzung des Gerätes. Das hat man trotz der Wahl von Kunststoff als Hauptmaterial durchaus auch beim Desire 500 hinbekommen. Das "kleine Schwarze" kann dabei mit einer sehr guten Verarbeitung überzeugen, ist im Design hingegen sehr zurückhaltend (jedoch keinesfalls langweilig). Die Ausführungen in weiß/rot und weiß/blau sprechen durchaus auch junge Menschen (oder Junggebliebene) an, die schwarze Variante glänzt durch klassisches Understatement.

Besonders gut gefallen haben uns die kleinen Details am Gerät: Die minimale Erhebung rund um das Kamera-Modul, der in der schwarzen Version fast unsichtbare Lautsprecher auf der Rückseite des Geräts oder aber die Lautstärketasten, die aus einem umlaufenden Band hervorgehen. Die große Detailverliebtheit führt jedoch auch dazu, dass sich die Lautstärke-Tasten nicht sonderlich gut erfühlen lassen und der Lautsprecher zumeist von der Hand verdeckt wird. 

Typisch: Die Platzierung des microUSB-Ports. Schade: HTC hat sich - wie beim One - den Menü-Button gespart.

Etwas "nackt" sieht das Gerät unten herum schon aus, so ganz ohne dritten kapazitiven Button. Die Menü-Taste fehlt. Ebenso muss man auf den Boom-Sound, also die HTC-Bezeichnung für Stereo-Frontlautsprecher, verzichten. So wurde über dem Display entsprechend Platz für das HTC-Logo geschaffen, das bei den One-Derivaten noch zwischen den beiden kapazitiven Buttons saß. Über einen langen Druck auf die Menü-Taste lässt sich bei Apps, die bislang nicht mit einem Onscreen-Menü-Button ausgestattet wurden, das entsprechende Menü aufrufen.

Was sonst noch fehlt? Rechenpower und High-End-Hardware. Das Desire 500 kommt zwar mit einem Quad-Core, dieser taktet aber "nur" mit 4 x 1,2 GHz (Qualcomm Snapdragon 200), auf HSPA+ muss man ebenso verzichten wie auf ein HD-Display. Letzteres löst lediglich mit 800 x 480 px auf (bei 4,3 Zoll) und ist damit nicht mehr unbedingt zeitgemäß. Erfreulich sind die 8 MP Kamera mit LED-Blitz und Bluetooth 4.0, NFC Unterstützung sowie die ebenfalls verbaute 1,6 MP Frontkamera. Weiterhin verfügbar: Der von vielen so ersehnte microSD-Slot für Karten bis zu 64 GB Größe. Dieser ist bei dem begrenzten internen Speicher von nur 4 GB jedoch auch dringend nötig. Die Hardware findet in einem etwa 13,2 x 6,7 x 1 cm großen Gehäuse Platz und wiegt - inklusive des entnehmbaren 1800 mAh Akku - 123 g.

Die Rückseite ist in unserer Version glossy-black: Das sorgt für Fingerabdrücke, wann immer man das Gerät anfasst.

Dabei liegt das Gerät sehr gut in der Hand und kann auch in Sachen Haptik überzeugen. Keine scharfen Kanten oder unsauber gearbeiteten Übergänge trüben den Eindruck. Das Gerät ist zudem aufgrund seiner Größe gut mit einer Hand zu bedienen - und das trotz der recht schlechten Ausnutzung der Vorderseite von nur knapp 60%. Das geringe Gewicht ist durchaus ein positiver Aspekt und kann die Konkurrenz - im Verhältnis - mit 1,41 g/cm³ deutlich unterbieten. Durch die gute Verarbeitung fühlt es sich dabei aber keinesfalls billig an. Leider - und das ist wohl eher ein Problem der Glossy-Black-Variante - ist das Gerät jedoch ein extremer Fingerabdruck-Magnet, wodurch gerade die Rückseite eigentlich immer unansehnlich ist.

Das Gerät verfügt sowohl über eine Front- als auch eine Hauptkamera. Das Display könnte etwas höher auflösen.

Insgesamt kann das Desire 500 aber durchaus überzeugen. Gute Verarbeitung, moderne Optik, ordentliche, wenn auch nicht extrem schnelle Hardware und die problemlose Einhand-Bedienung sprechen für das Gerät. Im Folgenden werden jedoch nochmals einige Aspekte genauer beleuchtet, wie bspw. das Display, die Akkulaufzeit, die Kamera oder aber auch die installierte Software. Wie sich das Desire 500 in diesem Fall schlägt, haben wir auf den nächsten Seiten festgehalten.