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Samsung Gear Fit2 im Test

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Seite 2: Bedienung, Laufzeit, Fazit

Eine Taste mehr

Wer das Gehäuse näher betrachtet, dem dürfte auch die neue, zweite Taste auffallen. Gab es bei der ersten Generation lediglich einen Standby-Taster, verfügt die Gear Fit2 über je eine Taste für Zurück und das Aufrufen der Hauptansicht. Das vereinfacht die Bedienung der Oberfläche ungemein. Denn navigiert wird teilweise in alle vier Richtungen. Von der Hauptansicht ausgehend ruft man mit einem Wisch nach links oder einem Druck auf die Hauptmenü-Taste die vorhandenen Anwendungen auf, ein Wisch nach rechts blendet vorhandene Benachrichtigungen ein, per Wisch nach unten können Akkustand, Display-Helligkeit und Musik-Player eingeblendet und gesteuert werden. Letzteres ist auch innerhalb der einzelnen Anwendungen möglich, ansonsten bewegt man sich hier lediglich in der Vertikalen.

Vom Homescreen aus geht es in fast alle Richtungen - die Bedienung folgt in weiten Teilen der der ersten Generation
Vom Homescreen aus geht es in fast alle Richtungen - die Bedienung folgt in weiten Teilen der der ersten Generation

Die Home-Taste lässt sich innerhalb der notwendigen Companion-App auch mit einer Schnellstart-Funktion belegen, das zweimalige Drücken startet dann direkt die ausgewählte Anwendung. Hilfreich ist auch, dass die Anordnung der Apps geändert werden kann - häufig genutzte lassen sich so weiter vorn in der Liste platzieren.

Für Yogis und Ruderer

Ab Werk sind bereits alle wichtigen Anwendungen und Funktionen installiert. Herzstück ist die Tracking-App, zwischen zahlreichen Sport- und Bewegungsarten unterscheiden kann. Berücksichtigt werden die Klassiker Joggen, Radfahren und Wandern, aber auch mit Yoga, dem Heimtrainer, dem Laufband, der Rudermaschine und Pilates kann die Software umgehen. Wird die Erfassung manuell gestartet, kann zwischen verschiedenen Zielen - Zeit, Strecke und ähnliches - gewählt werden.

Die Tracking-App unterscheidet zwischen zahlreichen Sportarten, auch Yoga und Rudern wird unterstützt
Die Tracking-App unterscheidet zwischen zahlreichen Sportarten, auch Yoga und Rudern wird unterstützt

Allerdings startet die Datensammlung auch dann, wenn die Gear Fit2 eine sportliche Betätigung erkennt - ein manueller Eingriff soll so überflüssig werden. Im Test hinterließ dies aber gemischte Eindrücke. Zwar erfolgte in allen Fällen einer Erfassung, nicht immer wurde jedoch die richtige Betätigung erkannt, was am Ende zu einer falschen Berechnung von Kalorienverbrauch etc. führt; unter anderem wurde in einem Fall aus dem Schieben einer Kinderkarre Radfahren. Denkbar ist, dass es sich derartige Fehler mit einem Software-Update beseitigt werden.

Äußerst präzise ist der Fitness-Tracker hingegen bei der Berechnung der zurückgelegten Entfernung und Schritte - auch ohne mitgeführtes Smartphone. Denn das integrierte GPS-Modul arbeitet schnell und zuverlässig, muss jedoch manuell aktiviert werden.

GPS in der Gear Fit2 hat seinen Preis

Das geht allerdings spürbar zulasten der Laufzeit - die ohnehin selbst im Idealfall deutlich schlechter als von Samsung beworben ausfällt. Bei mittlerer Helligkeit wurden im Laufe des mehrwöchigen Tests nie mehr als knapp zweieinhalb Tage erreicht, der Schnitt lag bei etwa 54 Stunden. Wird während des Sports die GPS-Funktion genutzt, verringert sich die Laufzeit auf etwa acht bis zehn Stunden. Samsung spricht hingegen von einem Zeitfenster von neun Stunden (eingeschaltetes GPS) bis 5 Tagen („geringere Nutzung“).

In der Praxis dürfte es so darauf hinauslaufen, dass die Gear Fit2 spätestens am Abend des zweiten Tages wieder auf das Lade-Dock gelegt werden muss - womit sie etwa auf einem Niveau mit der Apple Watch, aber klar hinter der Gear S2 landet.

Für den vollen Funktionsumfang wird auch S Health benötigt - innerhalb der App werden die Daten übersichtlich aufbereitet
Für den vollen Funktionsumfang wird auch S Health benötigt - innerhalb der App werden die Daten übersichtlich aufbereitet

Im Software-Paket sind aber auch andere Möglichkeiten enthalten. So werden beispielsweise die im Laufe des Tages überwundenen Stockwerke erfasst, die zu sich genommene Flüssigkeits- und Koffeinmenge lässt sich festhalten und auch der Schlaf wird analysiert, wenn die Gear Fit2 dabei getragen wird. Reicht all das nicht, lassen sich die verschiedensten Apps aus dem Gear-Shop nachrüsten, für die Mehrzahl muss aber gezahlt werden. Gleiches gilt für die Zifferblätter. Samsung selbst bietet eine Vielzahl ab Werk an, die sich nicht nur optisch, sondern auch in der Art der dargestellten Informationen voneinander unterscheiden.

Fazit

Die Möglichkeit der Erweiterung ist am Ende vielleicht einer der Punkte, die die Gear Fit2 von der Konkurrenz abheben. Denn der Einsatz von Tizen als Basis bietet eine Flexibilität, die vielen anderen Fitness-Trackern fehlt. Eine Garantie, dass Samsung oder Drittentwickler das ausnutzen, gibt es aber nicht. Noch immer fehlt es dem Ökosystem an Apps, was Nutzer der Gear S2 bestätigen können. Doch wirklich nötig sind mehr Apps nicht.

Das GPS-Modul der Gear Fit2 ist der große Pluspunkt
Das GPS-Modul der Gear Fit2 ist der große Pluspunkt

Schon ab Werk bietet die zweite Generation alle Möglichkeiten, die man sich von einem derartigen Gerät wünscht. Abgesehen von den Fehlinterpretationen bei der automatischen Erkennung von Sportarten werden die Daten zuverlässig gesammelt und übersichtlich auf der Gear Fit2 oder in S Health dargestellt. Auch die einfache und im Vergleich zur ersten Gear Fit verbesserte Bedienung gefällt.

Eine uneingeschränkte Empfehlung gibt es aber dennoch nicht.

Denn nicht zuletzt die Laufzeiten sorgen dafür, dass sich die Gear Fit2 auch an klassischen Smartwatches messen lassen muss. So bieten unter anderem die Sony Smartwatch 3 sowie die Motorola Moto 360 Sport einen vergleichbaren Funktionsumfang, punkten darüber hinaus aber auch mit Android Wear als Plattform. Erstere ist bereits für etwa 130 Euro zu haben, für letztere muss mit knapp 240 Euro gerechnet werden. Und dann ist da noch das Microsoft Band 2. Das wird zwar nicht offiziell in Deutschland vertrieben, ist aber über verschiedene Händler zu Preisen ab etwa 230 Euro erhältlich. Im Lager der Sportuhren von Herstellern wie Polar oder Garmin sucht man direkte Mitbewerber hingegen vergeblich. Zwar werden hier verschiedene Modelle mit GPS-Modul bereits für 150 Euro angeboten, der Funktionsumfang fällt jedoch geringer aus - einen integrierten Pulssensor gibt es meist aber nicht.

Auch der Funktionsumfang der Gear Fit2 gefällt, kleinere Mängel stören aber
Auch der Funktionsumfang der Gear Fit2 gefällt, kleinere Mängel stören aber

Am Ende sollte die Gear Fit2 trotz aller Qualitäten derzeit nur dann die erste Wahl sein, wenn die GPS-Funktion zwingend erforderlich ist und das Budget auf 200 Euro begrenzt ist. Spielt erstere keine Rolle, könnte die erste Gear Fit für knapp 140 Euro ausreichen, gibt letzteres mehr her, sollte der Griff eher zur Moto 360 Sport gehen.

Positive Aspekte der Samsung Gear Fit2:

  • GPS-Modul
  • vor Wasser und Staub geschütztes Gehäuse
  • scharfes Display mit guter Farbdarstellung
  • einfache Bedienung

Negative Aspekte der Samsung Gear Fit2:

  • Probleme bei der Erkennung von Sportarten
  • Verarbeitung mit kleineren Mängeln

 

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