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ASUS ZenWatch 2 im Test

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asus zenwatch 2 teaser kleinElegant und hochwertig, aber Abzüge in Sachen Fitness und Laufzeit: Die ZenWatch konnte Ende 2014 nur in Teilen überzeugen. Nun wartet die zweite Generation auf Käufer. Warum diese nicht mit einer im Detail verbesserten Smartwatch rechnen dürfen, zeigt der Test: Die ZenWatch 2 beschreitet ganz neue Wege.

Auf die Technik trifft dies nur bedingt zu. Denn in weiten Teilen stimmen die Modelle WI502Q - die kleine Variante - und WI501Q - die große Variante - mit der ersten ZenWatch (WI500Q) überein. Beim SoC verlässt ASUS sich wieder auf Qualcomms Quad-Core-Chip Snapdragon 400, beim Speicherausbau erneut auf 512 MB RAM und 4 GB Platz für OS, Apps und Musik und beim Display auf ein IPS-Panel.

Die ZenWatch 2 gibt in zwei Größen, was auch Auswirkungen auf die Laufzeit hat
Die ZenWatch 2 gibt in zwei Größen, was auch Auswirkungen auf die Laufzeit hat.

Die Veränderungen muss man im Detail suchen. So unterstützt die ZenWatch 2 nun WLAN-Verbindungen (802.11g), zudem kommen neue Akkus zum Einsatz. Die erste Generation bot eine Kapazität von 369 mAh, nun sind es 300 oder 400 mAh (WI502Q/WI501Q). Zusätzlich wurde die Bluetooth-Version angehoben, aus 4.0 wurde nun 4.1. Das verspricht aufgrund des geringeren Energiebedarfs verbesserte Laufzeiten. Einen GPS-Empfänger oder ein umfassendes Aufgebot an Sensoren sucht man vergebens, mehr als einen Beschleunigungsmesser hat ASUS nicht spendiert.

  ZenWatch 2 (WI501Q) ZenWatch 2 (WI502Q)
Display 1,63 Zoll, 320 x 320 Pixel, AMOLED 1,45 Zoll, 280 x 280 Pixel, AMOLED
Akku 400 mAh 300 mAh
Maße (Gehäuse, in mm) 49,6 x 40,7  10,9 45,2 x 37,2 x 11,8
Gewicht 59 g (mit Armband) 49 g (mit Armband)
Sensoren Beschleunigungssensor
Arbeitsspeicher 512 MB
Interner Speicher 4 GB
Material Gehäuse Edelstahl, Glas
Material Armband Leder oder Edelstahl
Produktseite www.asus.de

Kenner der ersten ZenWatch werden den Herzschlagsensor beim Blick auf die Unterseite der Uhr nicht vermissen. Schließlich war dieser dort in den Rahmen integriert, was zu wenig präzisen Ergebnissen führte. Dass ASUS am Ende nicht nur auf diese Lösung, sondern gleich auf jeglichen Pulsmesser verzichtet hat, dürfte auch daran liegen. Einen Lautsprecher bietet man hingegen erneut – auch wenn dieser von Android Wear bislang nicht unterstützt wird.

Dunkle Displays

Zumindest bei der größeren Variante der ZenWatch 2 wurde auch das Display nicht angefasst. Das AMOLED-Panel bietet auch hier eine Diagonale von 1,63 Zoll sowie 320 x 320 Pixel. Das kleinere Modell muss sich mit 1,45 Zoll und 280 x 280 Pixeln begnügen, mit 273 ppi bietet es die beinahe identische Schärfe (WI501Q: 278 ppi). Bedingt durch das Panel können beide Anzeigen mit satten Farben und einem ausgezeichneten Kontrast überzeugen, anders sieht es bezüglich Helligkeit und Farbtemperatur aus.

Beide Displays sind zu dunkel, erschwerend kommt das stark spiegelnde Glas hinzu
Beide Displays sind zu dunkel, erschwerend kommt das stark spiegelnde Glas hinzu.

Die große ZenWatch 2 bietet hier 287 cd/m² sowie etwa 7.250 Kelvin, die kleine 261 cd/m² und knapp 7.100 Kelvin. In sehr hellen Umgebungen fällt das Ablesen des Bildschirms entsprechend schwer, bei direkter Sonneneinstrahlung wird es auch aufgrund des stark spiegelnden Glases beinahe unmöglich; eine große Rolle spielt das jeweils gewählte Zifferblatt. Einen unübersehbaren Blaustich bieten beide Modelle. Ebenfalls ins Auge sticht das schlechte Verhältnis von Display zu Front. Denn beide Uhren nutzen weniger als die Hälfte der zur Verfügung stehenden Fläche für die Bildschirme. Das Ergebnis sind sehr breite und wenig fortschrittlich wirkende Ränder.

Erneut gutes Gehäuse

Von der ursprünglichen ZenWatch übernommen hat man glücklicherweise die hohe Verarbeitungsqualität. Die Übergänge zwischen den Bauteilen weisen keine unterschiedlichen Spaltmaße auf, die am rechten Rand platzierte Krone ist sauber eingefügt. Deren Funktionsweise irritiert zunächst. Denn lediglich der innere Bereich kann betätigt werden, was bei der größeren ZenWatch 2 aufgrund der gewölbten Form etwas Gewöhnung erfordert. Bei der kleineren ZenWatch 2 ist die Fläche eben. Der obere Teil des Gehäuses ist in beiden Fällen wie gehabt aus Edelstahl gefertigt, der Boden aus Kunststoff. Zur Wahl stehen drei verschiedene Farben, die allerdings nur den Edelstahl-Part betreffen. Dank IP-Zertiefizierung (IP67) ist der Schutz vor dem Eindringen von Staub und Wasser gegeben.

Bekanntes Design, neue Details: Die Krone erleichtert die Bedienung
Bekanntes Design, neue Details: Die Krone erleichtert die Bedienung.

Mit 45,2 x 37,2 x 11,8 respektive 49,6 x 40,7 x 10,9 mm gibt es zwischen beiden Versionen der ZenWatch 2 einen klar erkennbaren Unterschied. Im Vergleich mit der ersten sowie der zweiten (großen) ZenWatch fällt auf, dass die Maße trotz identischem Display abweichen. Zwar ist die erste Generation von oben betrachtet länger, dafür aber leicht schmaler und dünner. Einzig beim Gewicht hat ASUS einen klaren Fortschritt gemacht. Denn aus 75 g inklusive Armband wurden nur noch 59 g (WI502Q: 49 g).

Vorne Edelstahl, hinten Kunststoff: In puncto Material gleicht die zweite der ersten Generation
Vorne Edelstahl, hinten Kunststoff: In puncto Material gleicht die zweite der ersten Generation.

Sehr unterschiedlich fallen die mitgelierten Armbänder aus. Im Falle der großen ZenWatch 2 wirkte das Lederband sehr hart und unkomfortabel, selbst nach einer Tragezeit von gut einer Woche hatte sich im Test daran nichts geändert. Bei der kleinen ZenWatch 2 sah es hingegen anders aus. Hier wurde das Leder schnell weich und geschmeidig, allerdings weist das Armband hier eine andere Färbung sowie ein anderes Muster auf. In beiden Fällen kann aber problemlos zu handelsüblichen Alternativen gegriffen werden (18 und 22 mm).

Eher Abendmode als Jogging-Outfit

Ebenso wie die Moto 360 2nd Gen oder die Huawei Watch wird auch die ZenWatch 2 mit der aktuellen Version von Android Wear ausgeliefert. Diese beinhaltet nicht nur die Unterstützung für die Synchronisation per WLAN oder die reibungslose – aber eingeschränkte – Zusammenarbeit mit iOS, sondern auch das Together-Feature. Mit dessen Hilfe lässt sich die Smartwatch mit der einer anderen Person verbinden, unter anderem lassen sich dann der aktuelle Status, Fotos oder Emojis einfach austauschen. Aber auch die Bedienung der Oberfläche gleicht der der anderen Uhren auf Basis von Android Wear, näher darauf eingegangen sind wir in den letzten Tests.

Dass die ZenWatch 2 eher ein Accessoire ist, liegt nicht nur am fehlenden Pulsmesser
Dass die ZenWatch 2 eher ein Accessoire ist, liegt nicht nur am fehlenden Pulsmesser.

Die kurze Zusammenfassung: Gegenüber der früheren Version lässt sich Android Wear deutlich besser nutzen, an den Komfort einer Gear S2 oder Apple Watch reicht das Betriebssystem aber noch immer nicht heran. Vor allem die schnell unübersichtliche Navigation stört im Alltag. Allerdings lässt sich die Zenwatch 2 leichter als der Vorgänger bedienen. Denn dieser musste noch ohne Krone und damit auch ohne die hier integrierte Taste für den schnellen Aufruf des Zifferblatts oder der App-Übersicht auskommen.

Seitens der ZenWatch kommen noch einige anderes Auffälligkeiten hinzu. Zunächst wäre da die verbesserte Erkennung von Schritten zu erwähnen, einer der großen Schwachpunkte des Vorgängers. Zwar reicht die Präzision noch immer nicht an die (semi-)professionaler Geräte heran, eine deutliche Tendenz ist aber erkennbar. Mangels Pulsmesser ist die Smartwatch für die Protokollierung von Fitnessdaten aber generell eher nicht geeignet.

Geladen wird per Stecker mit Magnethalterung
Geladen wird per Stecker mit Magnethalterung.

Der fehlende Sensor hat aber auch einen Vorteil: Denn durch das fehlende stromfressende Messen wird der Akku geschont. Bei moderater Nutzung der Uhr (mittlere Helligkeit, kein permanent aktiviertes Display) konnten im Test mit einer Ladung etwa 52 und 46 Stunden (WI501Q/WI502Q) erreicht werden. Mit dauerhaft eingeschalteter Anzeige reduzierte sich die Zeit um rund zwölf und neun Stunden, mit maximaler Helligkeit um nochmal circa zehn Stunden. Und selbst bei exzessiver Nutzung über den Tag hinweg meldete der Akku am Abend noch einen Stand von 25 bis 30 %. Im Vergleich zur ersten Generation hat ASUS hier für eine deutliche Verbesserung gesorgt.

Überarbeitet hat ASUS das Ladeprinzip. Denn während bei der ersten Generation noch ein kleines Dock auf die Unterseite der Smartwatch geklippst werden musste, reicht nun das Andocken eines länglichen, von Magneten gehaltenen Steckers. Das geht weitaus einfacher von der Hand, strahlt aber weniger Eleganz an beispielsweise das drahtlose Dock der Moto 360 2nd Gen aus.

Fazit

Der ersten ZenWatch attestierten wir vor knapp einem Jahr mehr Schein als Sein. Optisch gefällig, hochwertig verarbeitet und ansprechende Zifferblätter sorgten dafür, dass der Erstling mehr zum Anzug als zum T-Shirt passte. Anders sieht es auch bei der zweiten Generation nicht aus. Am grundsätzlichen Design hat ASUS festhalten, was prinzipiell nicht schlecht ist. Die ein oder andere Änderung im Detail sorgt dafür, dass sich die optische Ausrichtung zumindest ein Stück weit von elegant hin zu sportlich ändern lässt – die entsprechende Gehäusefarbe und ein passendes Armband vorausgesetzt.

Verbesserte Laufzeit, gestrichene Funktion: Mit der ZenWatch 2 tritt ASUS auf der Stelle
Verbesserte Laufzeit, gestrichene Funktion: Mit der ZenWatch 2 tritt ASUS auf der Stelle

Doch an diesem Punkt wiederholt sich das letztjährige Dilemma. Denn ASUS sorgt mit Veränderungen im Innern dafür, dass der Einsatzbereich der Uhr leicht eingeschränkt wird. Unterstellt man, dass viele Träger einer Smartwatch zumindest hin und wieder auch auf die Fitness-bezogenen Funktionen zurückgreifen, scheidet die ZenWatch 2 mangels Pulsmesser aus. Da der weitere Umfang mit den anderen aktuellen Android-Wear-Uhren übereinstimmt, bleibt nur wenig Raum für Differenzierung übrig. Die gute Verarbeitung der ZenWatch 2 bieten jedoch auch andere Hersteller, ein elegantes Design ebenso. Und auch Verbesserungen der Akkulaufzeit gegenüber dem letzten Jahr waren zuletzt bei anderen neuen Modellen erkennbar.

Da ASUS auch in weiteren Punkten nichts Besonderes bieten kann, fallen die an sich kleinen Mängel umso deutlicher auf. Dazu gehört der breite Display-Rahmen ebenso wie das recht große Gehäuse oder das nicht überzeugende Armband (in beiden Fällen WI501Q). Kann man die ZenWatch 2 deshalb also ignorieren? Nein!

Technisch nicht perfekt, aber die ZenWatch 2 bietet eine gute Mischung aus Preis und Leistung
Technisch nicht perfekt, aber die ZenWatch 2 bietet eine gute Mischung aus Preis und Leistung.

Denn mit dem Preis spielt ASUS einen ganz besonderen Trumpf aus. Denn die unverbindliche Empfehlung liegt bei nur 149 und 169 Euro für das kleine und große Modell. Damit unterbietet man nicht nur den Straßenpreis der ersten Generation (knapp 200 Euro), sondern auch fast jeden Konkurrenten auf Basis von Android Wear. Lediglich die LG G Watch fällt mit rund 80 Euro günstiger aus. Für Sonys Smartwatch 3 und Motorolas Moto 360 werden rund 140 Euro fällig, andere aktuelle Modelle wie die Watch Urbane oder die Moto 360 2nd Gen kosten teils deutlich mehr.

Deshalb hat sich die ZenWatch 2 am Ende als erste Android-Wear-Smartwatch eine klare Empfehlung verdient, wenn auch nur die für das Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer in das Thema Smartwatch ohne viel Geld zu investieren einsteigen will, kommt an ASUS derzeit nicht vorbei.

Positive Aspekte er ASUS ZenWatch 2:

  • handelsübliche Armbänder können verwendet werden
  • leicht überdurchschnittliche Akkulaufzeiten
  • hohe Verarbeitungsqualität

Negative Aspekte der ASUS ZenWatch 2:

  • kein Pulsmesser
  • Displays zu dunkel

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Kommentare (2)

#1
Registriert seit: 08.05.2003

Matrose
Beiträge: 53
Auf den Pulsmesser kann ich verzichten, habe einen Bluetooth-Brustgurt. Und bei dem Preis kann man dann echt darüber nachdenken, sowas zu hohlen.
#2
Registriert seit: 17.11.2015

Banned
Beiträge: 2
ich mag es so viel
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