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Huawei CarFi im Test

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huawei carfi teaser kleinDie Verbindung zwischen Internet und Auto wird immer wichtiger. Nicht nur, dass Dienste in neuen Modellen auf das Datennetz zugreifen müssen, um den vollen Funktionsumfang zu bieten – auch Mitfahrer überbrücken die Zeit gerne mit Surfen, Facebook und Co. Hilfreich können in solchen Situationen Router als zentrale Schnittstelle sein. Doch in Neufahrzeugen lassen sich die Hersteller das kleine Bauteil gut bezahlen, weshalb Nachrüstlösungen nicht nur für ältere PKW eine Alternative sind. Mit CarFi hat Huawei eine neue Lösung im Sortiment, die vor allem mit Komfort und Optik punkten soll.

Letzteres wird schon an der Verpackung deutlich. Denn statt in einem schnöden Karton wir der CarFi in einer gefälligen Kunststoffröhre geliefert. Der Hotspot selbst steckt in einem 88 x 49 x 59 mm großen Gehäuse, dessen Design an einen Schaltknauf angelehnt ist. Hals und Boden sind aus mattem schwarzen Kunststoff gefertigt, die Oberseite ist mit einem transparenten Kunststoffdeckel versehen, unter dem eine Art Kohlefaseroptik versteckt ist. Was am Übergang zwischen Ober- und Unterteil wie ein Chromring aussieht, ist aber lediglich – ebenfalls – Kunststoff.

Alle wichtigen Bedienelemente sind im oberen Teil des CarFi untergebracht. Auf der Stirnseite steht ein USB-Port (5 W) für Ladekabel bereit, auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich hinter einer Schutzklappe der Schacht für eine Micro-SIM, der Anschluss für eine externe Antenne sowie ein Reset-Schalter bereit, auf der Oberseite sind die Einschalttaste mit integrierter Status-LED sowie eine LED für eingegangene SMS untergebracht.

Maße 88 x 59 x 49 mm
Gewicht 50 g
Unterstützte Netze LGPRS, EDGE, UMTS, HSPA, HSPA+, DC-HSPA, LTE (Cat 4)
Unterstützte LTE-Frequenzen 800, 900, 1.800, 2.100 und 2.600 MHz
WLAN 802.11b/g/n (300 Mbit/s), verschlüsselt per WEP, WPA-PSK oder WPA2-PSK
Schnittstellen Micro-SIM-Slot, Anschluss für externe Antenne, USB
Produkt-Homepage http://consumer.huawei.com/de/

Schnelles LTE, ausreichendes WLAN

Die nicht sichtbare Technik besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten. Zum einen handelt es sich dabei um ein LTE-Mobilfunkmodem, das in der Spitze dank Cat 4 150 Mbit pro Sekunde im Down- und 50 Mbit pro Sekunde im Upstream erreicht, zum anderen um einen WLAN-Router, der gemäß dem nicht mehr zeitgemäßen Standard 802.11n arbeitet und bis zu zehn Verbindungen gleichzeitig halten kann. Im CarFi reicht dies aber dennoch aus. Denn mit bis zu brutto 300 Mbit pro Sekunde reicht die Übertragungsrate in Hinblick auf das LTE-Modem völlig aus, zudem dürte das 2,4-GHz-Netz auf kleinstem Raum ausreichen.

Micro-SIM, Reset-Schalter und Anschluss für eine externe Antenne verbergen sich hinter einer Schutzklappe
Micro-SIM, Reset-Schalter und Anschluss für eine externe Antenne verbergen sich hinter einer Schutzklappe

In Bereichen ohne LTE-Abdeckung kann das Modem auch auf 3G und 2G zurückschalten, unterstützt werden alle in Deutschland üblichen Frequenzen. Einen verbauten Akku gibt es nicht, auch wenn Huawei auf der Produkt-Homepage etwas anderes verspricht. Das bedeutet: Ist der Zigarettenanzünder respektive die 12-V-Steckdose spannungslos, kann der CarFi nicht genutzt werden. Platz für eine Speicherkarte gibt es ebenfalls nicht, womit man gegenüber einigen Konkurrenten im Nachteil ist. Entpuppt sich der Empfang im Auto als zu schlecht, kann eine externe, nicht mitgelieferte Antenne angeschlosen werden.

Ohne App geht nur wenig

Die Einrichtung des CarFi geht zunächst schnell von der Hand: In der 12-V-Steckdose-platzieren, einschalten und dann rund zehn Sekunden warten. Anschließend weist die Status-LED im Idealfall darauf hin, dass eine Verbindung zum Mobilfunknetz besteht. Wer bis hierhin auf die Bedienungsanleitung verzichtet hat, muss den Hotspot an dieser Stelle jedoch wieder herausziehen. Denn das für die Verbindung mit dem Netzwerk notwendige Passwort steht im Bereich des Halses und ist somit im eingesteckten Zustand nicht ablesbar.

Wichtigste Funktion der Applikation: Die Verwaltung des Datenvolumens
Wichtigste Funktion der Applikation: Die Verwaltung des Datenvolumens

Aber auch auf einen anderen Punkt weist die kurz gehaltene Dokumentation hin. Denn ohne HiLink-Applikation, die für Android und iOS bereitsteht, kann nur die Grundfunktion des CarFi genutzt werden. Denn das Tool informiert nicht nur etwas detaillierter über die Verbindungsqualität, sondern bietet auch die Möglichkeit, ein Gästenetzwerk einzureichen, einen Blick auf alle derzeit mit dem WLAN verbundenen Geräte zu werfen und einen monatlichen Datenplan zu hinterlegen. Ist das eingestellte Volumen aufgebraucht, werden Übertragungen unterbunden – hilfreich besonders beim Nutzen der Roaming-Funktion. Zusätzlich können über die App, die insgesamt sehr übersichtlich aufgebaut ist, auch SMS verschickt und empfangen werden.

Praxiseindrücke und Fazit

Im mehrstündigen Praxistest erwies sich Huaweis Hotspot als sehr zuverlässig. Die Datenraten lagen in ähnlichen Regionen wie bei einem parallel genutzten Smartphone, als limitierender Faktor entpuppte sich wenig überraschend aber immer wieder der Netzausbau; genutzt wurde das Netz der Deutschen Telekom im Großraum Hannover. Wie erwartet verhielt sich der CarFi auch bei der Nutzung mehrerer Smartphones und Tablets gleichzeitig. Denn die vom Router zur Verfügung gestellte Bandbreite wird auch hier geteilt, im Zweifelsfall geht das Tempo spürbar zurück. Beim üblichen Surfen, Facebook und Co. ist davon aber nichts zu spüren – so lange das Modem in einem LTE-Netz eingebucht ist. Denn schon bei HSPA werden die Wartezeiten beim Parallelbetrieb störend, hier fühlt man sich an einen vollbesetzten ICE mit überfordertem Hotspot erinnert.

Das Design gefällt, der CarFi benötigt aber vergleichsweise viel Platz
Das Design gefällt, der CarFi benötigt aber vergleichsweise viel Platz

Überraschend gut fällt die Reichweite des CarFi aus. Denn auch über Entfernungen von gut 25 m bei direkter Sicht konnte auf das Netzwerk zugegriffen werden.

Allerdings fielen im Test auch einige negative Punkte auf. So kann der CarFi aufgrund seiner Größe nicht in jeder 12-V-Steckdose platziert werden, vor allem in Mittelkonsolen kann es schnell zu eng werden. Ebenfalls nicht überzeugend ist die Status-Darstellung. Zwar können nur fünf verschiedene Zustände angezeigt werden, im Eifer des Gefechts hilft aber nur ein Blick in die Anleitung um zu klären, warum die Übertragungsraten gering ausfallen. Zumindest eine optische Darstellung der Empfangsqualität würde weiterhelfen. Vor allem Windows-Phone-Nutzer werden sich zudem daran stören, dass der volle Funktionsumfang des CarFi nur im Zusammenspiel mit einer Applikation genutzt werden kann. Ein einfaches, per Browser erreichbares Portal wäre die bessere Wahl gewesen. Lobenswert ist jedoch, dass Huawei einige Zusatzfunktionen in die Software integriert hat – auch wenn es ein gewisses Ausbaupotential gibt.

Dank USB-Port kann auch während der Nutzung geladen werden
Dank USB-Port kann auch während der Nutzung geladen werden

Eine Empfehlung bleibt aber dennoch aus. Denn nicht nur, dass die Liste der – überwiegend geringen – Nachteile zu lang ist, auch der Preis ist zu hoch angesetzt. Denn im Handel werden mindestens 90 Euro fällig, die UVP gibt Huawei sogar mit 149 Euro an. Technisch vergleichbare Hotspot-Lösungen anderer Hersteller sind teilweise für 40 bis 50 Euro erhältlich und bieten mitunter zusätzlich einen Akku. Zwar können diese optisch nicht mit dem CarFi mithalten, im Mittelpunkt eines solchen Geräts dürfte jedoch eher die Funktion stehen. Nur wer dies andersherum sieht und zusätzlich Wert auf die Möglichkeiten der HiLink-App legt, sollte Huaweis Hotspot in Erwägung ziehen.

Positive Eindrücke des Huawei CarFi:

  • gute Empfangseigenschaften
  • WLAN-Reichweite
  • stabiles Gehäuse
  • Anschlussmöglichkeit für externe Antenne
  • USB-Anschluss

Negative Eindrücke des Huawei CarFi:

  • voller Funktionsumfang nur mit Applikation
  • Status-Darstellung verbesserungsfähig
  • kein Akku-Betrieb

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Kommentare (3)

#1
Registriert seit: 13.03.2015

Leutnant zur See
Beiträge: 1218
Vielleicht gehöre ich ja einfach zu einer alten Generation von Autofahrern, aber für mich ist die These dass die Verbindung zwischen Internet und Auto wird immer wichtiger wird, Unfug.
Internet im Auto ? Wieso soll ich das auf das Auto auslagern wenn mein Smartphone das auch ganz von alleine macht. Und zwar völlig nahtlos auch dann noch wenn ich aus dem Auto ausgestiegen bin.
Ich habe den Eindruck, dass die Industrie hier krampfhaft versucht, "must-have" Gadgets anzupreissen die so nun wirklich niemand braucht - genausowenig wie selbständig bestellende Kühlschränke.
#2
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Registriert seit: 31.01.2006
Jena / Thüringen
Moderator
HWLUXX OC-Team
TeamMUTTI
Beiträge: 11734
In z.B. Taiwan sind derartige Hotspots Standard.
Vor allem Taxifahrer bieten damit einen weiteren kostenfreien Service an. Vor allem für ausländische Kunden ist ein WIFI immer besser als Roaming Gebühren. Taxis fahren oft in den Städten umher, wo die Netzabdeckung in der Regel sehr gut ist.

Ich finde diese Hotspots also schon sehr sinnvoll :)
In Taiwan gibt es aber auch Verträge ohne maximal Volumen - dort kann man also ohne Limit saugen... so etwas fehlt hier in Dtl. noch.
#3
Registriert seit: 13.03.2015

Leutnant zur See
Beiträge: 1218
Ich betreibe weder ein Taxi noch ein Internetcafe, also ist für mich der Nutzen eines offenen WLAN-Hotspots im Auto eher begrenzt. :)
Insbesondere wenn ich dazu eine weitere SIM-Karte brauche, möglicherweise mit zusätzlichen Kosten, und ohne Flatrate die es wenigstens sinnvoll erscheinen lassen würde wenn sich mehrere Mobilgeräte dort am Hotspot einloggen um Kosten zu sparen.
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