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Fitbit Charge und Withings Activité Pop im Doppeltest

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Seite 5: Fazit

Kurz vor der Auslieferung der Apple Watch kämpfen zahlreiche Hersteller um die Gunst der Nutzer. Die Auswahl ist inzwischen derart umfangreich, dass sicherlich für jeden etwas dabei ist. Ob mit oder ohne Herzfrequenzsensor, ob mit großem oder kleinem Display - oder wie im Fall der Withings Activité Pop gänzlich ohne. Dabei gilt aber immer zu beachten, dass nicht jeder Tracker identisch gut arbeitet. Einmal liegt die Stärke im Zählen der Schritte, ein anderes Mal wird die zurückgelegte Strecke sehr genau erfasst.

An mehr oder weniger professionelle Systeme reichen die meisten Fitness-Tracker aber nicht heran. Ein Brustgurt mit Herzfrequenzsensor und eine daran gekoppelte Uhr lassen sich noch immer kaum ersetzen. Auch die Herangehensweise der Datenerhebung bzw. deren Analyse ist höchst unterschiedlich. Nike verwendet bei seinem inzwischen eingestellten Fuelband (Hardwareluxx-Artikel) beispielsweise die sogenannten Fuelpunkte. Inzwischen aber konzentrieren sich die meisten Tracker auf die Anzahl der zurückgelegten Schritte und lassen auch noch weitere Daten mit in die Fitness-Berichte einfließen.

Mit dem Fitbit Charge und der Withings Activité Pop haben wir sicherlich zwei sehr unterschiedliche Fitness-Tracker im Test. Allerdings sollen sie sich weder im Anspruch noch in der Nutzung großartig unterscheiden. Optik und Material sind die wichtigsten Unterscheidungsmerkmal, während sich die Funktionsweise kaum unterscheidet.

Fitbit Charge

Der Fitbit Charge darf als klassischer Fitness-Tracker für den sportlich ambitionierten Nutzer gesehen werden. Das kleine Display stellt die wichtigsten Informationen zur Verfügung und neben einer Bewegungsanalyse bietet die Sensorik auch noch die Erkennung der nach oben gestiegenen Etagen. Daraus werden dann die weiteren Werte wie verbrannte Kalorien, zurückgelegte Wegstrecke usw. berechnet. Nach erfreulich schneller Synchronisation führt die App die dabei gewonnenen Daten schnell und ausreichend detailliert auf. Besonders interessant ist dabei das Schlaf-Tracking, welches erstaunlich gut funktionierte.

Fitbit Charge
Fitbit Charge

Der in einem flexiblen Elastomer eingebettete Tracker lässt für sportlich aktivere Nutzer eigentlich nur die Herzfrequenzmessung aus, doch auch hierzu hat Fitbit bereits ein entsprechendes Modell, den Charge HR auf den Markt gebracht. Musste Fibit bereits ein Produkt aufgrund von Hautirritationen zurückrufen, gibt es dazu bisher keine Meldungen und auch wir konnten im Testzeitraum keinerlei derartige Probleme feststellen. Allerdings sollte man darauf achten, den Fitbit Charge beim Wechsel der Kleidung nicht allzu stark durch ein Abstreifen zu belasten, da sich sonst die Elastomer-Hülle lösen kann. Ebenfalls gerne öffnet sich der Verschluss des Armbandes, wenn man mit dem Handgelenk irgendwo hängenbleibt. So kann der Tracker auch schnell einmal verloren gehen. Das wäre bei einem Preis von etwa 120 Euro sicher nicht allzu leicht zu verschmerzen. Weiterer Kritikpunkt ist sicherlich die trotz eines kleinen OLED-Displays nur relativ geringe Akkulaufzeit von 3-5 Tagen.

Withings Activité Pop

Withings versucht es mit einem komplett anderen Ansatz als rund 95 Prozent der anderen Anbieter. Die Activité Pop ist vielleicht ein Ausblick auf das, was uns in Kürze von der Initiative der Schweizer Uhrenhersteller erwarten dürfen. Auch diese haben natürlich längst den Trend der Smartwatches erkannt und auch wenn sie den ersten Zug verpasst haben, scheint die Präsentation der Apple Watch eine Art Weckruf gewesen zu sein.

Die Activité Pop von Withings setzt beim klassischen Uhrendesign an. Analoge Anzeigen, nur drei Zeiger und kein Display. All dies kommt nicht nur der Optik zu Gute, sondern auch der Akkulaufzeit. Withings gibt diese mit acht Monaten an, was dem Vielfachen einer klassischen Smartwatch entspricht. Verzichten muss man dabei nur auf die ohnehin teilweise eingeschränkten Anzeigen auf der Uhr selbst. Alle notwenigen Daten landen via Bluetooth-Verbindung auf dem Smartphone bzw. der dazugehörigen App.

Withings Activite Pop
Withings Activité Pop

Der Funktionsumfang ist dabei fast identisch zur Fitbit Charge, allerdings verzichtet die Activité Pop auf den Höhenmesser. Ansonsten geboten werden die üblichen Funktionen eines Fitness-Trackers. An den Algorithmen feilt Withings aber noch, sodass bisher nur das Laufen automatisch als solches erkannt wird. Für das Schwimmen soll im April ein Software-Update zur Verfügung gestellt werden. Anders als der Fitbit Charge darf die Activité Pop bis zu einer Wassertiefe von 50 m getragen werden. Die Funktionsweise von Hard- und Software haben wir ausführlich auf den Seiten zuvor erläutert. Größere Probleme konnten wir nicht feststellen. Einzig die langsame Synchronisation, die selbst beim Abgleich von 2-3 Tagen bereits mehrere Minuten dauert, darf als störend betrachtet werden.

Mit einem Preis von 150 Euro liegt die Withings Activité Pop preislich über der Konkurrenz, aber noch deutlich unter dem, was für vollwertige Smartwachtes derzeit aufgerufen wird. Die Withings Activité Pop macht also vor, auf was wir uns in nächster Zeit von den etablierten Herstellern freuen dürfen. Mit diesen Smartwatches dürften dann auch die Liebhaber analoger Anzeigen ihre Freude haben.

 

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Kommentare (5)

#1
Registriert seit: 16.02.2012

Kapitän zur See
Beiträge: 3072
Zitat

Mit einem Preis von 150 Euro liegt die Withings Activité Pop preislich über der Konkurrenz, aber noch deutlich unter dem, was für vollwertige Smartwachtes derzeit aufgerufen wird. Die Withings Activité Pop macht also vor, auf was wir uns in nächster Zeit von den etablierten Herstellern freuen dürfen. Mit diesen Smartwatches dürften dann auch die Liebhaber analoger Anzeigen ihre Freude haben.


Deutlich unter dem Preis vollwertiger Smartwatches??

Also die Moto 360 liegt derzeit bei ~195€, die G Watch R bei um die 200€.
#2
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Registriert seit: 15.11.2002
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[printed]-Redakteur
Tweety
Beiträge: 29105
25 Prozent darunter würde ich bereits als deutlich bezeichnen. So manchen erfasst schon wegen wenigen Euro der Geiz, da sollten 50 Euro durchaus als "deutlich" durchgehen.
#3
Registriert seit: 31.12.2006

Hauptgefreiter
Beiträge: 196
Hat die spitze Klammer direkt im ersten Satz des Artikels irgendeine Bedeutung oder ist das nur ein Fehler?

Mir persönlich fehlen da so einige Aspekte. Beispiel Display und Vibrationsmotor vom Fitbit Charge: Wenn ich das korrekt gelesen habe (leider ja nicht hier im Artikel), gibt es keine Benachrichtigungen über eingehende Nachrichte. In der Preisklasse imho sehr enttäuschend; zumindest die fehlende Vibration. Das kann schließlich schon selbst ein billiges MiBand.

Und wie es ist mit der Schlafanalyse? Kann ich, wie z. B. bei MiFit, auch die einzelnen Phasen anwählen, um genauer zu sehen, von wann bis wann die Phase genau ging?

Dass überhaupt nicht auf die Anbindung an Google Fit und/oder Apple Health Kit (oder wie das heißt) eingegangen wird, finde ich auch sehr schade. Für mich kein unwichtiges Kriterium, wenn ich Daten Programmübergreifend nutzen möchte (so wie z. B. Runtastic in Google Fit schreibt und Withings wiederum die Aktivitäten aus Google Fit auslesen kann).

"Testen konnten wir dies natürlich selbst nach einer mehrwöchigen Testphase noch nicht" (Batteriestand der Withings)
Aber doch vielleicht (grob) hochrechnen oder gibt es keine prozentuale Anzeige der Batterie innerhalb der Withings-App? (so ist das jedenfalls bei der Withings Waage)

"Anders als bei vielen Fitness-Trackern verzichtet Withings noch auf einen Herzfrequenzmesser"
Sind das wirklich so viele, die das bieten? Und ich meine damit, wirklich integriert für eine dauerhafte Messung und nicht wie beim Withings Pulse für eine kurze Messung am Finger oder mittels separatem Brustgurt. Geräte mit Bio-Impedanz-Messungen sind soweit ich weiß nicht gerade in einer Vielzahl enthalten. Auf die Schnelle würden mir nur das UP3, Fitbit Charge HR und das Microsoft Band ein. Gibt sicher mehr, aber die Anzahl an Geräten ohne kontinuierliche Herzfrequenz-Messung ist deutlich in der Überzahl.

"Auf Wunsch kann der Vibrationsmotor den Nutzer auch sanft zu einer bestimmten Uhrzeit wecken" (Withings)
Aber nicht in Abhängigkeit zur aktuellen Schlafphase, um den Träger nicht aus der Tiefschlafphase zu reißen. Ebenfalls etwas, das selbst ein MiBand beherrscht.

"An mehr oder weniger professionelle Systeme[..]" (Fazit)
Die da wären? Das Beispiel mit dem Brustgurt und der Uhr passt hier ja nicht mal, weil keines der beiden Modelle überhaupt die Herzfrequenz messen kann.

Blieben die Aspekte der Schlafüberwachung und der Aktivitätsmessung. Für ersteres wüsste ich nicht mal Alternativen. Ein Schlaflabor ist ja nichts, was man für die tägliche Auswertung nutzen könnte. Und für Aktivitätsmessung wäre das einzige, das mir einfallen würde, sonst ein Smartphone mit passenden Sensoren für die Schrittmessung (wie z. B. beim Nexus 5) und GPS für die Distanz.

"Allerdings sollen sie sich weder im Anspruch noch in der Nutzung großartig unterscheiden."
Ich finde die Ausrichtung doch schon sehr unterschiedlich. Die Withings ist für mich schon mehr eine Uhr, während die Fitbit durch die ständige BT-Verbindung und dem Display deutlich mehr Informationen bieten kann. Die Withings hat ja gar nicht mal die Möglichkeit, über irgendwelche Ereignisse (Anrufe, Benachrichtigungen etc.) zu informieren. In meinen Augen entsteht daraus automatisch eine ganz andere Nutzung.

Worauf auch überhaupt nicht eingegangen wurde: Wie läuft das Schlaftracking ab? Erkennt er automatisch, wann ich schlafen gehe, oder muss ich das manuell einstellen? Denn jedes Mal manuell einzustellen, ob gerade Tag- oder Nachtmodus o. ä. ist, finde ich nervig.

Für mich müssen sich die Tracker noch mit einem MiBand messen. Das Teil kostet keine 20 Euro und bietet Vibration bei Anrufen/SMS, ca. einen Monat Akkulaufzeit (dafür kein Display), erkennt den Schlafmodus automatisch (zumindest Nachts) und weckt mich (optional) etwas früher, wenn ich nicht gerade in eine Tiefschlafphase bin. Und bei (fast?) keinem anderen Band bis 150 Euro werden diese Features abgedeckt. SMS-Benachrichtigungen bei Fitbit hat offenbar nur das Surge-Modell für 250 Euro.

Da wäre eine G Watch R optisch schöner (gerade die Möglichkeit, Watch Faces frei zu wählen, finde ich geil), die hat aber natürlich wiederum nicht die Funktionen eines Fitness-Trackers hat.
#4
Registriert seit: 13.10.2007
Hinwil
Gefreiter
Beiträge: 38
Hi av3nger
die Fitbit Charge hat eine automatische Schlaferkennung (siehe http://help.fitbit.com/articles/de/Help_article/Informationen-zur-Schlafaufzeichnung-1405638444858) genau wie die Withings. Bei meiner Charge, die im Übrigen seit 2 Monaten unbenutzt herumliegt, war es im besten Fall auf +-0.5h genau. Das MiBand, egal wie günstig es ist, würde ich mir schon aus ästhetischen Gründen nicht zulegen. Ist ganz toll, dass das Ding einen Schlafphasenwecker hat, ohne Anzeige der Uhrzeit finde ich das Teil persönlich aber unnütz. Die schlichte Activité Pop werde ich mir wohl zulegen. Die Tatsache, dass Fitbit sich Apple Health verweigert finde ich übrigens auch absolut daneben.
#5
Registriert seit: 31.12.2006

Hauptgefreiter
Beiträge: 196
Hallo boomslang,

danke für die Antwort. Sicher, ästhetisch ist das MiBand nicht. Es ging mir eher nur um Preis/Leistung. Wenn ich grob das 10-fache für ein Band bezahle, ist es ärgerlich, wenn mir dadurch Features fehlen. Der Schlafphasenwecker ist mir nicht wichtig (hätte aber trotzdem Test erwähnt werden können, können ja auch einige andere Bänder, z. B. von Jawbone), aber wenn ich Anrufe/Benachrichtigungen verpasse, weil ich das Smartphone beim Radfahren in der Tasche habe, finde ich das schon ärgerlich.

Wenn es um die Ästhetik geht, würde ich ohnehin nur Uhren nehmen. Da ist die Activité (Pop) natürlich hervorragend. Mit einer Benachrichtigungsfunktion hätte ich mir diese auch direkt gekauft. Aber gut, der Markt ist ja noch jung.
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