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ASUS ZenWatch im Test

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Seite 2: Software und Alltag

Software

Auch wenn ASUS hinsichtlich der grundlegenden Software vom Standard in Form von Android Wear in Version 4.4W.2 nicht abweichen kann und damit die gleichen Funktionen wie bei der Konkurrenz zur Verfügung stehen, gibt es dennoch einige Eigenheiten. Denn die Taiwaner bieten rund um ihre Smartwatch gleich mehrere Companion Apps an, insgesamt vier: ZenWatch Manager, Remote Camera, Remote Link und Wellness.

Während ersteres Programm zur Verwaltung der Smartwatch dient und damit wesentlichen Punkten mit Googles Android-Wear-Applikation übereinstimmt, gibt es doch so manch interessante Zusatzfunktion. Unter anderem kann der Nutzer hier einstellen, dass das Smartphone mit der ZenWatch freigeschaltet werden kann - befindet sich die Uhr in der Nähe des Handys, muss kein Code für das Entsperren eingegeben werden. Dabei bezieht sich „in der Nähe“ lediglich auf die Verbindung per Bluetooth. Ist die ZenWatch nicht verbunden, was je nach Umgebung schon nach 5 bis 6 Metern der Fall sein kann, muss das Smartphone per im ZenWatch Manager hinterlegten Code entsperrt werden. Weitere Bestandteile der App sind unter anderem „Cover to Mute“ zum Stummschalten des Klingeltons sowie eine optionale Warnung, falls die Verbindung zwischen Uhr und Handy abbricht - beispielsweise, weil es versehentlich liegen gelassen wurde.

Googles Android-Wear-App links, ASUS' ZenWatch Manager rechts
Googles Android-Wear-App links, ASUS' ZenWatch Manager rechts

Unter der Kategorie Spielerei kann man Remote Camera verbuchen. Zunächst klingt der Einsatz der Smartwatch als Sucher für die Smartphone-Kamera interessant, in der Praxis sind aber nicht nur die Bedienung umständlich - eigentlich bräuchte man drei Hände - und die Bildwiedergabe ruckelig, auch der Funktionsumfang ist deutlich eingeschränkt. Denn die dazugehörige Kamera-App bieten kaum Komfort, viel mehr als den Blitz und die Standortmessung ein- und auszuschalten ist nicht möglich.

Nützlicher kann da schon Remote Link sein. Eigentlich dafür gedacht, den PC in gewissem Umfang mit einem Smartphone fernzusteuern, kann der Android-Wear-Ableger beispielsweise zum Steuern von Präsentationen eingesetzt werden.

Auf den aktuellen Fitness-Trend reagiert ASUS mit Wellness. Hierüber lassen sich Bewegungsdaten analysieren, die in Form von Schritten und Puls von der ZenWatch geliefert werden. Innerhalb der App lassen sich die Werte nach Tagen und Wochen unterteilen, mithilfe von Diagrammen sollen Tendenzen aufgezeigt werden. Zusätzlich wird ein Entspannungswert errechnet, dessen Aussagekraft aber eher gering ist. Auf Wunsch können die Daten auch in Googles Cloud gesichert werden. Optisch und funktionell gefällt Google Fit besser.

Fitnessdaten lassen sich über ASUS' Wellness-App verwalten, Google Fit wäre die bessere Wahl
Fitnessdaten lassen sich über ASUS' Wellness-App verwalten, Google Fit wäre die bessere Wahl

Das Verbot der optischen Anpassung von Android Wear umgeht ASUS wie bislang kein anderer Anbieter. Zwar stimmt die grundsätzliche Oberfläche mir ihren Google-Now-Karten mit dem überein, was man von G Watch R, Moto 360 und Co. kennt, bei allen eigenen Anwendungen setzt man jedoch auf die eigene ZenUI, die man beispielsweise von den ZenFones kennt. Damit kann sich die ZenWatch zwar von den Mitbewerbern abheben, es wird jedoch mit der einheitlichen Optik gebrochen. Denn das Design der ZenUI weicht deutlich von Android Wear ab.

Anders als noch im Rahmen der IFA angedeutet gibt es keine Einschränkungen hinsichtlich der Funktionen beim Betrieb der ZenWatch mit einem nicht von ASUS stammenden Smartphone. Denn alle dazugehörigen Apps sind inzwischen auch für Geräte anderer Hersteller verfügbar.

Alltag

Die Bedienung von Android-Wear-Uhren ist hinlänglich bekannt. Grundsätzlich ist das Betriebssystem auf die Bedienung per Touchscreen ausgelegt, die Einbindung von Tasten ist jedoch prinzipiell möglich, wie die G Watch R und Moto 360 mit ihren Kronen zeigen. Auch ASUS setzt auf eine solche Taste, aufgrund der Unterbringung auf der Unterseite des Gehäuses verkommt sie allerdings zum reinen Ein- und Ausschalten - mehr als der Bildschirm steht damit für die Nutzung praktisch nicht zur Verfügung. Im Alltag wird die ZenWatch wie ihre Konkurrenzen auch aber eher über die typische „Auf die Uhr schauen“-Bewegung aktiviert. Dabei zeigt sich schnell, dass die Smartwatch überempfindlich reagiert: Schon leichte Bewegungen schalten das Display ein, auch, wenn dies gar nicht bezweckt war. Prinzipiell ist dies im Vergleich zur eher störrischen Moto 360 ein Vorteil, dieser geht jedoch leicht zu Lasten des Akkus.

Kurskorrektur: Sämtliche Funktionen lassen sich auch mit Android-Smartphones anderer Hersteller nutzen
Kurskorrektur: Sämtliche Funktionen lassen sich auch mit Android-Smartphones anderer Hersteller nutzen

Etwas anders sieht es aus, wenn die Anzeige permanent eingeschaltet ist. Aus einem unbekannten Grund sind dann genauere und umfangreichere Bewegungen nötig, um zwischen dem Always-on- und dem normalen Modus zu wechseln. Ersterer ist dabei ein gutes Stichwort. Denn wer sich das Ablesen der Uhrzeit sowie der letzten Statusmeldung erleichtern will, kommt wie bei allen Android-Wear-Modellen nicht um diese Betriebsart herum. ASUS hat für jedes vorinstallierte Zifferblatt eine Variante für das immer aktiverte Display vorinstalliert, das in fast allen Fällen eine hohe Ablesbarkeit erlaubt.

Doch schon nach wenigen Tagen entpuppt sich der Betrieb mit dem "inaktiven Display" als größtes Problem der ZenWatch. Denn schon bei mäßiger Nutzung der Uhr bei mittlerer Helligkeit und aktiviertem Always-on-Display muss nach gut 20 Stunden zum Ladegerät gegriffen werden. Damit wird sogar die ebenfalls schon in diesem Punkt enttäuschende G Watch R nochmals leicht unterboten. Allerdings schneidet ASUS’ Uhr auch mit nicht permanent eingeschalteter Anzeige eher mäßig ab. Mehr als 45 Stunden waren mit einer Ladung bei mittlerer Helligkeit nicht zu schaffen. Wer häufiger auf die Uhr schaut sowie seinen Puls misst und das Display mit der höchsten Helligkeitsstufe nutzt, kann von den genannten Zeiten 25 bis 35 Prozent abziehen. Um auf Nummer sicher zu gehen, muss die ZenWatch jeden Abend geladen werden.

Nicht mehr als ein Gimmick: Mit Remote Camera lässt sich die ZenWatch als Sucher nutzen, viele Funktionen fehlen aber
Nicht mehr als ein Gimmick: Mit Remote Camera lässt sich die ZenWatch als Sucher nutzen, viele Funktionen fehlen aber

Probleme anderer Natur treten aber ebenfalls schnell auf. Denn wer die zurückgelegten Schritte von der Uhr zählen lässt, dürfte schnell auf Ungereimtheiten stoßen. Die erfassten Daten wichen im Test an einzelnen Tagen mehr als 30 Prozent von den tatsächlichen Werten ab, gleichzeitig zeigte sich die ZenWatch an zwei Tagen mit einer Abweichung von weniger als 5 Prozent aber auch äußerst präzise. Und derartige Schwankungen gibt es nicht nur bei den Schritten, sondern auch beim Puls: Mal stimmte die Messung zu beinahe 100 Prozent mit den Tatsachen überein, mal wurden aus tatsächlichen 65 Schlägen pro Minute über 100. Dabei war es unerheblich, welche App verwendet wurde, das Problem liegt damit eindeutig auf Seiten der Uhr.

Ärgerlich sind diese Patzer vor allem deshalb, da sich die ZenWatch beim täglichen Tragen kaum von einer gewöhnlichen, hochwertigen Armbanduhr unterscheidet. Der Tragekomfort ist aufgrund des geringen Gewichts und der Haptik von Gehäuse und Armband hoch und auch optisch kommt die ZenWatch ihrem klassischen Vorbild sehr nahe. Mit einer Vielzahl von teilweise exklusiven Zifferblättern lässt sich das Erscheinungsbild zudem den eigenen Wünschen entsprechend anpassen.

 

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