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Samsung Gear 2 im Test

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Seite 2: Smartwatch mit Fitness-Funktionen

Smart-Funktionen

Während sich bei der Gear Fit am Ende unseres Testes die Frage stellte, ob es sich um einen Fitness-Tracker oder eine Smartwatch handeln soll, ist die Ausgangslage bei der Gear 2 eine völlig andere. Denn hier besteht gar kein Zweifel an der Positionierung: Samsung bewirbt sie als „intelligente“ Uhr.

Noch immer ungewohnt: Telefonieren per Uhr
Noch immer ungewohnt: Telefonieren per Uhr

Deutlich gemacht wird dies durch den Funktionsumfang. So kann sie nicht nur über eingehende Nachrichten und Anrufe informieren, sondern letztere auch direkt annehmen oder einleiten. Dies kann entweder über das Kontaktverzeichnis oder die Telefon-Applikation erfolgen, in der eine klassische Nummerntastatur bereit steht. Die Gespräche selbst werden entweder über ein angeschlossenes Bluetooth-Headset oder die integrierte Freisprecheinrichtung geführt. Ebenfalls an Bord ist ein eingebauter Medien-Player, der auf den integrierten, 4 GB fassenden Speicher zugreifen kann. Auch hier erfolgt die Wiedergabe entweder per Headset oder den eingebauten Lautsprecher, letzterem mangelt es aber eindeutig an Qualität für diesen Einsatzbereich. Ganz so einfach hat Samsung die Nutzung der Musikwiedergabe aber nicht gemacht, denn das Befüllen mit Titeln ist ungewöhnlich umständlich: Erst müssen sie auf das verbundene Smartphone gespielt werden, von diesem aus dann via Gear Manager auf die Gear 2. Die Software ist generell erforderlich, um die Smartwatch überhaupt in Betrieb nehmen zu können - hier hat man das Prozedere der Galaxy Gear beibehalten.

Der integrierte Mediaplayer gefällt beim Sport, die Befüllung ist aber umständlich
Der integrierte Mediaplayer gefällt beim Sport, die Befüllung ist aber umständlich

Ein nettes Gimmick ist hinsichtlich der „Smart“-Funktionen der Infrarot-Sender, der neben der Kamera platziert ist. Über diesen können Fernseher, HiFi-Anlagen und ähnliches bedient werden. Anders als auf dem Galaxy S5 stehen hier aber nur die Grundfunktionen wie Lautstärkeanpassung und Senderwahl zur Verfügung, im Test funktionierte dies reibungslos.

Dass die Kamera im Vergleich zur Galaxy Gear die Position gewechselt hat, fällt schnell auf, die abermals nicht überzeugende Qualität ebenfalls. Der mit 2 Megapixeln ausgestattete Sensor zeigt vor allem bei der Farbtreue deutliche Schwächen, statt kräftiger Töne sind auf den Aufnahmen nur blasse Farben zu erkennen - vor allem Rot und Blau sind hiervon betroffen. Probleme hat die Kamera aber auch schon bei leichtem Gegenlicht sowie hellen Flächen, die grundsätzlich zu dunkel wiedergegeben werden. Immerhin: Die Kamera hält überraschend viele Details fest, ein deutliches Bildrauschen ist jedoch nicht zu übersehen. Gesichert werden die Fotos ebenso wie die Videos - die maximale Länge beträgt hier 15 Sekunden - im Speicher der Uhr, auf Wunsch werden sie aber auch automatisch an das verbundene Smartphone übertragen.

Fitness-Funktionen

Nicht fehlen dürfen bei einer Smartwatch mittlerweile Funktionen, die in der Vergangenheit eher Fitness-Trackern vorbehalten waren. Dazu zählt vor allem die Möglichkeit, Schritte zu zählen sowie verschiedene Trainingsprogramme zu nutzen, aber auch die Überwachung des eigenen Pulses. All dies bietet die Gear 2, womit sie ein Stück weit in direkter Konkurrenz zum Schwestermodell Gear Fit steht - auch dort stehen die Funktionen zur Verfügung.

Die Pulsmessung ist nur eine der Fitness-Funktionen
Die Pulsmessung ist nur eine der Fitness-Funktionen

Allerdings schafft es die Gear 2 nicht, sich in diesen Punkten qualitativ vom hauseigenen Konkurrenten abzuheben. Denn auch hier werden Bewegungen als Schritte gewertet, die mit Fortbewegung nicht immer etwas zu tun haben müssen. Schlimmer noch: Wo wir der Gear Fit eine Fehlerquote von etwa 50 bis 80 Prozent attestieren mussten, zählt die Gear 2 noch ungenauer. So wurden aus etwa 2.000 tatsächlichen Schritten über 6.500 - die zwischenzeitliche Zugfahrt interpretierte die verbaute Sensorik als Gehen.

Besser sieht es hingegen beim Pulsmesser aus, dessen Genauigkeit auf einem Niveau ähnlich der Gear Fit liegt: In der Regel lagen zwischen Messung und tatsächlichem Puls etwa 10 Prozent, für Tendenzen reicht dies völlig aus.

Ohne Smartphone in Reichweite sind viele Messungen nicht möglich oder zumindest eingeschränkt
Ohne Smartphone in Reichweite sind viele Messungen nicht möglich oder zumindest eingeschränkt

Viel Potential verschenkt hat Samsung bei den Trainingsprogrammen. Der Nutzer muss hier zwischen verschiedenen Sportarten wählen, anschließend werden Geschwindigkeit, Strecke und auf Wunsch Puls angezeigt. Die Grundlage für die Erfassung der meisten Daten ist allerdings nicht die Smartwatch, sondern das verbundene Smartphone, schließlich muss die Gear 2 ohne GPS-Empfänger auskommen. Wer für nachträgliche Analysen möglichst viele Informationen sammeln will, muss also beide Geräte beim Sport bei sich tragen.

Ebenso schwach wie bei der Gear Fit fällt die Schlafüberwachung aus. Vom Nutzer aktiviert, werden während der „Schlafphase“ die Zeiten ohne Bewegungen erkannt und nach Beendigung der Aufzeichnung ausgegeben. Ob während dieser Zeit aber wirklich geschlafen wurde, wird allerdings ebenso wenig erkannt die Schlafqualität.

Tizen

Durch die zahlreichen Parallelen etwas in den Hintergrund verdrängt wird die Tatsache, dass die Gear 2 - die weitestgehend gleiche Gear 2 Neo ebenfalls - auf einer anderen Plattform als die Gear Fit basiert. Denn Samsung setzt hier auf Tizen, wirklich erkennbar ist dies aber an keiner Stelle der Nutzeroberfläche. Gegenüber der Galaxy Gear kommt somit ein schlankeres Betriebssystem zum Einsatz, was in Hinblick auf Leistung und Energiebedarf Vorteile hat; im Test erreichte der 1 GHz schnelle Dual-Core SoC mit dem 512 MB großen Arbeitsspeicher nie seine Grenzen.

Dass Tizen zum Einsatz kommt, bleibt dem Nutzer verborgen
Dass Tizen zum Einsatz kommt, bleibt dem Nutzer verborgen

Politisch betrachtet ist der Einsatz von Tizen eine klare Aussage in Richtung Google und Android, aus Sicht des Nutzers ist es jedoch vorerst der falsche Weg. Denn für Tizen stehen nur wenige Applikationen bereit, die mit geringem Aufwand für die Gear 2 portierbar wären. Ob und wann die Funktionsvielfalt der Smartwatch dementsprechend durch neue Software erweitert wird, steht also in den Sternen - auch wenn es erste Ankündigungen gibt.

 

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