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iconBit Toucan Stick MK2 G3 im Test - Android-Stick für den TV

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Seite 2: Formate, Software, Fazit

Unterstützte Formate & Performance

Zu den Anfangstagen solcher Sticks war schnell klar, dass diese Lösungen wenig Spaß bringen. Ruckelpartien selbst bei 720p-Videos, die nur mit Know-How und Workarounds umgangen werden konnten, fehlende Formatvielfalt und ein noch in den Kinderschuhen steckendes Android-System vermiesten dem Otto-Normal-Verbraucher schnell den Spaß an solchen Sticks. Das hat sich aber in der letzten Zeit geändert. Mit Android 4.2 kommt eine recht aktuelle Software-Version zum Einsatz, auf ein Update auf aktuellere Versionen sollte man jedoch nicht hoffen - es ist eher selten, dass Sticks wie diese weiter unterstützt werden. Stattdessen sollte man sich über die einigermaßen aktuelle Version, die Unterstützung für die meisten auf dem Markt erhältlichen Apps bietet, freuen und den Stick nutzen, wie geliefert.

Bei den Formaten will iconBIT sich natürlich nicht festlegen, immerhin hat man mit Android die Möglichkeit, verschiedenste Player aus dem Play Store zu laden und die Formatvielfalt somit ins Unermessliche zu steigern. Man lässt sich jedoch dazu hinreißen, einen Full HD 1080p Video Decoder hardwareseitig verbaut zu haben. In unserem Test gab es mit entsprechenden Videos und Trailern im MKV-Format diesbezüglich auch keinerlei Probleme. Selbst relativ hohe Datenraten konnte der Stick verarbeiten. Ebenfalls hardwareseitig wurden ein MPEG-Audio- und Dolby-Digital-Decoder verbaut, die Ausgabe von Audio- und Video erfolgt 3D-kompatibel per HDMI-1.4-Schnittstelle.

Ist der Stick erst einmal hochgefahren (vom gekappten Strom bis zur bedienbaren Oberfläche vergehen etwa 50 Sekunden), ist die Gesamtperformance des Sticks dafür sehr hoch, hier gibt es keine Beanstandungen. Schneller App-Wechsel, flüssige Wiedergabe der von uns getesteten Formate (per WLAN, über USB) und das problemlose Installieren von neuen Apps sprechen für den iconBit Toucan Stick G3 MK2.

Die Software macht den Unterschied

Ob ein solches Gerät jedoch Spaß macht, entscheidet nicht nur die Hardware. Auch auf der Software-Seite kann man als Hersteller recht viel herausholen. Oberfläche, integrierte Apps und Lösungen sowie die flüssige Bedienung tragen einen großen Teil zum Nutzererlebnis bei. Der russische Hersteller will hier mit einer eigenen Launcher-Oberfläche glänzen, auf der die wichtigsten Apps, das Wetter und Systeminformationen gesammelt wurden. Bei den Apps beschränkt man sich auf solche für IPTV, Internet-Radio, Media Player, YouTube, Browser sowie Skype und ein Link zu allen Apps und zwei Einstellungsmenüs. (Die ersten beiden Apps sind in Deutschland leider nicht verfügbar, zumindest funktionierten sie in unserem Test nicht.) Das erste Menü bietet Zugriff auf die Android-Einstellungen, das zweite auf die Launcher-spezifischen Einstellungen. Hier können bspw. die zuvor aufgezählten Apps ein- oder ausgeblendet werden. Schade ist jedoch, dass es keine Möglichkeit gibt, eigens über den Play-Store installierte Apps zur Startseite hinzufügen. Der schnelle Zugriff auf Watchever oder ähnliche Dienste ist daher nicht ohne Weiteres möglich.

Da es sich jedoch um einen waschechten Android-Stick mit Zugriff auf die Google-Dienste handelt, kann über den Play-Store auch ein alternativer Launcher heruntergeladen werden und das Menü so frei konfiguriert werden. Auch Apps wie Plex, Twitter-Clients, Facebook oder weitere VoD-Dienste sind damit verfügbar. Dass das jedoch nicht gleich heißt, dass einem die Welt zu Füßen liegt, zeigt das Beispiel Amazon Prime Instant Video (ehem. Lovefilm). Es gibt zwar eine App, die beschränkt sich aber auf das Managen der Leihliste, nicht jedoch auf das Betrachten von Filmen. Das ist Apple-Geräten und den hauseigenen Kindle-Tablets sowie einigen Smart-TVs vorbehalten. Auf eine Android-App für alle Geräte wartet man aktuell noch vergebens. Einen Smart-TV ersetzt der Stick in diesem Fall also nicht. Insgesamt ist das App-Angebot Android-typisch sonst aber sehr divers, es findet sich für (fast) jeden Dienst die richtige Applikation.

Fazit

Mit dem Toucan Stick G3 MK2 bringt iconBIT eine ordentliche Umsetzung eines Android-Sticks zur Smart-TV-Verbesserung auf alten TV-Geräten. Wie genau das Gerät, das größtenteils auf Fernseher-Bedienung ausgelegt ist, als Mini PC fungieren soll, ist uns während des Tests aber nicht ganz klar geworden. Die Docking-Station bietet natürlich ihren Teil dazu, reicht aber für eine ordentliche Nutzung als PC nicht aus. Software und Air Mouse sind ganz klar für den Gebrauch am Fernseher ausgelegt - und als solches wollen wir den Stick bei seiner Bewertung auch betrachten. Selbstverständlich kann man mit dem Installieren alternativer Launcher eine deutliche Verbesserung in puncto PC-Tauglichkeit erreichen, das ist jedoch nur mit zusätzlichem, für den Otto-Normalverbraucher nicht zu verachtenden Aufwand, möglich.

Einen Smart-TV ersetzt der Stick leider nicht ganz. Die Startzeit ist deutlich zu hoch - wer den Stick direkt mit dem TV nutzen will, wird einige Wartezeit in Kauf nehmen müssen. Zudem sind nicht alle Apps auf die Großbildbedienung (in diesem Fall gibt sich der Stick als Tablet aus) angepasst und einige sind gar nicht verfügbar (Prime Instant Video als Wiedergabe-App fehlt hier bspw.). Dafür ist der Stick in anderen Bereichen durchaus überlegen. Wiedergabe von Flash-Inhalten per Browser, der gewohnte, schnelle Umgang mit dem System und die hohe Anpassbarkeit. Wer einen solchen Stick kauft, sollte wissen, worauf er sich einlässt. In unserem Test hat sich das Gebilde eher als "Bastellösung" für den Geek herausgestellt. Die vollwertige, einfach zu bedienende Gesamtlösung, wie Apple sie mit dem Apple TV vorgestellt hat, ist der Stick in unserem Test nicht.

Wer jedoch schon ein Android-Gerät sein Eigen nennt, wird sich vielleicht den Chromecast anschauen wollen. Ein kleiner, recht günstiger HDMI-Stick, der eine Verbindung zum WLAN herstellt und per Android-Smartphone oder Tablet mit Inhalten bestreamed werden kann. Vorteil: Einrichtungsaufwand ist gleich 0, der Preis ist mit 35 Euro viel niedriger. Nachteil: Nur entsprechend programmierte Apps können Inhalte an den Chromecast schicken. Watchever ist zum Beispiel neben YouTube eine davon. Hier gibt es aber schon einige Ansätze, auch lokale Medien direkt an den Stick schicken zu können. Ein weiterer Nachteil: Nur, wenn das entsprechende Gerät verfügbar ist, kann der Stick richtig genutzt werden - zudem zehrt es am Akku des Smartphones.

Positive Aspekte des iconBit ToucanStick MK2 G3:

  • Große App-Vielfalt dank Play-Store Zugang
  • Gute Verarbeitung
  • Eingebaute Kamera für Android-Skype-Chats

Negative Aspekte des iconBit ToucanStick MK2 G3:

  • Startet langsam
  • Fühlt sich nach Bastellösung an
  • Billige Dockingstation
  • Oberfläche verbesserungswürdig
  • Mitgelieferte Apps funktionieren nicht alle

 

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Kommentare (5)

#1
customavatars/avatar168709_1.gif
Registriert seit: 23.01.2012
Dromund Kaas
Kapitän zur See
Beiträge: 3258
Ihr hättet XBMC testen sollen...
#2
Registriert seit: 13.02.2006
Koblenz
Flottillenadmiral
Beiträge: 5778
Chromecast?
#3
customavatars/avatar24070_1.gif
Registriert seit: 20.06.2005
Berlin
Hauptgefreiter
Beiträge: 218
bevor man sich so Teil zu legen sollte
muss man gucken wie es mit Updates ausieht
im Netz gibt es Community die Firmeware Liefern und updates.

hatte mir mal MiniX NEO X7 Android 4.2 Quad Core bestellt fand ich nicht so pralle alle apps die man auf handy hat ging auf der Kiste
leider mal abstürze und die schlechte China verabeitung die Wlan antenne ist abgefallen.

Ging wieder zurück mit den Chromecast kann man was anfangen leider ist das OS noch beta laut leise ist träge so langsam kommen apps mit Chromecast unterstütung wie netzkino.

#4
customavatars/avatar157503_1.gif
Registriert seit: 23.06.2011

Kapitänleutnant
Beiträge: 1849
Fazit , verkauft Eure alte Kiste und kauft einen Smart-TV, 100 Euro sind so sinnvoller, mfg
#5
customavatars/avatar39583_1.gif
Registriert seit: 01.05.2006
Traunreut, Oberbayern
Kapitän zur See
Beiträge: 3094
Zitat Daunti;22142252
Ihr hättet XBMC testen sollen...



Das wäre klasse wenn ihr das noch machen könntet
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