> > > > Kurztest: Libratone Lounge - High-End AirPlay-Lautsprecher mit toller Optik

Kurztest: Libratone Lounge - High-End AirPlay-Lautsprecher mit toller Optik

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 3: In der Praxis + Fazit

 

Nachdem wir uns bislang nur mit der trockenen Theorie beschäftigt haben, muss das Libratone Lounge im Folgenden zeigen, ob die Detailverliebtheit der Dänen wirklich einen positiven Effekt hat.

Praxiseinsatz:

Libratone Lounge Schalter

Bedient wird die Libratone Lounge mit einem einzigen Knopf. Je nachdem wie lange dieser gedrückt wird, können verschiedene Funktionen, wie das Setup oder der Stand-by-Betrieb aufgerufen werden. Signalisiert wird der jeweilige Zustand durch verschiedene Farben und ein Pulsieren der entsprechenden Beleuchtung. In der Praxis funktionierte das System sehr gut, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, welcher Code nun was bedeutet.

Damit kommen wir aber auch gleich zum ersten großen Kritikpunkt am Libratone Lounge. Auch dann, wenn das System nur im Stand-by läuft, werden noch rund 10 Watt aus der Steckdose gezogen. Mit Hinblick auf den ökologischen Aspekte, aber auch die immer weiter steigenden Strompreise ist das leider ein No-Go. Hier sollte bei einem Update dringend nachgebessert werden.

Klang-Check:

Aber wie klingt sie denn nun, unsere High-End-Soundbar? Kurz gesagt: überraschend audiophil.

Sollte man meinen, Soundbars wären nur für den klanglichen Einheitsbrei gedacht, die Libratone Lounge belehrt den Zuhörer schnell eines besseren. Die Hochtöner arbeiten seidenweich, präzise und können trotz des überschaubaren Abstands eine tolle Bühne aufbauen. Dennoch besitzen Stimmen einen ausgeprägten Körper, was beispielsweise Adeles „Someone like you“ bestens zum Ausdruck gebracht hat. Die voluminöse Stimme der englischen Künstlerin stand praktisch im Raum.

Dabei profitiert das Libratone Lounge enorm von einer wandnahen Aufstellung – man merkt, dass der Klang entsprechend abgestimmt wurde. Da sich tiefe Töne kugelförmig ausbreiten, werden sie von der Wand reflektiert und so verstärkt. Das beschert dem Libratone Lounge einen satten Grundton-Bereich und tiefe Bässe. Zwar merkt man dem System an, dass der Subwoofer nicht besonders üppig dimensioniert wurde, die Soundbar kann aber mit einem ordentlichen Tiefton-Fundament aufwarten. Drums werden präzise, souverän und vor allem sehr impulsschnell in den Raum geworfen und sorgen immer wieder für ein breites Grinsen. Man merkt schnell, dass das Lounge einen ordentlichen Kickbass bieten kann, im Tieftonkeller fehlt der Soundbar aber schlichtweg das Volumen.

Alles in allem liefert die Libratone Lounge eine überzeugende akustische Vorstellung ab, wobei in erster Linie der transparente und unheimlich gefällige Hochtonbereich sowie die schnellen Kickbässe überzeugen können. So baut die ein Meter breite Bar eine große, gut gestaffelte Bühne auf. Tiefe Bässe könnten für unseren Geschmack aber noch etwas voluminöser daherkommen.

Fazit

Die Libratone Lounge sieht toll aus und klingt toll, ist aber leider extrem teuer. Für Lifestyle-Fans passt das Konzept der Dänen von Libratone aber beinahe wie die Faust aufs Auge.

Die Libratone Lounge fügt sich bestens in das klassische Apple-Universum ein. Sie sieht verdammt gut aus, lässt sich als Lifestyle-Produkt etablieren, ist einfach zu bedienen und kann darüber hinaus dank einer ausgefeilten Technik mit einer respektablen Leistung punkten – das will aber auch bezahlt werden. So weiß die schmale Soundbar, die dank ihrer auswechselbaren Filzbespannung eine ganz eigene Optik besitzt, auf der ganzen Linie zu überzeugen. Die Bedienung passt sich gut in dieses optische Konzept ein und geht nach einiger Zeit auch flott von der Hand.

Aber nicht nur die Optik kann überzeugen, auch der Klang ist für eine Soundbar erstklassig. Insbesondere der luftige und äußerst präzise Hochtonbereich weiß mit seiner erstklassigen Bühnenabbildung immer wieder  zu begeistern. Hier spielen die Bändchenhochtöner ihre Leistung immer wieder aufs Neue aus. Auch der Bassbereich kann mit einem schnellen und spaßigen Kickbass punkten, das letzte Quäntchen Tiefbass geht hingegen leider verloren. Die Libratone Lounge sollte für die maximale Klangperformance aber auf jeden Fall recht wandnah aufgestellt werden.

Wo viel Licht ist, da ist leider auch Schatten zu finden. Zum einen wäre da natürlich der exorbitant hohe Preis. Mit einem Straßenpreis von 1300 Euro kann unser Testkandidat ohne Frage als Luxusobjekt eingestuft werden. Als genau so störend erachten wir den hohen Standby-Stromverbrauch von 10 Watt. Hier sollte dringend nachbearbeitet werden.Mit Vernunft darf man an die Libratone Lounge aber ohnehin nicht herangehen.

Wer bereits ist, mehr rund 1300 Euro für eine Soundbar auszugeben, der erhält mit der Libratone Lounge ein Gerät, dessen Klangqualitäten der erstklassigen Optik in nichts nachstehen.

Positive Aspekte der Libratone Lounge:

  • Sehr schicke Optik
  • In vier Farben verfügbar
  • Exzellenter Klang
  • AirPlay-Integration

Negative Aspekte der Libratone Lounge:

  • Hoher Preis
  • Zu hoher Stand-by-Verbrauch
 

Social Links

Seitenübersicht

Kommentare (7)

#1
customavatars/avatar132350_1.gif
Registriert seit: 30.03.2010
Hamburg
Flottillenadmiral
Beiträge: 4375
Interessante Lautsprecher, warum denn nicht sollte man das nötige Kleingeld besitzen.

Was mich interessieren würde, mein 2.1 System besitzt im Standby ein wahrzunehmendes Grundrauschen bei stabilen 15 Watt Verbrauch. Ist so eins auch bei dem Gerät zu hören?
#2
Registriert seit: 14.06.2010
Oldenburg
Gefreiter
Beiträge: 59
Tut mir leid aber so ein Kurztest ist bei dieser Preisklasse absolut unangemessen!

Ich würde, ohne das ich die Soundbar selbst mal gehört hätte, durchs Lesen dieses Kurztests zu einem anderen Ergebnis kommen.

Da wären zu bemängeln:

- Kein Dock-Connector! Sorry, made for iPhone ist das nicht
- Als optionaler Eingang nur Klinke, auch wenn wenigstens mit mini Toslink.
- Achja. 15W Standby-Verbrauch? Auch mit schaltbarer Steckdose nicht zumutbar.

Nur mal als Vergleich:

B&W Zeppelin Air

- Airplay
- Dock-Connector
- USB
- Klinke mit mini Toslink
- RJ45-Buchse!
- 150W RMS
- 599€ UVP

Ein Libratone Lounge muss sich in seiner Preisklasse mit einem Genevalab L messen, und dagegen stinkt es ziemlich sicher total ab.


Ich selbst besitze ein Zeppelin Air und für unterwegs eine TDK 2 Speaker BOOMBOX. Für mich gibts es für iDevices außer diesen nur drei Alternativen:
Philips Fidelio Soundsphere ,Genevalab XXL und für den Strand Harman/Kardon GO + PLAY II.
#3
Als schön Dock gäbe es auch noch die BeoSound 8 von Bang&Olufsen, welche nach meinem Geschmack viel wertiger aussieht und sogar noch 300€ billiger ist.
#4
Registriert seit: 27.02.2012

Gefreiter
Beiträge: 55
*klugzuscheiß an*

Das sind keine "Bändchenhochtöner" sondern "Air Motion Transformer" (AMT)
#5
customavatars/avatar131785_1.gif
Registriert seit: 21.03.2010

Gefreiter
Beiträge: 39
Hannarch, du nimmst mir die Worte aus dem Mund. AMT, die Creme de´la Creme des Hochtönerbaus! Ich frage mich welcher das sein könnte. Kein Mundorf, kein ESS, kein beyma... von der Größe her ähnlich wie die von Adam aber die Schlitze passen nicht. hmm... Vermutlich arbeitet der HT als Dipol. Hier zu sehen bei Libratone Live: http://cdn0.sbnation.com/entry_photo_images/2156260/007-Libratone-Live-Lounge-review-07-07-0346-TIMN-3_gallery_post.jpg

Der Mitteltöner ist subjektiv betrachtet auf höhe der Zeit, großzügig hinterlüftete Zentrierspinne, evtl. teurer Neodymantrieb. Der Mitteltöner läuft auch nach dem Dipol-Prinzip jedoch mit 90°-Umlenkung. Kann man nur hoffen das die Kammerresonanz kontrolliert wurde. Das Abstrahlverhalten zu den Seiten dürfte jedoch eine mittlere Katastrophe darstellen. Bei Diffusschall ist das aber unkritisch. Seitenansicht: http://cdn3.sbnation.com/entry_photo_images/2156680/016-Libratone-Live-Lounge-review-07-07-0354-TIMN-1_gallery_post.jpg

#6
Registriert seit: 27.02.2012

Gefreiter
Beiträge: 55
Der Hochtöner könnte auch z.B. von Elac zugekauft sein, das ist schwer zu erkennen...
Ganz sicher arbeitet er aber nicht als Dipol; schließlich ist er zusammen mit dem Tief-Mitteltöner in einer gemeinsamen Kammer und dessen Schalldruck würde ihn sonst zerfetzen, zumindest aber erhebliche Verzerrungen provozieren!
#7
customavatars/avatar131785_1.gif
Registriert seit: 21.03.2010

Gefreiter
Beiträge: 39
Du siehst auf dem letzten Foto schon das hier kein Gehäuse geöffnet wurde sondern lediglich der Bespannrahmen abgenommen wurde. Die beiden Löcher sind zum einklipsen des Rahmens. Bei genauem hinsehen erkennt man das hinter dem HT und TMT ein schräges Brett angebracht wurde um den Schall um ca. 90° zu den Seiten zu reflektieren. (Siehe Schaumstoff)
Bei einer in dieser Chassisgröße üblichen Trennfrequenz und unter berücksichtigung des Dipolabfalls, bedingt durch den akustischen Kurzschluss kann hier kaum von nennenswerten Drücken wie z.B bei Subwoofern gesprochen werden. Bei Dipolen ist alles ein bischen anders ;) Wobei das Lounge eigentlich eher eine besondere Form eines Kardioids darstellt...
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

AVM FRITZ!Fon C5 im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/AVM_C5_TEASER_KLEIN

Im Spätsommer 2015 zeigte AVM mit dem FRITZ!Fon C5 die Erweiterung der Festnetz-Familie, die bis dahin aus drei Modellen bestand. Nach längerem Test zeigt sich nun, dass bahnbrechende Veränderungen fehlen. Eine Enttäuschung ist das neue Telefon deshalb aber nicht, denn entscheidend sind die... [mehr]

Gelid ZenTree im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/GELID_ZENTREE_TEASER_KLEIN

Wer mehr als nur Smartphone und Tablet per USB-Kabel aufladen muss, wird das Kabelwirrwarr kennen. Denn natürlich müssen meistens zwei oder mehr Geräte gleichzeitig geladen werden, was nicht selten in einer ganzen Ladegeräte-Batterie endet. Mit dem ZenTree will Gelid sich genau dieses Problems... [mehr]

HTC Vive in der Praxis: Aufbau und Funktionsweise

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/2016/HTC-VIVE/HTC-VIVE-LOGO2

2016 soll das Jahr der virtuellen Realität werden. Kaum ein Thema hat in den vergangenen Monaten für einen solchen Hype sorgen können. Dabei haben sich die Hersteller wirklich auf das Jahr 2016 konzentriert, denn angefangen bei der Consumer Electronics Show Anfang Januar, über den Mobile World... [mehr]

Ohne Kabel: Bose QuietComfort 35 und B&O Beoplay H5 im Praxistest

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/2016/BLUETOOTH-KOPFHOERER/QUIETCOMFORT_35_LOGO

Ist der 3,5-mm-Klinke-Anschluss überhaupt wegzudenken? Mit dieser Fragen werden sich ab dem Sommer sicherlich so einige Menschen beschäftigen müssen, denn offenbar plant Apple das Weglassen des Kopfhörer-Anschlusses. Doch eigentlich sollte es bei der drahtlosen Übertragung von Musik doch um... [mehr]

Smartwatch: Vom Hoffnungsträger zum Problemfall

Logo von IMAGES/STORIES/NEWSBILDER/APPLE-WATCH-ARMBAENDER-GUIDELINES-RS

Wann genau die Geburtsstunde der Smartwatch geschlagen hat, lässt sich schwer bestimmen. Einigt man sich auf das Datum, seitdem sie in der breiteren Öffentlichkeit eine wahrnehmbare Rolle spielt, hat sie gerade den sechsten Geburtstag erlebt. Denn so alt wurde vor wenigen Tagen die Sony Ericsson... [mehr]

Test: Eve Thermo ergänzt HomeKit-Setup von Elgato

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/2016/ELGATO-EVE/ELGATO-EVE-THERMO-LOGO

Vor einigen Wochen haben wir uns einige der ersten HomeKit-Sensoren der Eve-Serie von Elgato angeschaut. Dabei warfen wir einen Blick auf Eve Room, Eve Door & Windows, Eve Energy und Eve Weather. Zur CES kündigte Elgato eine Ausweitung der Produktlinie an und präsentierte unter anderem den... [mehr]