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Test: (Samsung) Galaxy Nexus - Android 4.0 Flaggschiff (inkl. Video)

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Seite 7: Google Android 4.0.1

Mit Android 4.0 hat Google einen großen Schritt gemacht. "Ice Cream Sandwich" soll Honeycomb und Gingerbread vereinen und somit lediglich eine Version des Systems sowohl auf Tablets als auch Smartphones anbieten - ganz ähnlich wie Apples iOS. Um das zu erreichen, hat man zunächst die Hardware-Buttons der Telefone gestrichen und durch Buttons im Display ersetzt - Nutzern eines Android-Tablets mit Honeycomb wird das bekannt vorkommen. Doch nicht nur optisch hat Google an Android gefeilt - auch der Funktionsumfang wurde erweitert. Ab sofort lassen sich beispielsweise ausgewählte Widgets auch auf Telefonen vergrößern oder verkleinern, der von Honeycomb bekannte Taskmanager findet in ähnlicher Form nun auch auf die Smartphones und mit Face Unlock bietet man eine weitere Möglichkeit, das Telefon zu entsperren. Wie der Name schon sagt, kann man das Smartphone nun per Blick in die Kamera entsperren. Dass es sich dabei um keine sichere Methode handelt, konnte man schon bei der Vorführung des Telefons beobachten. Mal funktioniert es nicht, mal reicht ein Foto, um den Entsperrvorgang auszulösen.

Die virtuellen Tasten können sich nun je nach Applikation ändern und dem Nutzer so schnell Zugriff auf die wichtigsten Funktionen geben - "Action Toolbar" nennt Google den Spaß. Weiterhin hat man an der "immer online"-Politik von Android geschraubt. Da man bspw. in Deutschland noch immer recht viel Geld für "Mobilflatrates" zahlt, kann man nun bei Erreichen eines bestimmten Wertes alle mobilen Datenverbindungen deaktivieren lassen. Apropos Internet: auch am Browser hat man gefeilt: dieser kann nun bis zu 16 Tabs verwalten. Zusätzlich kann man in den Optionen den gewünschten Seitentyp einstellen (Desktop oder Mobil) - was bei einem 4,65-Zoll-Display durchaus Sinn macht. Ebenfalls integriert sind die Chrome-Synchronisation und die Möglichkeit Webseiten offline zu speichern. Weitere Verbesserungen finden sich im Bereich Kamera (Zero-Shutter-Lag, Start direkt vom Lockscreen, Fotoschnappschüsse während Videoaufnahmen), Social-Networks (People-App zeigt Neuigkeiten von Personen im aktuell beliebten Magazin-Stil an) sowie Benutzerfreundlichkeit (Screenshots lassen sich nun ohne Umwege aufnehmen).


Ein weiteres Feature, das mit Android 4.0 eingeführt wird, ist "Android Beam". Mit "Beam" kann man per NFC (sofern das Smartphone über diese Technik verfügt) mit anderen Geräten Daten tauschen. Dazu müssen die Geräte nur aneinandergehalten und die Übertragung per Fingertipp aktiviert werden. Ein ähnliches Feature ist von HPs "gestorbenem" webOS bekannt, doch geht Google hier noch einen Schritt weiter. Nicht nur geöffnete Webseiten können getauscht werden - auch Kontaktinformation, Spiele (bzw. deren Kaufmöglichkeit im Android Market) und Medien lassen sich übertragen. Weiterhin bietet man eine Funktion, um gesprochene Sprache in Text zu wandeln, eine visuelle Mailbox sowie überarbeitete Kalender- und Mailapplikationen an. Auch die Tastatur hat man verändert, die allseits beliebte Swype-Tastatur ist aber nicht von Haus aus verfügbar.

Insgesamt gefällt uns Android 4.0 wirklich gut - kleinere Kinderkrankheiten sind bei einem Launch eines neuen Systems ja leider mittlerweile "normal" und werden im Laufe der Veröffentlichung gefixed. Daher wollen wir über diese Hinwegsehen und uns den positiven Features von Ice Cream Sandwich widmen. Denn an der Performance und am Design hat man geschraubt - und das nicht zu knapp. Dass das System nicht immer einer Design-Linie treu bleibt, haben wir im Test als weniger störend empfunden. Dafür wirkt das System modern, ist schnell und gut zu bedienen. Insgesamt hat man einen klaren Schritt nach vorne gemacht und geht damit als sehr starke Konkurrenz hervor. Doch ist auch Vorsicht geboten: Obwohl Samsung das Galaxy Nexus für Google produziert und ebenfalls als Brand auf dem Gerät erscheint, gehört das neue Smartphone nicht zu den klassischen Samsung-Geräten und kann somit auch nicht auf die Samsung-only-Apps wie bspw. "Smartview" zurückgreifen.