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Test: A.C.Ryan Veolo - So gut funktioniert der Android Media-Streamer

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Seite 3: Bedienung + System


 

A.C.Ryan Veolo

A.C.Ryan Veolo

Wie eingangs bereits erwähnt, ist natürlich die Bedienung einer der wichtigsten Aspekte des A.C.Ryan Veolo. So kann der Hersteller natürlich nicht mehr auf eine klassische Fernbedienung setzen.

Die Fernbedienung des Veolo bezeichnet man daher entsprechend am besten als Zwitter. Sieht sie auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher, zugegebenermaßen recht klobiger Signalgeber aus, so offenbaren sich die Besonderheiten, spätestens bei der ersten Benutzung. Um das Android-Interface korrekt nutzen zu können, bedarf es entweder einer Touch-Bedienung, was bei einem Fernseher nicht funktioniert, oder aber einer klassischen Maus-Bedienung – einfach realisieren lässt sich keine der beiden Gangarten im Wohnzimmer.

Entsprechend nutzt A.C.Ryan bei seiner Fernbedienung einen Lagesensor, sodass der Mauszeiger über ein Kippen der Fernbedienung lässig aus der Hand gesteuert werden kann – gesehen hat man dies schon öfter. Anfänglich gestaltet sich die Bedienung zwar ein wenig „hakelig“ und äußerst ungewohnt, mit der Zeit wird man aber besser. Bis zum Schluss dieses Tests gab es aber immer noch Probleme damit, dass der Mauszeiger „versprang“, wenn eine Taste gedrückt, und somit natürlich etwas Druck auf die Fernbedienung ausgeübt wurde. Es besteht allerdings die Hoffnung, dass wir uns in den kommenden Wochen auch an diese Eigenart gewöhnen werden.

Damit aber nicht genug der Besonderheiten. Wird die Fernbedienung umgedreht, erblickt man ein Tastaturlayout – auch das ist bei einem Gerät wie dem Veolo nicht wegzudenken, soll neben dem Streamen doch auch ein ganz normales Surfen im Web oder aber natürlich die Nutzung von Facebook und anderen sozialen Netzwerken ermöglicht werden. Auch wenn die Tasten natürlich alles andere als groß sind, so lässt es sich auf der Tastatur doch erstaunlich gut tippen – kurze Statusmeldungen natürlich, aber einen langen Text wird wohl niemand ernsthaft mit einem Streaming-Device produzieren wollen. Praktisch ist die Tastatur aber nicht nur beim Surfen im Web, sondern auch dann, wenn das Medien- oder Online-Verzeichnis durchsucht werden soll.

Das System in der Praxis:


Beim im Veolo eingesetzten Android handelt es sich um Froyo, also Android 2.2. Optisch hat A.C.Ryan das System natürlich auf den Fernseher angepasst, sodass das Veolo mit einer ansprechenden und gefälligen GUI daherkommt. Wie wir es von Android kennen, gibt es mehrere Homescreens, die mit den wichtigsten Apps belegt werden können. Zudem gibt es natürlich einen Programme-Ordner, in dem alle App-Neuanschaffungen zunächst auflaufen – von dort kann auf die Homescreens umverteilt werden. Aber das kennen Android-Nutzer ja bereits. Als Store kommt der AndroidPIT zum Einsatz, der einen großen Umfang an Apps vorweisen kann. 

Dank des genutzten Cortex- A9-Prozessors fühlt sich das System stets angenehm „smooth“ an und erlaubt ein sehr schnelles Navigieren durch die Menüs, die Applikationen und natürlich auch die Mediensammlung. Letztere wurde von A.C.Ryan optisch ansprechend gestaltet, auch wenn die Boxee Box hier noch immer Maßstäbe im Streaming-Bereich setzt.

Der enorme Vorteil des Android-Aufbaus liegt natürlich in der großen Flexibilität des Systems. Muss man sonst mit einem recht geschlossenem Ökosystem der Hersteller vorlieb nehmen, kann man das Veolo nach Herzenslust „aufrüsten“. Mit allen Apps wird man aber sicherlich keine Freude haben, denn eine Finger-Bedienung kann A.C.Ryans Fernbedienung nicht gänzlich ersetzen. Dennoch: mehr Flexibilität im Wohnzimmer zu finden, ist aktuell nur schwer möglich - so wird ist das Veolo sicherlich nicht nur ein Media-Player sondern vielmehr ein Web-Entertainment-Device.. Ermöglicht wird durch die offene Plattform natürlich auch eine breite Formatunterstützung bzw. eine gewisse Zukunftssicherheit, denn man ist als Anwender nicht auf einen Media-Player festgelegt.

Aktuell muss allerdings gar nicht viel herumprobiert werden, denn der von A.C.Ryan vorinstallierte Mediaplayer besitzt einen enormen Formatumfang und spielte alle ihm vorgesetzten Files ohne Murren ab. Die Bildqualität kann, genau wie der Sound, auf der ganzen Linie überzeugen.

Neben dem lautlosen Betrieb konnte auch der Stromverbrauch auf der ganzen Linie punkten. Im Idle zieht das Veolo rund 4 Watt aus der Steckdose, bei der Medienwiedergabe sind es 6,4 Watt. Mit Hinblick darauf, dass es sich um hochauflösendes Material gehandelt hat und die Messwerte unserer letzten HTPC-Projekte vor Augen, verdient sich das Veolo ein dickes Lob in dieser Kategorie. Einen niedrigeren Stromverbrauch beim FullHD-Playback haben wir bislang noch nicht gesehen - so macht das Medienvergnügen auch in Zeiten von immer weiter steigenden Strompreisen Spaß.