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Test: Parrot AR.Drone - das Spielzeug für den Geek

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Seite 6: Flugerfahrungen

Wer schon einmal ein Flugzeug oder gar einen Hubschrauber ferngesteuert hat, der weiß, wie schwierig das sein kann. Gerade Letztgenannter ist bei vollem Ausbau der Funktionen mit Heckrotor etc. nur nach viel Übung überhaupt zu beherrschen. Viel umgänglicher präsentiert sich die AR.Drone. Einmal auf Start gedrückt und schon schwebt die Drone auf etwa 60 cm Höhe und verharrt auch bei nicht allzu starkem Wind auf dieser Position. In aller Ruhe kann der Pilot nun die Steuerung übernehmen und erste Flugmanöver versuchen. Wird der Finger auf dem rechten Steuerelement auf dem Display nach oben oder unten bewegt, gewinnt oder verliert die AR.Drone an Höhe. Bewegt sich der Finger hier nach rechts oder links, dreht sich die Drone in der vertikalen Achse mit oder gegen den Uhrzeigersinn.

Wird der rechte Knopf gehalten und das iOS- oder Android-Gerät geneigt, fliegt die Drone in die gewünschte Richtung. Will der Anwender, dass die Drone wieder nur noch an der Stelle schwebt, lässt er einfach alle Bedienelemente los und die Drone stabilisiert sich selbstständig. Viel passieren kann also nicht, solange man mit den Rotoren nicht irgendwelchen Gegenständen zu nahe kommt. Anfangs sollte man sich auch mit 1-2 Metern Abstand hinter die AR.Drone stellen, um die Manöver via Neigung direkt auf das Fluggerät übertragen zu können. Die Kamera spielt bei den ersten Flugversuchen keine große Rolle, da der direkte Blick und die Konzentration auf die Drone äußerst wichtig ist. Parrot bietet auf der Seite zur AR.Drone zahlreiche Tutorials an, welche den Piloten vom ersten Flugversuch bis hin zu komplizierten Manövern begleitet.

Nach einiger Übung kann man sich an schwierigere Manöver wagen. Die Drone beispielsweise immer in Flugrichtung zu drehen und dann die Steuerung jeweils im Kopf entsprechend auszurichten, ist nicht immer ganz leicht und bedarf einiger Übung. Der Karton der AR.Drone ist gleichzeitig ein Landeplatz und kann so für Landeübungen genutzt werden. Hier kann dann auch die Kamera helfen den richtigen Weg einzuschlagen und nicht gegen ein Hindernis zu fliegen. Bis zur letzten Aktualisierung der Applikation hatte die Videoübertragung auf Android-Geräten noch einen deutlichen Vorteil. Das Video war hier um einige Bilder pro Sekunde flüssiger. Inzwischen aber ist auch die iOS-Version aktualisiert worden und spielt die übertragenen Bilder nun ebenso flüssig ab. Aufgrund der niedrigen Auflösung und hohen Empfindlichkeit der Kamera ist das Bild aber ohnehin nur bedingt zu gebrauchen.

Sind im Freundeskreis mehrere AR.Drones vorhanden, kann im Zusammenspiel mit einer eigenständigen App auch im Luftkampf gegeneinander angetreten werden. Aber auch alleine erlaubt ein virtuelles Gefecht mit Augmented-Reality-Unterstützung ein wenig Flugspaß.

Die AR.Drone ist nicht mehr als ein Spielzeug, aber eines das verdammt viel Spaß macht. Spaß ist wiederum etwas, dass wir nicht in Benchmarks packen können. Doch die technische Faszination der Flugregulierung, Steuerung und Datenübertragung per WLAN können auch einen Hardware-Tester, der sich sonst nur mit Grafikkarten, Prozessoren oder Mainboards beschäftigt, begeistern. Der enorm leichte Einstieg in die ersten Flugmanöver tut sein übriges und die Lernkurve zu gewagteren Figuren steigt schnell an.

Die Preisgestaltung ist mit 300 Euro immer wieder ein Kritikpunkt. Man muss sich allerdings auch vor Augen führen, welche Sensoren und weitere Technik in der AR.Drone stecken.

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