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Test: HTC Legend - Durchschnitt oder doch legendär?

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Seite 5: Software - Android 2.1

Android hat seit der Veröffentlichung Anfang 2009 viele Versionen hervorgebracht, wobei vor wenigen Tagen die Version 2.2 freigegeben worden ist. Auf HTCs Legend war bis zum Redaktionsschluss jedoch noch die Version 2.1 vorinstalliert, auf Basis derer sämtliche Tests durchgeführt wurden. Die Updates werden Over-the-Air (OTA) direkt vom Handy heruntergeladen und können danach installiert werden. Dabei kann man entscheiden, ob der Downloadvorgang nur per WLAN oder ebenso per UMTS möglich sein soll. Das Handy benachrichtigt den Nutzer dann über die etwaige Fertigstellung des Downloads. Nutzt man ein gebrandetes Handy (z.B. Vodafone, T-Mobile o.ä.), muss man auf die Aktualisierung seitens des Mobilfunkproviders warten, wenn man die OTA-Funktion nutzen will.

Dass man mit der Version 2.1 (Codename "Éclair") noch immer gut fährt, zeigen die Neuerungen der Version 2.2 (Codename "Froyo"). Im Wesentlichen hat man einen neuen Kernel eingesetzt, der weniger Arbeitsspeicher verbrauchen soll. Die Geschwindigkeit wurde auf vielen Geräten drastisch erhöht. Weiterhin kommen die Unterstützung für Flash 10.1, das Abspeichern von Apps auf der SD-Karte sowie Tethering per WLAN hinzu. Da man noch 2010 von einem Systemupdate für das Legend ausgehen kann und die Arbeitsgeschwindigkeit mit Android 2.1 definitiv ausreichend ist, sollte man sich hier eher entspannt zurücklehnen und die Zeit nutzen, um sich mit dem System vertraut zu machen. Standardaktionen wie z.B. Copy und Paste werden von Haus aus unterstützt.

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Android ist Homescreen-basiert, bietet dem Nutzer also mehrere Desktops auf denen er Applikationen ablegen kann. Anders als bei Konkurrent Apple unterstützt man schon jetzt die Kategorisierung in Ordner und Hintergrundbilder, die je nach Handytyp sogar beweglich sein können. Ebenso können verschiedenste Widgets auf den Screens abgelegt werden, die Aktienkurse, Termine, das Wetter oder neue E-Mail-Nachrichten anzeigen. Android liefert schon einige Widgets mit, HTC stockt diese aber bei den eigenen Geräten durch weitere kleine Helfer auf. Wem das nicht reicht, der kann über den Marketplace immer neue Widgets laden und diese auf den Screens positionieren.

Die Positionierung erfolgt denkbar einfach per Drag-and-Drop, muss aber für jede Aktion neu aktiviert werden - unserer Meinung nach ein etwas lästiges Prozedere. Hat man die Wunschkonfiguration gefunden, lässt sich diese als "Szene" abspeichern, sodass man gefahrlos Bilder und Positionierungen ändern kann und mit einem Tastendruck wieder bei seiner alten Konfiguration landet.

Hinter den Homescreens befindet sich ein Menü, in dem sämtliche Applikationen alphabetisch aufgelistet sind. Unter anderem finden sich dort auch die Einstellungen, die - wie in der Galerie zu sehen ist - tiefgreifende Änderungen und Anpassungen ermöglichen. So wird dem Nutzer nicht vorgeschrieben, welche Klingel- oder SMS-Töne er nutzen darf. Ebenso lassen sich z.B. neue Bildschirmtastaturen installieren. Das freie System ist vollkommen anpassbar - ein Eldorado für Bastler und Tüftler. Die Arbeitsgeschwindigkeit ist trotz des durchschnittlichen Prozessors sehr hoch, Applikationen öffnen schnell und das Multitasking durch einen langen Druck auf den Homebutton funktioniert ohne Probleme. Ein Doppelklick auf diese Taste beschert die Übersicht aller Homescreens und damit die äußerst schnelle Navigation zwischen diesen.

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Der Erfolg des Systems ist nicht zuletzt dem Android-Market zu verdanken. Dieser bietet laut "Androidlib.com" rund 70.000 Applikationen, wobei 14.000 davon alleine im letzten Monat hinzugekommen sind und 60 Prozent kostenlos angeboten werden. Das System wächst rasant, es wurde aber angekündigt, die Updateintervalle des Systems etwas zu drosseln. In rund 1,5 Jahren sind sechs Versionen herausgekommen - rund 50 Prozent der Nutzer hängen noch auf den Versionen 1.5 bzw 1.6. Dies soll durch ein jährliches, großes Update behoben werden, so Entwickler-Chef Andy Rubin.

Insgesamt gefällt uns das Android-System recht gut. Zwar ist es nicht "Out-of-the-Box" so gestriegelt wie Apples iOS, bietet dem gewillten Nutzer dafür aber fast alles, was man sich vorstellen kann. Besitzt man dann noch Programmierkenntnisse, sind den eigenen Wünschen eigentlich keine Grenzen mehr gesetzt. Das SDK ist frei erhältlich.